Radfahren ohne Option auf Tour de France
Notieren ohne Hoffnung auf Publikation
Laufen ohne Ziel Sub 3 für den Marathon
Geld auf Konto nur als Dekoration
23 Likes pro Post und no Chance for more
Schreiben ohne Traum des Buchpreis‘
Coiffurebesuch ohne Potenzial für tolle Frisur
Fad Fad Fad
Feu sacre erloschen
Plötzlich strahlen dafür sie um so mehr:
Pantanis, Neistats und Amys
Neu: Dieser Neid
Denn die haben es geschafft
Dagegen bleibt unsereins matt
Jetzt oder nie - es bleibt noch Zeit!
… der grosse Töff muss her
… Doktortitel (lieber spät als nie)
… mein Roman, ein grosser Wurf
… seht her: Mein, die junge, blonde Fee
… auf, zur grossen Weltenschau
… von allgemeinem Interesse: meine Biographie
… 10 000 Follower for me or more
… let’s go: Leben ab sofort in Übersee!
… ein Boot, das wäre jetzt toll
… oder ne neue Rockband?
Nicht doch lieber Mittagsschlaf?
Energie nur noch low
Abnahme der Muskelkraft
Ausdauer mehr und mehr minimal
Gleichgewichtssinn: bye bye
und die Libido sowieso
Warum ist heutzutage plötzlich
… alles so grell und schnell?
Und dieser Kater nach bloss zwei Bier!
Zeit für Bilanz - was bleibt?
Ich liebe sie, diese neue Gelassenheit
Dazu plötzlich so ungeniert
Zum Glück auf dem Weg einiges erkannt:
Rolle des Individuums ultra limitiert
Politik zumeist nur unsachlicher Streit
Weltenlauf so huere kompliziert
Die ‚Grossen’ à la Napoleon
… vor allem vom Zufall ernannt
Neu: Fokus auf das nahe Umfeld -
irgendwie nur das so richtig relevant
Besser Wirkung im Kleinen und Vorbild-sein
… anstatt der grosse Tausendsassa-Held
Unendlich zu viel, diese Anmassung der
… angepeilten Rettung der ganzen Welt!
Grosse Entlastung
sowie neue Freiheiten
und was für ne sexy Bescheidenheit!
Wow, am Ende doch positiv?
Danke an euch Illusionen, dass ihr verpufft!
(Doch das Ziehen nach mehr bleibt)
————
Zum Bild:
Die Mitte des Lebens gleicht etwas einem Ferientag unter Palmen bei Regen…
Schlagwort-Archive: Altern
Der Körper als Indikator der Vergänglichkeit
Die Zeit schwindet dahin,
und wir altern durch unmerkliche Jahre,
und die Tage fliehen,
da keine Zügel ihnen Einhalt gebieten.
Ovid
Eine weitere Komponente des an einen Körper gebundenen Daseins als Mensch ist, dass der Körper uns fortwährend die Endlichkeit der eigenen Existenz vor Augen führt. Sei es, dass es mit zunehmendem Alter nach körperlichen Anstrengungen immer länger geht, bis mensch sich erholt hat, oder sei es, dass um Dreissig die ersten grauen Haare auftreten. Bereits ab Mitte 20 beginnt dieser unvermeidbare Prozess.
Da sich dies nicht ändern lässt, nützt es nichts, sich dagegen zu stemmen oder den falschen Hoffnungen der Kosmetikindustrie aufzusitzen, die es geschickt weiss, die Ängste vor dem Altern zu bewirtschaften: Altern gilt es so gut als möglich gelassen zu akzeptieren. Dass dies aufgrund des verbreiteten Jugendwahns immer wieder eine Herausforderung ist, versteht sich von selber.
Aber auch die gegenteilige Extrem-Reaktion, das sich in jeder Hinsicht Gehen-Lassen, da es vor der Vergänglichkeit eh nur einer Sisyphusarbeit gleichkommt, den Körper weiter zu fordern oder das Gedächtnis und die Neugierde zu trainieren, ist nicht ratsam.
Es gilt, wie bei so vielen in diesem Blog angesprochenen Themen, die Balance zu finden: Weder übertriebenes sich Sorgen, Schonen, Pflegen und Hegen des Körpers und Geistes, noch das Handtuch voreilig hinzuwerfen, sind kluge Ratgeber für ein zufriedenes Dasein.
Dem bewussten und gelassenen Umgang mit dem Älterwerden ist der nächste Blogbeitrag gewidmet. Bevor es konkret wird, soll hier ein Vorteil des sichtbaren und unabwendbaren Alterns betont werden: Dass wir alle kontinuierlich am Altern sind, zeigt nämlich auch auf, dass das Leben bewusst gelebt werden sollte. Die Einmaligkeit des Lebens winkt einem jeden Menschen durch den Indikator des Zerfalls des Körpers sprichwörtlich vom Spiegel zurück. Es gibt kein Zurück und der Tod wartet hinter jeder Ecke, so dass es, je älter man wird, um so wichtiger wird, seine Bedürfnisse zu kennen, und das Leben so einzurichten, dass die einem wichtig erscheinenden Bedürfnisse möglichst gut befriedigt werden können und andererseits keine Energie und Zeit für unabänderbare Dinge aufzuwenden.
Lebenszeit ist das kostbarste Gut, das wir haben. Daher ist es klug, bewusst damit umzugehen sowie wohlüberlegt zu wählen, für was wir wie viel davon einsetzen wollen. Dass dies nicht einfach ist und zu Widersprüchen führen kann, wurde bereits unter das Freiheitsdilemma erörtert und wird an anderer Stelle noch vertiefter zu behandeln sein. Vorerst wollen wir uns nun konkret mit dem Umgang des Älterwerdens auseinandersetzen.
Sustine et abstine (10) – der Mensch (5)