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Frage der Woche

Am 24. Juni ging es um Schwarze Löcher, konkret um den Schwarzschildradius. Die heutige Frage der Woche stellt eine Anschlussfrage an die vom 24. Juni dar.

Nehmen wir an, wir würden die Sonne auf besagte 3 km komprimieren, so dass nicht mal mehr Licht entfliehen kann und sie somit zu einem Schwarzen Loch geworden ist.

Was würden wir hier auf der Erde davon spüren (abgesehen, dass es kalt und dunkel werden würde), wäre die Sonne ein Schwarzes Loch mit derselben Masse, wie die Sonne als Gasballen hat?

Antwortvorschläge:

  1. Das Schwarze Loch saugt uns sofort ein, wie ein Staubsauger – aus die Maus!
  2. Die Erde würde beschleunigt und ganz schnell um das Schwarze Loch rasen.
  3. Da das Schwarze Loch nur 3 km Radius hat, kann es die Planeten nicht mehr auf den Bahnen halten und wir würden auf einer tangentialen Linie aus der Umlaufbahn austreten und immer weiter ins All fliegen.
  4. Es ändert sich nichts an der Erdumlaufbahn, der gravitationale Einfluss auf die Planeten bleibt gleich gross.

Auflösung:

Nein, Schwarze Löcher sind keine „Staubsauger“, die alles einfach so einsaugen – auch wenn dies in Filmen oft so dargestellt wird. Nur, wenn man sich dem so genannten Ereignishorizont nähert (der in ähnlicher Grössenordnung wie der Schwarzschild-Radius ist; für nicht rotierende Schwarze Löcher ist der Radius des Ereignishorizontes gleich dem Schwarzschild-Radius, bei drehenden wird es wegen der Abplattung komplizierter, aber auch da nicht Grössenordnungen höher), wird es gefährlich.
Wenn die Masse der Sonne in unserem Gedankenexperiment nun also auf eine Kugel mit 3 km Radius zusammengedrückt würde, so würde es dunkel und kalt, klar, doch am gravitationalen Aufbau des Sonnensystemes ändert sich grundsätzlich nichts: Das Schwarze Loch würde nichts ansaugen, was die Sonne nicht schon angezogen hätte: Seine Masse und damit Anziehungskraft bleiben gleich gross, der Raum bleibt gleich fest „gekrümmt“, und die Planeten können brav weiter kreisen.

Frage der Woche

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Alles läuft rund – der Dispo-Zug Fernverkehr zu Bern steht im Gleis K2 (linke rote Re460).

Heute wird es kurz und knapp:

Was ist ein Dispo-Zug?

Kleine Hilfestellung:
Es gibt ihn nur in den grösseren Bahnhöfen. In Bern steht er an guten Tagen im Gleisfeld K, an schlechten Tagen sieht man ihn nicht.

Auflösung

Der Auflösung der Frage ist der Text Geheimnisse der Pünktlichkeit gewidmet.

Frage der Woche

 

Mit dem 1895 erschienen Roman Die Zeitmaschine begründete H. G. Wells den modernen Science-Fiction-Roman.

Darin reist ein Wissenschaftler in das ferne Jahr 802701 n. Chr.
Dort trifft er auf eine zweigeteilte Gesellschaft: Oberirdisch leben idyllisch die Eloi, unter der Erdoberfläche fristen die Morlocks ein tristes Dasein. Letztere sind es, welche die ganze Arbeit verrichten müssen.

Wells kritisierte mit dieser Beschreibung die extreme Zweiklassengesellschaft seiner Zeit (Viktorianisches Zeitalter in England).

Gibt es auch heute Eloi und Morlocks?

 

Gar in die bekannte US-Fernsehserie The Big Bang Theory haben es die Morlocks geschafft (Verlinkung auf Youtube):

 

Auflösung:

Tja, hier stellte sich eine Frage, die nicht einfach so beantwortet werden kann. Es hängt von der Gewichtung, Bewertung und vom Blickwinkel ab, wie fest wir unsere heutige Zeit resp. Gesellschaftsordnung als egalitär bewerten oder eben nicht.

Am besten beantwortet dies jeder und jede für sich.
Als Anregung möchte ich nur ein paar Stichworte mitgeben: Nord-Süd-Gefälle, Digital Gap / Access, Altersdiskrimierung, neue globale Eliten, Geschlecht, Lohnschere, Migration, Sweatshops und ähnliches.

Was meinst Du, vieles nur Hysterie oder hat es da schon auch die eine oder andere Zweiteilung, die ins Gewicht fällt? Ich bin gespannt auf Deine Einschätzung!

Frage der Woche

 

Heute geht es in die Physik – die Frage ist aber nicht physikalischer Natur, sondern wissenschaftsgeschichtlich.

Die oben stehende Formel beschreibt den Schwarzschild-Radius.

Kurz gesagt wird mit dem Schwarzschild-Radius der Radius, auf den man eine kugelförmige Masse „komprimieren“ muss, damit sie zum Schwarzen Loch wird, beschrieben..
Unsere Sonne müssten wir z.B. auf einen Radius von ca. 3km „zusammendrücken“, dann wird ihre Gravitation so gross, dass ihr nichts mehr entfliehen kann. Nicht einmal mehr Licht kann weg (die nötige Fluchtgeschwindigkeit wird grösser als die Lichtgeschwindigkeit). Die Sonnenmasse auf einem Radius von 3 km wäre dann eben ein Schwarzes Loch.
Verwirrt? Gut so, denn die Frage dreht sich nur um den Namen des besagten, in Englisch auch „gravitational radius“ genannten, Phänomens und es darf gerne auch einfach geraten werden.

Warum heisst der“gravitational radius“ausgerechnet Schwarzschild-Radius?

 

  1. Es geht um Schwarze Löcher, daher heisst er so.
  2. Ein Schwarzes Loch stellte sich Einstein wegen der starken Raum-Zeitkrümmung, die es verursacht, als „Schwarzes Schild“ vor.
  3. Schwarzschild hiess der Physiker, der dies als erster berechnete.
  4. Das Universum könnte als Ganzes ein Schwarzes Loch sein, daher ist es eine Formel, die uns schwarz sehen lässt.

Bonusfrage:
Wir lasen oben, dass die Sonnenmasse in einer Kugel von 3 km Radius zum Schwarzen Loch wird – was schätzt Du, auf welchen Radius müssen wir die Erdmasse „komprimieren“? Tipp – es ist unglaublich klein.

Auflösung

3. ist richtig:
Karl Schwarzschild (1873 geboren) errechnete 1916 als erster den gravitationalen Radius eines Sterns – eben, den Radius, der ihn zum schwarzen Loch machen würde. Ja, den Stern, nicht Karl.

4. Hat auch was – es gibt Theorien und Berechnungen, dass das Universum ein Schwarzes Loch sein könnte. Aber eben, die haben nichts direkt mit Karl Schwarzschild zu tun , da sie viel neuer sind. Und wir müssen auch nicht schwarz sehen deswegen, weil es auf unsere Daseinsebene und unseren Zeithorizont keinen Einfluss hat – wir haben genug andere Probleme (siehe dazu auch Schwierigkeiten der Ontologie – das Drei-Ebenenproblem).

Bonusfrage:
Die Erde wäre ab 8.8 mm ein Schwarzes Loch!

 

Frage der Woche

Welche drei grossen Kränkungen erlebte der Mensch durch die Wissenschaft gemäss Freud?

 

Auflösung

Freud beobachtete das Brökeln der „Sonderstellung des Menschen“ in drei Hauptschritten:

  • Kopernikus: Heliozentrisches Weltbild, Erde ist nicht mehr im Zentrum.
  • Darwin: Der Mensch ist nicht mehr die Krönung der Schöpfung, sondern ein Tier unter anderen ebensolchen.
  • Bescheiden war er nicht, unser Freud, denn die Dritte Kränkung fügte er uns selber zu: Nicht mal mehr im Kopf sind wir Herr oder Frau unserer selbst. Es, Ich und Über-Ich  – das „Unbewusste“ ist viel wichtiger als das „Bewusste“.

Frage der Woche

Warum sind wir gemäss Platon erst glücklich, wenn wir kugelrund sind?

  1. Platon war ein Hedonist.
    Daher betonte er Lust und Freude. Ein Zeichen eines gelungenen Lebens ist es folglich, wenn man an dessen Ende satt und kugelrund ist.
  2. Platon ist bekannt für seine Ideenlehre (s. Höhlengleichnis).
    Er ging davon aus, dass es zu jedem realen Ding eine ideale Vorstellung gibt. Die Kugel ist dabei die höchste dieser reinen Ideen, da sie vollkommen harmonisch ist. Daher sollen wir Menschen uns diesem Ideal annähern und möglichst kugelrund werden.
  3. Ein Kugelwesen zu sein, ist die höchste Form der Liebe.
    Wir sind erst dann komplett, wenn wir uns mit einem Partner oder einer Partnerin vereinen und so zur Kugel werden.

 

Auflösung:

Richtig ist 3.

Wir alle waren in der Vorzeit nach Platon Kugelwesen, die halbiert wurden (im Symposion (380 v. Chr.) vorgebrachte, mythische Vorstellung, welche er dem Komödiendichter Aristophanes in den Mund legt).

Seither sucht ein jedes seine andere Kugelhälfte, sein Gegenstück. Das ist gemäss Platon die höchste Form der Liebe: Erst, wenn wir die andere Hälfte wiedergefunden haben, sind wir ganz.

Viel Glück beim Suchen bei 6 Milliarden Menschen und nur gerade einer passenden anderen Hälfte!

 

Bravo Sarah und Michu.

Frage der Woche

Sicherlich kennst Du das berühmte Buch Walden oder das Leben in den Wäldern’  (original Life in the Woods, 1854) von Henry David Thoreau über den Versuch, alleine in einem Wald ganz einfach zu leben.

 

Was steckt hinter dem titelgebend Wort ‚Walden‘?

a.) Ein Wortspiel zwischen Deutsch und Englisch: Aus dem deutschen ‚im Wald leben’ machte Thoreau im Englischen ein Verb, eben ‚walden’ (‚to walden‘).

b.) Das ist der Name des Teiches, an dem er das im Buch beschriebene Waldleben ausprobierte (‚Walden Pond‘).

c.) ‚Walden’ ist ein Lehnwort aus einer Indianersprache und bedeutet ‚Lebenskraft‘.

d.) So benannte er das Eichhörnchen, das im ersten Winter unter dem Boden seiner Hütte lebte und ihm ganz vertraut wurde.

Auflösung

Richtig ist b.)

 

 

Frage der Woche

Wann war Dostojewski am glücklichsten?

–> Die Antwort ist das sechste Wort in der ersten Zeile auf Seite 20 des Textes ‚Der Überlebende‘ auf diesem Blog:

Die Abendröte

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Wer mehr dazu wissen möchte, dem empfehle ich die Lektüre des Romanes ‚Die Dämonen‘ von Fjodor Dostojewski (1873).

Bravo Sarah (siehe Kommentar) !