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Meine persönliche feline Ahnengalerie

Alte Katzen haben es besonders schwierig, wenn sie in ein Tierheim müssen. Einerseits sind sie besonders schwer vermittelbar. Andererseits leiden gerade sie besonders, da sie vorher meist das einzige Tier im Haushalt waren und es sich in der Regel um einen ruhigen Haushalt handelte. Im Tierheim geht es hingegen sehr lebhaft zu und her. Ausserdem leben die Katzen da in der Regel wegen engen Platzverhältnissen in einer grossen Zahl zusammen.

Dabei ist gerade eine Adoption einer älteren Katze grundsätzlich interessant. Dies da auf der einen Seite solche Katzen sehr dankbar sind und dies auch zeigen, so bald sie sich etwas eingewöhnt haben. Auf der anderen Seite muss man bei alten Katzen nicht damit rechnen, dass die Vorhänge runtergerissen sind oder alle Topfpflanzen am Boden liegen, wenn man nach Hause kommt – sie sind ruhige und sanfte Gefährten. Und man verpflichtet sich nicht für 15 bis 20 Jahre, wie wenn man eine junge Katze aufnimmt, so dass man je nach Lebensphase auch wieder einmal eine „katzenfreie“ Phase machen kann.

Vor dem Hintergrund dieser Gedanken hatte ich bis vor Kurzem immer wieder älteren und teils gar sehr alten Katzen ein Obdach bei mir (oder je nach Lebensphase bei uns) geboten. Der eine – Tigi – verstarb bereits nach wenigen Wochen, da er als kranke Notplatzierung kam, während andere noch einen langen Lebensabend von mehreren Jahren bei mir (oder uns) verbrachten.

Sie alle sind mir, meinen ehemaligen Wohngspännlis, Partnerinnen, Freunden und Familie in lebendiger Erinnerung geblieben. So hatten alle ihren ganz eigenen Charakter.

Um diese Erinnerung bei den Menschen, die diesen acht Katzen begegnet sind, lebendig zu halten, findet sich unten eine kleine „Ahnengalerie“.

Wer erinnert sich noch an Thömmi, mit dem im 2001 alles begann und der auch auf einer sehr heissen Heizung, die ein Mensch kaum berühren konnte, stundenlang liegen konnte? Und wer hat nicht alles einen der legendären Wutanfälle von Cleo miterlebt? Oder Floomie, wohl die einzige Katze weit und breit, die gerne Zug fuhr, wer erinnert sich an diesen immer hungrigen Riesenkater mit dem für seine Körperfülle viel zu dünnen Schwanz?

Abgesang auf die Endstation

 

Bis zum Ende dünnte es immer so schön aus.

Bis ganz ans Ende fahren nur wenige.

Wir waren die Verworrenen, bleiben sitzen.

Abends sind es Menschen aus dem Quartier.

Früh am Morgen ebenso.

Immer Einstieg mit Sitzplatz-Garantie.

Kein Frieren im Winter – der Bus wartet immer schon.

Die Auserwählten fahren bis zum Schluss…

oder sind stadteinwärts immer bereits drin.

 

Nun steige ich zu und aus – im nirgendwo.

Wie die und der: Ohne besonderen Bezug.

Einer mitten drin, grauer Masse Teil.

Der Name des Kurses ist nicht mehr mein Ziel.

Oh meine Endstation, wie ich dich vermiss!

Die Zeiten ändern sich

Auslöser von Eifersucht

Früher:
Aufmerksamkeit gegenüber anderem Weiblein / Männlein.

Heute:
Aufmerksamkeit, die dem Smartphone geschenkt wird.

Gedankenfetzen von unterwegs

Früher dachte man an die Zahnbürste im Bad oder die Schuhe unter dem Bett und hoffte, nichts vergessen zu haben – heutzutage muss man an so viel mehr denken, wenn man das Hotel verlässt: Boff, hab ich doch glatt die Artikel, das eBook und die Serien für die lange Zugfahrt vergessen runterzuladen – wo es nun wohl WLAN hat?

Schon wieder Waschtag?
Heute führt Sisyphus einen Haushalt!

Jeder Zeit ihren Rausch

Heute huldigen wir Dionysos nicht mehr mit Wein, sondern mit Überzuckertem.

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