Grundlagen und Verortungen (Teil 3)

Nachdem in den Teilen 2 und 3 der Grundlagen einige geisteswisschaftlichen und naturwissenschaftlichen Konzepte kurz umrissen wurden, soll an dieser Stelle betont werden, dass wissenschaftliches Wissen zwar viele wichtige Hinweise und Anregungen zu einem Weltbild und dem guten Leben beitragen kann. Des Weiteren zeigte der erste Teil der Grundlagen mit dem Aufführen von Literaturbeiträgen, dass auch Kunst eine wichtige Rolle spielt. Warum ist dies so? Weil gerade sie uns Erfahrungswissen in reflektierter Form zugänglich macht und zur Reflexion anregt. Erfahrungswissen – sei es individuelles, durch eigene Lebenserfahrungen erworbenes oder durch Kultur und Kollektive verwobenes und weitergegebenes Wissen – ist neben strukturiertem sowie formalisiertem Wissen aus den Wissenschaften entscheidend, um sich in der Welt zurechtzufinden und ein sinnhaftes Leben zu führen. Und eben genau dieses Erfahrungswissen zeigt uns, dass vieles im Dasein als Mensch nicht erklärt werden kann. Ausserdem zeigt das Erfahrungswissen, dass wir grundsätztlich mit Ambivalenzen und Widersprüchen leben müssen. Das Dasein als Mensch, die conditio humama, beinhaltet zwingend auch das Wissen darum – darin war der Mensch schon immer stark, denken wir an all die Mythen und religiösen Texte, die uns in einer schwierig zu verstehenden Welt halt und Erklärung boten. Auch, dass wir vieles nicht wissen können und wir vielem ohnmächtig unterworfen sind, stellt ein prinzipielles Element unseres Daseins dar. Plakativ gesprochen besteht das Leben aus Sonne und Schatten, es geht auf- und abwärts, Krisen sind zu meistern und Schönes dankbar wahrzunehmen. Dabei helfen einem Erfahrungswissen, Beziehungen und das Training der heiteren Gelassenheit oft mehr als wissenschaftliches Wissen.

Abschluss der Grundlagen und Verortungen
Dies sind also grob umrissen die Grundlagen, auf denen sich nun die konkreten Handlungsanleitungen zum Menschsein in der heutigen Zeit ableiten werden. Zusammenfassend handelt es sich um einen wissen- und faktenorientierten – aber dennoch lebensweltnahen Ansatz, der einem modernen, postdogmatischen sowie posttheistischen Weltbild verpflichtet ist. Ein solcher Zugang zur Welt ist sich seiner eigenen Grenzen bewusst und basiert nicht auf einem idealisierten, überhöhten Menschenbild. Damit stellt er einen Kontrast zu postfaktischen Tendenzen und dem allgemeinen Dekonsturktionstrend der so genannten Postmoderne dar. Letzteres dennoch im Wissen um die Beschränktheit und der Grenzen eines jeden Wissens und Zeitgeistes.

Die Grundlagen und Verortungen sind damit abgeschlossen, das Fundament ist gelegt. Nun gilt es einen ersten Schritt hin zur Umsetzung zu machen – welchen Weg wir da konkret einschlagen werden ist unter der rote Faden nachzulesen.

Sustine et abstine (4)

 

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