Archiv der Kategorie: Allerlei

Die Zeiten ändern sich

Hegel zeigte auf, dass der Meister mindestens genau so abhängig vom Diener ist wie umgekehrt – heute fragt sich, wer hier wen an der Leine führt?Handy an der Leine.jpeg

Die Zeiten ändern sich

Beobachten wir gerade eine Epoche machende Zäsur und bei B.C. wird die Menschheit in Zukunft zuerst an before Corona anstatt an before Christ denken?

Die Zeiten ändern sich

Sind wir nicht alle langsam aber sicher pandemüde?

Notflixe! Flucht und Ablenkung garantiert…

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Von der Liebe (oder danke Oxytocin)

Liebe ist

… Wege auf sich zu nehmen
… belebende Vorfreude auf das Wiedersehen
… Möglichkeiten der zufälligen Begegnung schaffen

=> um Dich zu sehen!

Ein starker Imperativ aus dem Innern, der Reserven löst und Erschöpfung zur Seite schiebt.

(Funktioniert auch bei eigenen Kindern und Haustieren – danke Oxytocin)

Die Zeiten ändern sich

Früher machte man nach dem Aufstehen eine Runde durch Haus und Hof – heutzutage begibt sich der Mensch als Erstes auf einen Rundgang durch Mail, Facebook und Wetter-App.

Déjà-vu?

Weltende – ein Gedicht von Jakob van Hoddis, das in den Roaring Twenties Kultstatus erlangte:

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei,
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Und wie werden wohl unsere Zwanziger?

 

Heimat als Raum-Aneignung

Augen auf, irgendwo und
sofort weiss ich wo
Orientierung allenthalben
Raum ganz und gar durchdrungen

Mentale Karte – bewege mich frei
leicht geht es mir dabei
Leistung der Zeit
Quartier, Gegend – du bist mein

Neuer Ort – oh weh!
Ein, zwei Fixpunkte – nicht mehr
erste Tunnels zwischen Bekanntem
von Punkt A zu B, später noch C

Und dann wird es mehr
Querverbindungen zwar noch rar
doch plötzlich ist es da
ein Netz wird sichtbar

angeeignet heisst durchdrungen
Vogelperspektive errungen
volle Orientierung gewonnen
wie frei beweg ich mich seither

 

 

 

 

 

 

Die Zeiten ändern sich

Der Flughafendestinationszettel

Früher war es ein Privileg mit einem Flughafendestinationszettel am Gepäck rumzulaufen. Die Menschen liessen ihn möglichst lange am Gepäck. Je exotischer die darauf stehende Destination, desto besser. Ein echtes Statussymbol – seht her: Ich bin kosmopolitisch, weltgewandt. Bin weitgereist, individuell, vermögend – aussergewöhnlich!

Heute ist das anders. Die Zettel müssen sofort weg. Sie bedeuten: Ich bin ein Egoist. Ich verursache unnötig CO2 und Lärm. Mir ist die Umwelt, das Klima, die Tiere, die zukünftigen Generationen und Menschen im Süden egal. Ich konsumiere die Welt. Ich bin ein Viehmensch, der sich mit 300 anderen eng einsperren lässt. Ich lasse mich von peinlichen Sicherheitskontrollen demütigen. Meine Zeit ist nichts wert, ich vergeude sie in Schlangen. Ich bin Teil einer Touristenmasse – nichts ausser gewöhnlich!

 

 

 

Die Zeiten ändern sich: Die verschwundene Magie der Fernbedienung

Früher war beim Kaufentscheid einer Stereoanlage oder eines Fernsehers eines der absolut entscheidenden Kriterien die Fernbedienbarkeit.  Wehe, in den Katalogen war die Fernbedienung zu wenig gross abgebildet. Dann musste man zwingend ins Fachgeschäft gehen.

Was lässt sich alles fernbedienen – auch der Kassettenrekorder und nicht nur Radio und CD? Auch Spezialfunktionen wie zufällige Wiedergabe? Nur die Sender beim TV oder auch noch alle Einstellungen? Das waren über Jahrzehnte wichtige Fragen beim Gerätekauf.

Mehr ist besser – das war die Devise. Wie oft lachte ich meinen Bruder aus, der zum Verändern der Lautstärke aufstehen musste oder die Sender beim TV nicht einfach rauf- und runterschalten konnte, sondern die Nummern einzeln eingeben musste.

Heute ist das ganz anders.

Einerseits hält man die meisten Geräte – etwa Smartphones oder iPads – eh direkt in der Hand, so dass sich die Frage nach der Fernbedienbarkeit oft gar nicht mehr stellt.

Und läuft man andererseits mal zufällig an einen stationären Fernseher heran, liegen da gleich mehrere Fernbedienungen bereit. Eine für das Gerät selber, eine für das komische viereckige Teil darunter, das die Kenner und Kennerinnen Box nennen, und vielleicht noch eine dritte für was weiss ich noch was?! Und wie riesig und kompliziert diese heutigen Fernbedienungen sind.

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„…zu viel des Guten?“

Ich selber bin damit völlig überfordert: Zu viele Knöpfe, zu viele Farben – weniger wäre nun definitiv mehr! Ohne Hilfe bringe ich kaum mehr einen Fernseher zum laufen… läuft nun schon die Box oder habe ich den Fernseher angemacht? Wie finden sich die Geräte… och, nun wieder alles schwarz. Ich geb’s auf.

 

Die Zeiten ändern sich

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Verdoppelte Identität? Mensch – quo vadis?

Für uns, die Übergangsgeneration, ist das Internet da, um das reale Leben zu organisieren und allenfalls etwas zu dokumentieren.

Für die nächste Generation, die ersten Digital Natives, ist das anders. Sie unterscheiden nicht mehr zwischen realem Leben und virtueller Präsenz: Realweltliche und virtuelle Identitäten werden vermengt und bilden eine singuläre Daseinseinheit – ein Generation- und Zeitenbruch.