Kleines ABC der Eisenbahnsprache (Teil 2)

Wir Eisenbahner und Eisenbahnerinnen pflegen eine eigene Sprache. Hier Teil 2 von typischen Ausdrücken (Teil 1 siehe hier):

  • „Abe-loo“ (Runterlassen)
    = Befehl, den Bügel zu senken
  • Bobo
    = Re 420 oder Re 4/4 – seit Mitte 60er unterwegs
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  • Chäsli II (für I siehe Teil 1)
    = Anzahl Windungen, die bei der Schraubenkupplung sichtbar sind

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    Wie viele Chäsli sieht man hier?

     

  • Coca-Cola-Büchse
    = unser Arbeitspferd Nr. 1, die Re 460

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    Eine Re460 in Brig abfahrbereit als motorisiertes Modul, hinten noch ein ganzer Doppelstöcker mit zweiter Re460.
  • Cremeschnitte

    = eine spezielle „Bobo“, siehe dazu oben, die Orange mit weissem Streifen längs über die Lokomotive bemalt ist
    –> Bild bald wieder verfügbar

  • Eventgruppe
    = Gruppe von Lokführern und Lokführerinnen, die den Cisalpino zwischen Basel und Domodossola fährt. Dies da man bei dieser Arbeit nicht immer pünktlich ist und das eine oder andere Abenteuer erlebt (siehe dazu auch Über eine Diva)
  • Faden
    = die Fahrleitung

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    Wehe der Faden kommt runter!
  • „Hobbel abe-loo“
    = die Magnetschienenbremsen auf die Schienen runterlassen

  • Jumbo
    = der grösste Intercity mit zwei Re 460, ingesamt 400m langer Zug (mehr dazu hier) – unterwegs zwischen Romanshorn und Brig oder auf der Ost-West-Achse

  • Kaffeemühle
    = Lok der BLS (Re 425 (Re 4-4), oft auf der Lötschbergbergstrecke unterwegs
    –> Bild bald wieder verfügbar

  • Kundig
    = man kennt eine Strecke (Lokführer und Lokführerinnen dürfen nur Strecken und Bahnhöfe befahren, die sie kennen)
  • Perronsuche
    = wenn es Nebel hat und man die kurzen Perrons beim Fahren eines Regionalzuges schlecht sieht und sehr vorsichtig fahren muss
  • „Plampitram“
    = einer der vielen Übernamen des Astoros – besser bekannt als Cisalpino – Weiteres zu diesem speziellen Zug findet sich hier
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  • Sanden
    = Quarzsand auf die Räder sprühen, damit bei schlechten Adhäsionsverhältnissen die Räder weniger schnell ins Gleiten geraten (beim Anfahren, Beschleunigen und Abbremsen angewendet)
  • Schiebelok
    = zweite oder dritte Lok, die am Berg hinten stossen hilft
  • Starke Gefälle
    = Strecken mit grosser Neigung, für die besondere Bremsvorschriften gelten (z.B. Gotthard, Simplon oder Taubenlochschlucht)

  • Tram
    = der kleinste und leichteste Zug der SBB, auch GTW genannt (RABe 526, mehr Details dazu hier)

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    Ein GTW im Gleisfeld in La Chaux-de-Fonds.
  • Über den Berg oder durchs Loch?
    = Frage, wenn man Bern-Brig fährt: Geht es über die Bergstrecke oder durch den Lötschbergbasistunnel?

 

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