Es ist eine Binsenwahrheit, dass Menschen die Welt gefiltert wahrnehmen, dass es stark von eben dieser, in der Alltagssprache oft „Brille“ gennannten, subjektiven Wahrnehmung, die wir nie ganz ausschalten können, abhängt, was wir wie sehen sowie schliesslich wie bewerten.
Der Blickwinkel, aus dem wir eine Tatsache, Dinge oder andere Menschen betrachten variiert stark. Ausser den radikalen Konstruktivisten (jede/r erschafft sich seine eigene Welt) gehen die meisten Positionen davon aus, dass die Welt gewisse Stimuli vorgibt (niemand kann durch eine Wand gehen), doch wie diese dann schlussendlich wahrgenommen und bewertet werden, hängt in vielerlei Hinsicht vom wahrnehmenden Subjekt ab.
Es ist wohl eine ganze Bibliothek erstellt worden, um zu umschreiben, von was allem die Wahrnehmung abhängt. Stichworte dazu sind: Sprache, Begriffe, Vorerfahrungen, Vorurteile, Wissenstand, persönliche Erfahrungen, Kenntniss der eigenen Unwissenheit, psychologische Faktoren, Zeitgeist, soziale Faktoren und vieles mehr.
Das hier kurz angerissene Thema versuchte ich für einmal literarisch anzugehen – falls Du wissen willst, wie ich das getan habe, dann kannst Du gerne den Text Drei Blickwinkel auf die NBS lesen.
Gelingt es mir, für einmal ohne zu theoretisieren, aufzuzeigen, wie stark die Wahrnehmung vom „Filter“, den die wahrnehmende Person hat, abhängt? Wird klar, dass der Blickwinkel stark variieren kann? Und, wird ersichtlich, dass wir mit abschliessenden Urteilen und Bewertungen vorsichtig sein sollten, dass viel mehr im Fluss ist, als wir oft meinen? Kannst Du durch das lesen der Texte nachvollziehen, wie fluid Identität ist? Wie sich auch die Sprache und Wortwahl ändert, je nach Lebensituation, sollte auch ersichtich sein.
2 Kommentare zu „Subjektive Wahrnehmung oder vom Blickwinkel – Versuch einer literarischen Annäherung“