Archiv der Kategorie: Inside Scientific Community

In dieser Rubrik werden Beobachtungen und Anekdoten aus langjährigem Engagement in Lehre und Forschung präsentiert. Nicht selten überzeichnet, daher mit einem Augenzwinkern zu geniessen: Willkommen im Wissenschaftsbetrieb – einem Spielfeld der Eitelkeiten?

Critical Friends, Komplexitätsreduktion und Tunnelblick – ein ganz normaler Tagungstag

Wie so oft sitze ich im Publikum eines wissenschaftlichen Vortrags. Wie so oft wird gleich eine so genannte Nachwuchswissenschaftlerin ihre Arbeit vorstellen. Wie so oft wird sie mittels PowerPoint-Präsentation das zeigen, was die letzten fünf Jahre ihre ganze Schaffenskraft gebunden hat. Sie wird vom Produkt, dessen Schöpfung es ihr Wert war, durch wahrlich existenzielle Krisen zu gehen sowie auf alles Mögliche zu verzichten, berichten. Für das scheint sie mir jedoch verdächtig unemotional und distanziert dazustehen. Genau so spricht sie auch, als sie das Referat eröffnet.

Die Zuschauenden schauen ein bisschen im Raum herum, mustern die junge Frau von oben bis unten, verfallen danach aber umgehend wieder in ihre klassischen Muster: Der eine blättert in seiner Agenda, die andere schaut wieder auf ihren Laptopbildschirm und der Dritte kritzelt weiter Kreise auf das Handout. Zwei junge Männer in schlecht sitzenden Anzügen tuscheln.

Die Nachwuchswissenschaftlerin hat die obligate Einleitung abgespult und kommt nun zu ihrer Schöpfung: Einem Modell – „Mal wieder“, denke ich und „dimme“ meine Aufmerksamkeit etwas herunter.

Es geht wiederum um ein Modell zum menschlichen Handeln – das vierte nur schon heute morgen. Simpel scheint der Mechanismus zu sein, den sie da abbilden können will. Zeitgerecht natürlich alles computerbasiert, dynamisch und mathematisch hochkomplex.
Grundsätzlich interessant, klar, die junge Frau beginnt nun jedoch komplizierte Rechnungen und Detailannahmen vorzustellen, womit ich – und der Grossteil des Publikums – die Aufmerksamkeit weiter runterdimmen oder nun ganz bei den E-Mails auf dem Laptop oder der Menukarte für den Abend sind.

Das war es also: Diesen Details und dem Versuch, den Menschen in Parameter zu drücken, widmete sie ihre ganze Schaffenskraft der letzten Jahre. Der Unterfütterung des an sich simplen Modells eines auf den ersten Blick (mit ein Bisschen Menschenverstand) banal wirkenden Entscheidungsmechanismus’. Zum Glück scheint sie uns nur zwei Unterkonstruktionen hinter einem Parameter zumuten zu wollen und nicht die hundert anderen auch, die ich hinter dem Modell vermute, denn sie leitet so gleich zur obligaten Fragerunde über.

Wie auf Knopfdruck sind nun wieder alle wach. Insbesondere die mit anderen Dingen beschäftigten, grau melierten Herren in Anzügen wenden routiniert ihren Blick, der noch vor Sekunden hinter ihren Papieren oder Laptops war, zur Bühne und zerpflücken so mir nichts, dir nichts ein paar dieser Detailannahmen, denen sich die junge Frau jeweils monatelang widmete und deren formelhafte Darstellung ihr nicht nur ein paar Mal schlaflose Nächte bescherte.
Und – auch das geschieht an diesen Ritualen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit immer – eine der Eminenzen im Publikum muss gar noch (natürlich getarnt als harmlose Frage) alle Anwesenden wissen lassen, dass das Modell der Nachwuchswissenschaftlerin bereits von völlig veralteten Annahmen und Theorien ausgeht und dass sein Team bereits in Zusammenarbeit mit einem Big-Shot aus Übersee an einem viel besseren Modell arbeitet. Das provoziert wie immer den grossen Rivalen…

Lassen wir diese Critical Friends die junge Frau weiter mit für sie wichtigen Anregungen zur Verbesserung ihres Modells beschenken – sie wird sich schon wehren können gegen all diese verkappten Angriffe. Und diese ewigen Kämpfe des Markierens, dass man(n) nach wie vor auch noch zu dem Thema was zu sagen hat, sind nicht wirklich interessant, da sie an jeder beliebigen Tagung beobachtet werden können (als Modell können wir den sich auf die Brust trommelnden (männlichen) Affen beiziehen: Hier hilft Komplexitätsreduktion klar dem Verständnis). Ausserdem hat sich die Referentin freiwillig diesem Spiel gestellt, so dass sie mir nicht leid tut.

Ich selber kann eh nur noch mit einem Ohr zuhören, denn mich beschäftigt seit der fünften Minute des Vortrages eigentlich nur noch eines: Wie kann diese junge Frau zufrieden auf die letzten fünf Jahre zurückschauen, wenn sie nur gerade dieses Modell (auch wenn es komplizierte Formeln und hundert kleine durchdachte Annahmen darin verarbeitet hat) hervorgebracht hat? Stelle nur ich Irrelevanz fest? Das Modell bildet nur einen klitzekleinen, realitätsfernen, vom Kontext völlig isolierten, und zur Vereinfachung theoretisch bewusst völlig komplexitätsreduzierten, Ausschnitt ab, und meiner Intuition nach auch das eher schlecht als recht: Dies spüre ich als Zuhörer, der zwar nur am Rande eine Ahnung hat vom Spezialgebiet, doch weiss, dass das menschliche Verhalten nicht ganz so einfach funktioniert, wie es für das Modell angenommen werden musste: Das Modell wirkt wie eine Karikatur, es bleibt Retorte – auch wenn sie noch so viele theoretische Versatzstücke (in mathematische Formeln umgegossen) dahinter gelegt hat – je mehr so kompliziertes Zeugs, desto weiter schiebt sie die Realität weg, könnte ein Schelm denken. Es kommt mir etwas wie eine Kinderzeichnung vor, die versucht, drei Dimensionen ohne Perspektiventechnik aufs zweidimensionale Blatt zu bringen, denn die Versuche, alles Qualitative – was das menschliche Wahrnehmen, Bewerten und darauf aufbauende Handeln doch ausmacht? – abzubilden, bleiben schlicht und einfach holzschnittartig. Das müssen sie ein Stück weit sein, das ist mir klar, das gehört zu so Modellen, sie müssen den Grad der Komplexität reduzieren, aber eben nur zu einem gewissen Grad, wollen sie noch eine lebensweltliche Relevanz behalten (was die Frau klar in der Einleitung beanspruchte!).

Aber auch genereller gesehen ist mir unwohl bei dem Gehörten. Durch all die nötigen Komplexitätsreduktionen und Quantifizierungen von Qualitativem entfernte sich das Modell der Frau so sehr von der lebensweltlichen Realität und Qualität des Menschseins, vom  menschlichen Handeln sowie von der prinzipiellen Verstrickungen mit der Sprache, die so vieles unscharf und nicht quantifizierbar macht: Schön wäre es, noch den Homo Oeconomicus, dieses rationale Wesen, sowie einen unkritischen Umgang mit Sprache und Begriffen zu haben, wie sie das zu haben scheint. Doch das ist nun mal einfach weg. Damit stehen ihre Aussagen auf sehr losem Fundament.
Ich mag nicht mehr nachdenken, mir schwirrt der Kopf, es bleibt mir jedoch einfach ein Gefühl des Unbehagens, ob das sinnstiftend ist, was die gute Frau da in den letzten fünf Jahren machte.

Hoffentlich sieht sie das anders. Wir Menschen sind ja zum Glück alle verschieden, denn sonst tut sie mir nun plötzlich doch noch leid, auch wenn sie die Fragen und Angriffe der grau melierten Herren eigentlich schadlos pariert hat. Dennoch scheint sie mir nicht wirklich glücklich zu sein mit dem, was sie zeigen konnte – obwohl sie sich fünf Jahre damit abgemüht hatte. Ob sie doch ein komplexeres inneres Erleben hat, als das, was sie für ihr Modell für die Menschen zu Grunde gelegt hatte?

Die Zeit der Ausschnitte

Alles war ihnen in ihrem Revier bekannt
Neues Wissen fiel auf
Sofort ordneten sie ein
Sofort knüpften sie an
und webten ein
Die Grundstruktur blieb bewahrt

Man war zu Hause
Alles vermessen, alles kartiert

Heute kennen wir nur Ausschnitte
Der ganze Wissenskörper? Spinscht, zu gross!

Und alles aus zweiter Hand
Metakommunikation
Lingua Franca ist eigentlich nicht mein
Keine Einheit, kein Topos mehr
Gesichtet, beschlagwortet, abglegt
Durchdringen hiesse jedoch mehr

Unsere Unsicherheit, unsere blinden Flecken
Es bleibt dabei: Teilüberblick und Widersspruch

Gelehrter sein? – bitte sei nicht passé

Gefühl des Nichtgenügens
Angst ertappt zu werden
Mut zur Lücke !
Innen aber Kapitulation
Kenntnisstand des Nichtwissens – mir unbekannt

Eigener Garten? Spinscht, auch das passé
Fremde Experten – oh weh oh weh
Critical Friends und Citations Index
Global vernetzt und nie allein:
Juche, ein anderer weiss immer mehr!

Vertrauen und Autorität: Ich habe es im Collins nachgeschlagen!

Den Collins verabschieden

Er ist eine physische Macht
Er markiert eine Epoche
Auch eine Epoche meines Lebens
Nichts steht ihm in seiner Aura nah

Gerne streiche ich das Deckblatt
Gerne schlage ich zufällig nach
Nochmal, nochmal, nochmal
Ein Universum von Wissen

Diese Erinnerungen
An die Studententage
An die Prüfungsvorbereitung
An die Seminararbeiten
An die Tage mit noch so vielen Erwartungen
so viel Hoffnung und
vorweggenommenem Glanz

Es sind über 2000 Seiten
Es sind mehrere Kilogramme
Und noch mehr Symbolik

Mensch, habe ich gelitten
Schlafdrang, Unsicherheiten, Unauffindbarkeiten
Mensch, habe ich geschwitzt
darin zu finden, genau die Bedeutung die es ist

Heute ist alles anders
Klick – Doubleclick – Copy-Paste
Community – Pears – Userforum
Alles ist immer da
und sofort verwertbar
Vorgekaut, vorweggenommen, vorgegaukelt
Das Tempo steigt – doch was bleibt?

Ach, ich streiche nochmals drüber
Eine physische Urgewalt
Dennoch zügle ich Dich nicht mehr,
ersetze ich Deine Kilogramme durch
Maus, Screen, IP, www
Schöne neue Welt

Schwer wird dabei mir die Seele –
Mensch stellvertretend für Menschheit
am Umbruch – Goodbye mein Collins
Goodbye Zeit des Nachschlagens und
physischen Suchens – hello Klickerei

 

collins.png
Vom Collins (rechts) zu leo.org und Co. (links) – ob dies ein guter Tausch ist?

In Erinnungen an meinen, für damals sehr viel Geld gekauften, riesigen Deutsch-Englisch Dictionary Collins mit dem verheissenden Untertitel „Für Experten und Universität“.

 

 

 

Dilettant, Laie oder Experte?

„Ne, ich werde kein Fachidiot!
Kein Spezialist oder so genannter Experte!“

„Dann viel Glück mit deiner Karriere.“

„Oh nein, ich lasse mich nicht disziplinieren,
kein enges Korsett anlegen. Ich behalte den Überblick.
Es wird schon einen Platz für einen Universalgelehrten geben.“

„Aber sicher nicht im heutigen Wissenschaftsbetrieb.“

„Dann gehe ich in die praxisorientierte Forschung!“

„Auch dazu: Viel Glück!
Da sind die beackerten Probleme komplex,
das benötigte Wissen fachspezifisch.
Was für Experten.“

„Böh, das geht schon, irgendwie…“

„… und du kannst nirgends in die Tiefe, bleibst Dilettant.“

„Was nützt Tiefe, wenn du keine Übersicht hast.
Du mit deinen ausgeklügelten Fachmethoden
bist ganz vorne in einem Finger und hast keine
Ahnung vom Körper, nicht mal vom Nachbarsfinger
weisst du was…  von wegen Dilettant.“

„Aber du hast dafür von nichts richtig eine Ahnung!“

„Blödsinn, gegenüber Laien weiss ich doch zu fast allem viel…“

„… aber an Fachtagungen ist dir doch dennoch unwohl.
Du sagtest doch selber, dass du unter Fachleuten
immer irgendwie Mimikry betreibst –
so tust als gehörest du dazu.“

„Ja, schon, da fühlt es sich immer so an,
als müsste ich mogeln. Gefahr enttarnt
zu werden, ist immer da. Ihr Fachfixierten
geht ja immer so ins Detail und eure Fachausdrücke…“

„… unter uns Fachexperten bist dann halt du der Laie,
Herr Universalgelehrter!“

Hinweis: Dieser Text ist bewusst nur in der männlichen Form verfasst. Dies, da der Wissenschaftsbetrieb ab einer gewissen Hierarchiestufe vor allem von Männern geprägt ist – schön, wenn das jemandem aufgefallen ist!

Forschen und Verwalten

 

Mal wieder bin ich auf einer Tagung. Mal wieder in Berlin. Es geht um Methoden der Messung des Outputs der Forschung. Die Tage waren lang. Es war interessant, doch nun, am dritten Tag, ist die Luft draussen. Nicht nur bei mir, auch andere scheinen gesättigt und matt zu sein. In den Workshops wird kaum mehr engagiert diskutiert, alle scheinen auf das Ende zu warten.

Doch da, an zwei Stehtischen sehe ich drei jüngere Teilnehmende intensiv diskutieren. Das scheint interessant zu sein und da ich den einen von einem gemeinsamen Projekt in der Schweiz kenne, nähere ich mich. Da sehe ich, dass die drei Formulare ausfüllen und das scheinbar eine schwierige Aufgabe darstellt, denn es wird wild gestikuliert.

Um die Pausenzeit zu überbrücken und nicht alleine rumzustehen, frage ich, was sie da so Spannendes machen würden. Die Antwort fällt kurz und knapp aus: „Spesenblätter ausfüllen!“

Martin der Absolvent

Martin hat sich an der Uni eingeschrieben. Er ist seit einem Jahr Student. Mit viel Elan widmet er sich der Psychologie, Philosophie und Literaturwissenschaft.

Man sieht ihn oft mit Büchern im schmucken Café in der Nähe der Universität, welches nach einer altgriechischen Gottheit benannt ist. Mehrmals in der Woche sitzt Martin da, meist vor einem  dieser kleinen aber starken arabischen Kaffees im Gläschen.

Trotz seiner regelmässigen Besuche im Café kommt Martin voran. Nach sechs Jahren hat er es geschafft: Abschluss – Martin ist nun Absolvent, Psychologe mit Diplom.

Abgesehen vom Stolz in seiner Brust ändert sich wenig. Man sieht Martin weiterhin oft im Café mit dem klingenden Namen aus der griechischen Götterwelt, nun etwas mehr hinter einer Zeitung als in ein Buch vertieft. Des Öfteren ist er nun sogar zweimal am Tag da, er ist ja schliesslich nun Absolvent – also auf Arbeitssuche und die vielen Zeitungen des Cafés ermöglichen die Sichtung vieler Stelleninserate.

Bewerbung fünf kommt wieder zurück. So auch Nummer elf und zwölf. Doch für einen Absolventen auf Arbeitssuche wird in diesem Land anfangs der 2000er Jahre gesorgt. Auf den Sozialstaat ist Verlass – Martin kann in aller Ruhe weiterhin arabischen Kaffee aus kleinen Gläschen trinken.

Bewerbung 16 schlägt ein. Martin freut sich – ging ja schneller als bei manchen anderen mit demselben Abschluss.

Das bringt ihn an genau denselben Tisch, an dem er zum Absolventen wurde: Martin hat ein Vorstellungsgespräch an dem Institut, an dem er studierte. Perfekt: Bleiben an der Alma Mater erscheint in Griffnähe.

Das Gespräch läuft gut. Martin wählt die Worte gezielt, die vor dem Spiegel eingeübte Mimik wirkt überzeugend und der extra für das Gespräch gekaufte Anzug unterstreicht seine Seriösität. Martin wird Doktorand.

„Wow, Martin, du bist dabei!“, meint eine Exkommilitonin – pardon, mittlerweilen auch eine Absolventin mit Diplom (auf Arbeitssuche) – als sie Martin zufällig auf seinem gewohnten Gang von der Uni zum Café mit dem Namen einer Bewohnerin des Olymps trifft.
„Ja, es gefällt mir sehr“ – „sehr“ ist auch das passende Adjektiv für seinen Einsatzwillen am Institut. Martin macht kurze Mittagspausen und löscht spät das Licht im Büro. Auch in der Lehre engagiert er sich intensiv.

Und trotzdem sieht man ihn noch mehr als zu Studentenzeiten oder als Absolvent in seinem Stammcafé. Nun ist er gar an den Wochenenden regelmässig da. Und dann sieht man ihn oft durch das grosse Fenster gar noch gegen das Ende der Öffnungszeiten.
„Du bist noch viel in dem Café da an der Ecke, du weisst schon, das mit dem arabischen Kaffee“, spricht ihn besagte Kommilitonin ein paar Wochen später auf der Strasse mal wieder an.

„Ja“, meint Martin und ergänzt etwas errötet: „ Ich arbeite jetzt da, sonst kann ich mir als Doktorand den Kaffee da ja nicht mehr leisten…“

Währungen der Anerkennung in verschiedenen Disziplinen

 

Anhand von was wird Anerkennung in den einzelnen Disziplinen vergeben?

Wirtschaftswissenschaften: Papers

Ethnologie: Feldforschungsmonate

Psychologie: Angewendete Arten der statistischen Auswertung

Jurisprudenz/Rechstwissenschaften: Renomee der Kanzlei des Praktikums zum Fürsprecher/Anwalt (auch geht: Preis des Anzuges)

Germanistik: Anzahl gelesener Bücher

Philosophie: Sexiness des Argumentes

Mathematik: Kürze des Beweises

Umweltsissenschaften: Grad der Problemlöseorientierung

Fachhochschule: Anwendungsmöglichkeiten der Resultate in der Praxis

Achäologie: Gefundene Fragmente

Geschichtswissenschaften: Anzahl gesichteter Quellen

Biologie: Nach dem Entdecker benannte Arten

Medizin: Längste Arbeitsschicht ohne zu Schlafen

Ägyptologie: Einen Geldgeber für eine Expedition gefunden zu haben

Amerikanistik: Einen einschlägigen Slang nach Aufenthalt in den USA mitzubringen

Kunstgeschichte: Irgendwas für Geld tun zu können (gilt für einige weitere Geisteswissenschaften ebenfalls)

Medienwissenschaften: Kreatives Layout der Powerpointfolien

Theologie: Eine neue Verbindung zwischen originaler Bibelstelle und heute geschaffen zu haben

Romanistik: Länge und Anzahl der Sprachaufenthalte

Sinologie: Anzahl gelernter chinesischer Zeichen

Interdisziplinärer Fachbereich: Anzahl beteiligter Disziplinen

Transdisziplinarität: Anzahl Praxisparter

Generell Geisteswissenschaften: Anzahl selber erfasster Endnoteeinträge zu Gelesenem (=euphemistisch für „Gesichtetes“)

Generelle Währungen sämtlicher Disziplinen: Namen von grossen Bekanntheiten eines Feldes – auch ohne echten Wissensgewinn – einbringen, Englische Fachausdrücke einstreuen (vor allem Amerikanismen), Vernetzung (heute mehr virtuell als realweltlich), Zitiertwerden und zugehörige abenteuerliche bis dubiose Einflussquantifizierungsversuche auf irgendwelchen Homepages