Lauf des Lebens

In jungen Jahren
wer nicht kämpft, hat schon verloren
Identität im Gegen und Trotzdem
Revolte, Widerstand, Opposition
Vitalität dauernd demonstrieren
Unruhe als Lebenselixier
schaut her: Ich bin hier!

In mittleren Jahren
sich mit dem Gegebenen arrangieren
Besonnenheit wächst mehr und mehr
ruhige Nische gefunden = Jackpot
Unsichtbarkeit tut weniger weh
Verstrickungen minimiert
Beständigkeit als Ziel

In reifen Jahren
besonnen und weich – Kampf und Härte jetzt Torheit
gelassen aus der dritten Reihe kommentiern
Bewusstheit: es ist die letzte Jahreszeit
aussen sanft – innen konsequent
schwindende Kräfte bündeln
Freiheiten riesengross







Mitte des Lebens

Radfahren ohne Option auf Tour de France
Notieren ohne Hoffnung auf Publikation
Laufen ohne Ziel Sub 3 für den Marathon
Geld auf Konto nur als Dekoration
23 Likes pro Post und no Chance for more
Schreiben ohne Traum des Buchpreis‘
Coiffurebesuch ohne Potenzial für tolle Frisur

Fad Fad Fad

Feu sacre erloschen

Plötzlich strahlen dafür sie um so mehr:
Pantanis, Neistats und Amys
Neu: Dieser Neid
Denn die haben es geschafft
Dagegen bleibt unsereins matt


Jetzt oder nie - es bleibt noch Zeit!
… der grosse Töff muss her
… Doktortitel (lieber spät als nie)
… mein Roman, ein grosser Wurf
… seht her: Mein, die junge, blonde Fee
… auf, zur grossen Weltenschau
… von allgemeinem Interesse: meine Biographie
… 10 000 Follower for me or more
… let’s go: Leben ab sofort in Übersee!
… ein Boot, das wäre jetzt toll
… oder ne neue Rockband?

Nicht doch lieber Mittagsschlaf?
Energie nur noch low
Abnahme der Muskelkraft
Ausdauer mehr und mehr minimal
Gleichgewichtssinn: bye bye
und die Libido sowieso
Warum ist heutzutage plötzlich
… alles so grell und schnell?
Und dieser Kater nach bloss zwei Bier!

Zeit für Bilanz - was bleibt?
Ich liebe sie, diese neue Gelassenheit
Dazu plötzlich so ungeniert

Zum Glück auf dem Weg einiges erkannt:
Rolle des Individuums ultra limitiert
Politik zumeist nur unsachlicher Streit
Weltenlauf so huere kompliziert
Die ‚Grossen’ à la Napoleon
… vor allem vom Zufall ernannt

Neu: Fokus auf das nahe Umfeld -
irgendwie nur das so richtig relevant
Besser Wirkung im Kleinen und Vorbild-sein
… anstatt der grosse Tausendsassa-Held
Unendlich zu viel, diese Anmassung der
… angepeilten Rettung der ganzen Welt!

Grosse Entlastung
sowie neue Freiheiten
und was für ne sexy Bescheidenheit!
Wow, am Ende doch positiv?
Danke an euch Illusionen, dass ihr verpufft!

(Doch das Ziehen nach mehr bleibt)




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Zum Bild:
Die Mitte des Lebens gleicht etwas einem Ferientag unter Palmen bei Regen…

Zum aktuellen Weltgeschehen: Leben im Trotzdem (reloaded)

Surreal die aktuellen Bilder.
Wahr soll sein, was nicht mehr denkbar?
Eingeholt hat uns scheinbar die Geschichte.
Ewiggestrige repetieren alte Fehler.
Alle anderen sind nur noch Statisten.

Alles weit weg von unserem Vorzeigeland?
Achtung, auch hier plötzlich superkonkret:
Geht hin, ihr Kriegsfreunde und Maulhelden!
In den Zwischenboden des HB ZH Löwenstrass‘
Da stranden sie in echt – auch grad jetzt.
Weinende Kinder, Alte nur mit Plastiksack.
Denn da ist die Flüchtlingsregistratur.
Da seht Ihr sie, da spürt man es!
Ge- und betroffen zieh‘ ich von dannen
– ist im Fall viel krasser als im TV!

Und, wie leben wir Behüteten mit all dem weiter?
Darf ich hier in Sicherheit noch heiter schreiten?

Es geht mal wieder nur im TROTZDEM

Trotzdem: Routinen Beibehalten!
Trotzdem: Sich auch am Kleinen freuen!
Trotzdem: Den Frühling wach ansehen!
Trotzdem: Mediale Auszeiten!
Trotzdem: Nicht nur konsterniert!
Trotzdem: Offen und menschlich bleiben!

Schwierig, dennoch nicht abzustumpfen!
Schwierig, nicht die Augen zu verschliessen!

Balancehalten ist die Tugend der Stunde.
Bekannt nach Monaten Pandemie-Überlebenskunde:
Corona-heiter-gelassen-Aushalten eingeübt.
Dieser stoizistische Rat war doch in aller Munde.
Zukunftausicht dennoch weiter eingetrübt!

Was uns bleibt = ab in die nächste Runde!

Schön gesagt aber doch nur Worte!
Realität = im Bett gedreht bis zu später Stunde.
Och, diese Zeit, sie macht geschunden!

 

 

 

Mein Modernster – der TRAVERSO (SOB)

Seit dem Fahrplanwechsel taucht in Bern ein neuer Zug auf. Er heisst offiziell TRAVERSO und fährt unter der Flagge der Schweizerischen Südostbahn (SOB). Neu ist damit auch, dass in Bern ein Zug mit dem Ziel Chur abfährt.

Nein, ich habe nicht zur SOB gewechselt: Im Moment führen wir Berner Lokführer und Lokführerinnen der SBB im Rahmen einer Kooperation mit der SOB diesen schönen und modernen Zug über die Stammlinie (Burgdorf-Langenthal) nach Zürich.

traverso_3.jpeg
Ein Traverso übernachtet täglich in Bern und fährt als IR bereits um 4:38 Uhr Richtung Zürich und Chur.

 

 

Meine ersten Erfahrungen sind positiv: Der Traverso (SOB RABe 526) , der im Prinzip zwei zusammengehängten Flirt 3 ohne Zwischenführerstände entspricht, fährt sehr ruhig und leise.

Wie alle Stadler Fahrzeuge ist er robust und zuverlässig. Insbesondere in den Wochen mit schwierigen Bedingungen – wie z.B. Nasschneefall oder weschselnder Feuchte auf den Schienen im Nebel – hat der Zug durch gute Adhäsion überzeugt.
Ausserdem ist er spurtstark und reagiert agil.

 

 

Traverso_1.jpeg
Top modern!

Der Traverso ist 150m lang und darf maximal 160 km/h fahren. Speziell ist, dass er eine Snackecke inkl. Kaffeemaschine an Bord hat.

Technisch fährt er im ETCS Level 1 LS (Baseline 3).

 
Zu den Stosszeiten werden dem Traverso zwei silberne Kumpane angehängt. Dies sind „normale“ Flirt 3 von je 75m Länge – dann ist man mit 300m und viel Platz für die PendlerInnen unterwegs!

Flirt_3.jpeg
Zwischen den Stosszeiten kann man die beiden grauen normalen Flirt 3 der SOB in Bern im Gleisfeld vorfinden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie alle unsere Züge, hat auch der Traverso intern schon ein paar Übernamen erhalten. So hört man in den Lokführerdepots die Ausdrücke „Goldfisch“, „Goldi“ aber auch „Rostzug“.

Nach der Verletzungspause

Endlich geht es wieder los
Das ist es doch, wofür ich brenne?
Yeah, das wird famos!

Nicht mehr nur Bewegen in Wasser
Sondern frei in der Landschaft
Nur das hat echte Klasse!

Und so richtig Schwitzen
Endlich wieder Leistung
Fertig mit so viel Rumgesitze

Laufschuh passt doch nicht zu Jeans?
Rennvelo nicht für unter 30 Meilen?
Top motiviert nicht mehr zu schlendern

Doch die Realität ist brutal:
Ich komm einfach nicht voran!
Das Herz pocht, die Beine schwer

Bewegung nicht mehr im Fluss
Keuchen, Schnappen nach Luft
Und dieses Stechen in der Brust?

Der Tag darauf nur brachial:
Überall tut es nur noch weh!
Wie konnte das bloss geschehen?

Ich war doch ein 4:00 pro km Reh?
Als ob sie spinnt, die GPS-Uhr:
Nun zeigt sie eine ganze Minute mehr?!

Was nun zählt ist Fleiss
Geduld eher noch mehr
Hab Vertrauen in die Zeit!

Obacht vor den Rückfällen
Gefragt ist Durchhaltewille
Aber keine grossen Sprünge

Und keine Angst vor dem Mitleid…
wenn du nun wie ne Schnecke schleichst
und überholt wirst von denen mit Schneid

Das Wichtigste kennen alle der Sportnation:
DANKE für die wiedererlangte Sportoption 🙂

Joggen am Bielersee
Der Bewegungshunger nach einer Verletzungspause ist jeweils gross!

 

Die Zeiten ändern sich

Narziss schaute unentwegt sein Spiegelbild auf der Wasseroberfläche an

… heute spiegelt sich der Mensch laufend auf Instagram und Co.

Narziss konnte bekanntlich nicht auf die Zuneigung anderer eingehen: Selbstliebe war alles für ihn – ab wie vielen Selfies kann man von Analogem sprechen…?

P.S.: Selfies mit Schmollmund und/oder Sixpack zählen doppelt

Vom Lauf=Sinn des Lebens

Du wirst geboren
Alles vorbewusst

Zäck – ein ICH gerufen in die Existenz!

Schau dich um:
Meine Zeit?
Mein Ort?
Was für eine spannende…
und doch so (verw)IRR(nd)E Welt!

Wo bin ich hier gelandet?
Wer ist sonst noch da?

Ach so: Nur ein Fleischblobb?!
Ach so: So viele andere schon vor Ort?!
Ach so: So viel System implementiert?!
Ach so: Freiheit nur sehr bedingt?!
Ach so: Limitierungen allenthalben?!
Ach so: Leiden gehört zum prallen Leben dazu?!

Aber erstmal HALT:
Schau dich um –
orientier dich mal!

Was ist schon da?
Was wird gewusst?
Was wurde schon gedacht?
Was weiss niemand?
Vor was wird gewarnt?
Was darf man glauben?
Wer könnte Vorbild sein?
Wer das Gegenteil?
Was zeigte die Zeit?
Was kann ich tun?
Uff, es gibt so viel zu tun!

Nimm dir ZEIT
Hol dir Rat
Hör gut zu

Noch: Nichts eilt!
Übe die Besonnenheit!

Lerne dieses Dasein kennen
Lerne die Existenz zu spüren
Lerne die anderen kennen
Lerne dich im Spiegel der anderen zu sehen
Lerne Emotionen kennen
Lerne die Grenzen des Wissens kennen

Lerne DICH kennen:
Schwächen – klar!
Stärken – aber ja!

Pass auf: Die Gier!
Pass auf: Der Vergleich!
Pass auf: Das Echsenhirn (Dopamin)!
Pass auf: Viel Ratenfängerei!
Pass auf: Lerne zu dosiern!
Pass auf: Viele Dogmen und deren Verführer!
Pass auf: FOMA!
Pass auf: Solidarität versus mein eigenes Ego?
Pass auf: So viele reale und mentale Gifte!
Pass auf: Auch du zuinnerst nur ein Tier!
Pass auf: Auch du gebunden an den Zeitgeist!
Pass auf: Auch dein Wissen = Vorläufigkeit!

Dann erst: Entscheide!
Dann erst: Werte müssen zwingend her!
Dann erst: Das wird mein Weg!
Dann erst: Jetzt bin ich wer!

Die Richtung stimmt:
Jetzt geht es los

Falle ein!
Falle um!
Falle rein!
Falle durch!
Falle auf!
FALL IN LOVE!

Juche, es geht voran!

Halt inne: Bilanz
Halt inne: Werte noch da?
Halt inne: Innerer Orientierung gewahr?
Halt inne: Gewohnheiten im Griff?
Halt inne: Wie steht’s um Dankbarkeit?
Halt inne: Stimmen die Balancen?
Halt inne: Ich und die anderen?
Halt inne: Die richtige Truppe?
Halt inne: Besser nun Freischärler sein?
Halt inne: Der Pflicht zur Salutogenese gewahr?
Halt inne: Körper und Geist im Gleichgewicht?
Halt inne: Tempo (noch) OK?
Halt inne: Erlebnissdichte im grünen Bereich?
Halt inne: Genug des sozialen Netzes da?

Rekalibrier, korrigier, räum auf –
jetzt bleibt noch Zeit!

Und weiter geht’s
Die Zeit zerrinnt!

Die Energie nimmt ab…
die Wehwechen jedoch zu
Hey, bleib locker:
Ist voll normal!

Pass auf: FOMA 2.0
Pass auf: Vergleich 2.0
Pass auf: Die Zeit vergeht…
Pass auf: Du bist deine Gewohnheiten!
Pass auf: Was hab ich bisher verfehlt?
Pass auf: Memento mori + carpe diem
(du hast erlernt, dass beides geht)

Und weiter diese schwierigen Balancen:
Spannung und Ruh…
ich und die Herde…
Haben versus Sein…
Erleben versus Müdigkeit…
Tragen versus Getragenwerden
Ehrgeiz versus Faulheit…
Verantwortung versus ich kann nicht alles tun!
Wann ist genug wirklich genug?

Obacht: Letzte Chance der Korrektur!

Mehr Nachsicht!
Mehr Ruh!
Sei ehrlich: Auch Herbst gehört dazu!

(Nur für die Unbelehrbaren:
Nun ist spätestens auch für euch genug wirklich genug)

Pass auf: Jetzt geht es schnell
Pass auf: Bei Versäumtem eilt’s!
Pass auf: Letzte Chance und dann vorbei!
Pass auf: Am Ende kommt der Blick zurück:

Es bleibt NICHTS ausser deiner ganz persönlichen Bilanz

(Und der allerletzte Unbelehrbare nun erkennt:
Echt VANITAS war alles Streben nach Ruhm und Geld)

Das war‘s – kaum zu glauben:

* Es ist definitiv und endgültig vorbei *

Licht aus – hoffentlich:
What a ride!

Lebenskunst, Philosophie, Sport und Eisenbahn – ein skurriler Mix?