Museumstipp: Vreneli-Museum Guggisberg

Wer kennt es nicht, das national bekannte Lied vom Vreneli abem Guggisberg, das „Guggisbergerlied“?

Traurig ist die Geschichte vom Vreneli – eine Liebesgeschichte ohne Happy End. In den Kriegsdienst unter fremder Flagge muss der Geliebte, Hans-Joggeli, um einer Strafe zu entgehen. Vreneli bleibt mit Herzschmerz in Guggisberg zurück und stirbt bevor Hans-Joggeli wieder zurück ist – ein Drama.

Was davon genau wahr ist und was Legende, das ist offen. Verbürgt ist jedenfalls, dass es in Guggisberg einen Hans-Joggeli gab, der mit 92 Jahren im Jahre 1736 starb. Von Vreneli sind keine genauen Daten bekannt. Dies, da erst ab ca. 1700 systematisch im Kirchenbuch Geburt- und Todesdaten erfasst wurden. Da Vreneli wohl vor diesem Zeitpunkt starb – Hans-Joggeli wurde für das 17. Jahrhundert sehr alt und schaffte es so in die Zeit des Beginns des Registers -, fehlen diesbezügliche Eintragungen.

Pech hatten sie also, diese beiden Liebenden. Wenigstens haben sie nun ein Museum in einem sehr schmucken alten Speicher mitten in Guggisberg. Tritt man ein in dieses heimelige Holzhäuschen neben der Kirche, so taucht man in eine längst vergangene Welt ein. Im kleinen aber feinen Museum sind allerlei alte und sehr alte Möbel, Bekleidungen, Werkzeuge und vieles mehr zu sehen. Nicht nur der niedrige Holzofen mit den massiven Gusseisenpfannen lässt erahnen, wie anstrengend das Bauernleben in diesen Voralpenhügeln gewesen sein muss. Aber auch damals schon wusste man sich zu verwöhnen – so ist ein grosses Brezeleisen auf dem Herd zu bestaunen. Auch schön sollte es sein: So finden sich vielerlei verzierte Stoffe, heimatliche Bilder und sorgfältig bemaltes Geschirr aus vergangenen Zeiten in den niederen Holzräumen des Museums.

Ein Schwerpunkt des Museums ist das Vorstellen der Guggisberger Tracht, einer besonderen Berner Tracht. Die Frauentracht ziert in heutiger Zeit ein grüner Schurz, der, wie der Rock, lediglich knielang ist. Mir wird im Museum erzählt, dass dies darauf zurückzuführen sei, dass die Guggisberger und Guggisbergerinnen früher arm waren
und wo man konnte gespart wurde, so auch am Stoff. Die Guggisbergerinnen und Guggisberger sind stolz auf ihre besondere Tracht. So findet man sie auch auf dem Dorfwappen oder als Motive der Kirchenfenster – und natürlich trägt sie besagtes Vreneli in den meisten Abbildungen.

Weitere Informationen:

https://www.vreneli-museum.ch

Das „Vreneli-Museum“ ist nur auf Voranmeldung für Führungen offen.

 

Die Kontaktdaten für eine Anmeldung finden sich auf der angegebenen Homepage.

 

 

Und wenn man schon in Guggisberg ist, sollte man unbedingt auf das ab Guggisberg in rund 30 Minuten zu Fuss erreichbare Guggershörnli spazieren – die Strapazen des steilen Aufstieges mit der langen Treppe am Ende werden durch eine einmalige Aussicht belohnt! Und so hat man auch einen Blick auf die Schattenseite des Horns, wo Hans-Joggeli gewohnt haben soll.

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Auch im Winter ein schönes Wanderziel: Das Guggershörnli

Wer etwas länger wandern möchte, sollte ab Schwarzenburg dem Wanderwegweiser auf das Guggershörnli folgen. So kann man Guggershörnli und Museum in Guggisberg gut verbinden und hat vor oder nach dem Muesumsbesuch einens schönen Überblick über Hügel, Berge und Täler, in denen Vreneli und Hans-Joggeli als Bauern lebten.

3 Kommentare zu „Museumstipp: Vreneli-Museum Guggisberg“

    1. Liebe Verena

      Und mit deinem Namen bist Du da am richtigen Ort – wir sahen an der Vreneli-Chilbi in Guggisberg gar einen Chor, der nur aus Verenas zusammengesetzt war: Der Vreneli-Chor. Und auch sonst gibt es da einiges rund um Vreneli – lass Dich überraschen!

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      1. Guten Morgen

        Freue mich sehr auf einen „Vreneli“ Ausflug, habe schon viel zu Hl. Verena gelesen , gibt sogar ein Buch dazu, und gesehen, aber „ds Vreneli“ kenne ich nur vom Lied.

        Herzlich

        Verena

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