I‘m not rich but I am free
I‘m not important but I am free
I‘m not famous but I am free
I live in a tiny appartement but it‘s enough
I live a quiet life but it is full of adventures
I live slow but I am wide awake
I own less but make more experiences
I own less but feel more connected
I own less but have more purpose
I prefere learning to earning
I prefere travelling to saving money
I prefere beeing outside to the office
I don’t have a house but I am free
I don‘t have a car but I am free
I don’t have a fancy watch but I am free
What‘s important to you?
Schlagwort-Archive: Gesundheit
Nach der Verletzungspause
Endlich geht es wieder los
Das ist es doch, wofür ich brenne?
Yeah, das wird famos!
Nicht mehr nur Bewegen in Wasser
Sondern frei in der Landschaft
Nur das hat echte Klasse!
Und so richtig Schwitzen
Endlich wieder Leistung
Fertig mit so viel Rumgesitze
Laufschuh passt doch nicht zu Jeans?
Rennvelo nicht für unter 30 Meilen?
Top motiviert nicht mehr zu schlendern
Doch die Realität ist brutal:
Ich komm einfach nicht voran!
Das Herz pocht, die Beine schwer
Bewegung nicht mehr im Fluss
Keuchen, Schnappen nach Luft
Und dieses Stechen in der Brust?
Der Tag darauf nur brachial:
Überall tut es nur noch weh!
Wie konnte das bloss geschehen?
Ich war doch ein 4:00 pro km Reh?
Als ob sie spinnt, die GPS-Uhr:
Nun zeigt sie eine ganze Minute mehr?!
Was nun zählt ist Fleiss
Geduld eher noch mehr
Hab Vertrauen in die Zeit!
Obacht vor den Rückfällen
Gefragt ist Durchhaltewille
Aber keine grossen Sprünge
Und keine Angst vor dem Mitleid…
wenn du nun wie ne Schnecke schleichst
und überholt wirst von denen mit Schneid
Das Wichtigste kennen alle der Sportnation:
DANKE für die wiedererlangte Sportoption 🙂

Tipps für Ausdauersport-Treibende mit Ambitionen (Teil 3)
Dies ist die Fortsetzung zu Tipps für Ausdauersport-Treibende mit Ambitionen (Teil 1) und Teil 2– im Teil 1 findet sich eine Einleitung, wie die Tipps zu verstehen sind.
Teil 3 der Tipps für Ausdauersportlerinnen und Ausdauersportler mit Ambitionen:
- Mehr ist nicht immer mehr
Bist du mal in Form, dann gilt es vorsichtig zu sein. Dies gilt in besonderem Masse für Läufer und Läuferinnen. Wie viele Male – wie gerade jetzt, als ich diese Zeilen schreibe – war ich in sehr guter Verfassung, aber zu einer Pause gezwungen, da ich übertrieben habe? Zahllos sind diese Fälle und jedes Mal ärgerte ich mich über mich selber!
Schmerzen gehören zwar bei leistungsorientiertem Training dazu, doch der Grat, auf dem du nun wandelst, ist dünn: Du musst lernen, die Schmerzen richtig zu deuten und eine Risikoabschätzung aufgrund deiner Erfahrungen (oder professioneller Beratung) machen zu können: Ist z.B. dieses Stechen am Knie nur eine Überreizung, die bei Bewegung abklingt oder der Anfang einer Entzündung, die, falls ich weiter trainiere, mich dann zu einer mehrwöchigen Pause zwingen wird? Kann ich den müden Beinen noch einen Reiz zumuten, so dass sie sich noch mehr anpassen, oder riskiere ich eine Muskelverhärtung, die dann zu einer Zerrung oder gar zu einem Faserriss führen kann?
Ich weiss, es ist schwierig – je besser du wirst, desto motivierter bist du, desto mehr möchtest du noch grad eine harte Einheit anhängen, nochmals versuchen, etwas schneller zu sein als gestern. Schnell ist es dann passiert und es war zuviel. Besser ist es, sich an gewisse Vorgaben, die Trainingsplanung und bewährte Rhythmisierung von Ruhe und Belastung zu halten, so z.B. immer harte Trainings vor langen zu machen oder die Ruhetage gezielt einzustreuen und auch einzuhalten (ich weiss, bei Sonnenschein und grad Zeit ist es schwierig, dann drinnen zu bleiben und die Beine hochzulagern).
Ein arg geschwächter Körper kann auch prinzipiell keine Reize mehr verarbeiten und schnell wirst du schwächer, auch das kennen viele, das so genannte Übertraining.
Schnellerwerden heisst ja, Reize verarbeiten und nach Erholung besser zu sein, als vor den Reizen – das gilt auch für Spitzensportler, auch bei diesen ist die Erholung zentral (Superkompensation).
Aber ich weiss, das ist schöne Theorie – eben, gerade sticht es mich auch wieder am Knie – ich habe das zuerst ignoriert, weil ich gerade ein gutes Niveau als Läufer erreicht habe und das just noch etwas toppen wollte, was zu viel des Guten war! Wissen und Handeln – auch mit viel Erfahrung – ist oft eine Lücke dazwischen 😉 - Schlaf
Du trainierst nun nahezu täglich. Das heisst, dein Körper muss fast ständig Reize verarbeiten und sich anpassen. Ausserdem muss er viele Abbauprodukte des Stoffwechsels loswerden sowie defekte Blutkörperchen, Muskelfasern oder feine Risse in den Knochen reparieren. Das alles geht nur bei genug Ruhe. Am besten hilft dabei viel Schlaf. Ein professioneller Trainer gab mir mal den Ratschlag, pro 10h Training in der Woche jeden Tag 1h mehr zu schlafen. Damit bin ich gut gefahren, oft holte ich den nötigen Zusatzschlaf am Mittag nach und noch heute, mit weniger Ambitionen, richte ich es so ein, dass ich nach den Longjoggs (2h+) in der Regel etwas auf der Couch rumliegen oder gar 45 Minuten schlafen kann und der Körper so schon mit der Regeneration ein gutes Stück vorankommt, sowie das so genannte Open Window* nach einem harten Training nicht zu einer Erkältung führt – in der Ruhe liegt die Kraft! - Mentales Training
Nein, es geht nicht um Esoterik oder irgendwelche Zauberei, sondern um Autosuggestion und Visualisierung. Letzteres hilft vor allem bei Sportarten, wo es hektisch ist oder viel Technik verlangt ist. Gehe z.B. vor dem Start oder vor dem Einschlafen Schlüsselstellen einer Abfahrt als Bike- oder Querfahrer oder die Zielankunft als Radfahrer nochmals vor dem inneren Auge durch oder visualisiere als Triathletin die Wechsel am Abend – das gibt dir direkt mehr Ruhe, weil es meditativ ist und indirekt, da das Unterbewusstsein bestärkt darin wird, dass du gut vorbereitet bist. Du startest dann mit freierem Kopf am Wettkampftag.
Die Autosuggestion ist etwas für Fortgschrittenere und sehr ambitionierte Sportlerinnen: Damit kannst du dich selber bestärken, dass du gut vorbereitet bist und alles mögliche gemacht hast, dass du am Tag x bereit bist und unbezwingbar bist. Im Netz oder auf Youtube finden sich viele Anleitungen. - Abwechslung

Für Rennradfahrer eine gute Abwechslung – MTB-Fahren im Gelände.
Wie oben ausgeführt, kann man auch zu viel trainieren, schnell ist dann eine Überlastung da. Oder der Körper stagniert, ist an das, was man immer macht, so gut angepasst, dass er sich nicht mehr weiterentwickelt, man spricht dann von einem Plateau, das erreicht ist.
Gegen beides hilft es, Abwechslung in den Trainingsalltag zu bringen. Dies einerseits durch die richtige Mischung von langen, harten und kurzen Einheiten. Andererseits aber, indem du auch Ausgleichssport machst. Für Läufer ist z.B. Aquafit oder Schwimmen ideal, für Radfahrerinnen Langlaufen oder Joggen im Winter. Gut ist es für alle, sich anzugewöhnen, zu Dehnen und ein paar Übungen mit dem Eigengewicht für mehr Stabilität im Kern des Körpers zu erlangen (für Läuferinnen unerlässlich). Auch dazu gibt es unzählige Programme im Internet, insbesondere auf Youtube.
Gut ist auch, nach einer langen und harten Saison eine Pause für Körper und Geist zu machen. Es gibt Athletinnen, die dann gar nichts machen, andere vermehrt andere Sportarten. Ich persönlich fand es schön, weiter Rad zu fahren, doch nun ohne Pulsuhr, Mindestfahrzeit und andere Vorgaben, sondern viel spielerischer, genüsslicher und mit Freunden – schön nach dem Lustprinzip – irgendwann kam dann automatisch wieder die Lust am gezielten Training und der Leistung.
Hier geht es weiter zum weiter zum Teil 4 der Tipps der Tipps für Ausdauersport-Treibende mit Ambitionen.
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* Nach einer harten oder langen Belastung ist das Immunsystem kurzfristig sehr geschwächt und Viren und Bakterien haben leichtes Spiel, für sie ist es ein ideales Zeitfenster, tiefer in den Körper vorzudringen, daher Open Window.
Innere und äussere Rhythmen
Glückselig also ist ein Leben,
welches mit seiner Natur im Einklang steht.
Seneca
Menschen sind nach wie vor biologische Wesen. Mögen sie sich noch so weit in geistige Höhen versteigen oder hinter Technik verbergen. Dies zeigt sich auch darin, dass Menschen gewissen Rhythmen und Zyklen unterworfen sind (z.B. Schlaf- und Verdauungsrhythmus, Hormonspiegelrhythmen, Menstruationszyklus).
Die so genannten Biorhythmen – im Volksmund innere Uhren genannt – sind Millionen Jahre alt und lassen sich nicht austricksen. Sie sind bereits in den Genen festgelegt und unser Körper verfügt über eine Vielzahl solcher innerer Taktgeber. Diese haben Auswirkungen auf unsere Wachheit, Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, Gesundheit sowie Stimmung.

Die inneren Uhren werden hauptsächlich durch das Sonnenlicht gesteuert. Sich von dieser äusseren Gegebenheit so weit zu entfremden, dass man keine Synchronisation mit dem sich jahreszeitlich sich verändernden Tagessonnengang mehr hat, führt zu vielen gesundheitlichen Problemen.
Aber auch in Bezug auf weitere Bedürfnisse des Menschen ist es nicht ideal, sich vor allem in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Zum Beispiel das Wettergeschehen nur noch als ein Ärgernis auf dem Weg von A nach B wahrzunehmen, anstatt ein aktiv zu erlebendes, faszinierendes Geschehen, das beim Draussensein vielfältige Sinneseindrücke generiert, ist nicht förderlich für ein befriedigendes menschliches Dasein: Die Welt, in die wir geworfen und in der wir evolutionär entstanden sind (und an die wir damit angepasst sind), ist nur erfahrbar durch direkte Sinneswahrnehmungen – dafür muss man sich diesen auch aussetzen. Ein Foto oder ein Bild auf einem Bildschirm kann dies niemals ersetzen.
Ausserdem braucht unser Körper diese Reizexponierung, um die eingangs erwähnten Rhythmen stabil zu halten. Die Liste der gesundheitlichen Risiken von Schichtarbeit oder ständiges Arbeiten in Räumen ohne Tageslicht ist eindrücklich. In der Fachliteratur wird gar davon gesprochen, dass solche Daseinsformen das Leben verkürzen können.
Wie im Beitrag zum Thema Bewegung aufgezeigt, ist tägliches Draussensein, sowohl für den Körper wie den Geist nötig. Dies nicht nur aus gesundheitlicher Sicht, denn den Wechsel der Jahreszeiten und seine Auswirkungen auf Flora und Fauna zu erleben, trainiert die Beobachtungsgabe, die Verbundenheit mit der Lebensumgebung sowie die Achtsamkeit für kleine Dinge. Das bewusste Miterleben des dynamischen – manchmal gar dramatischen – Wettergeschehen oder die Beobachtung des kosmischen Balletts am Nachthimmel bieten ausserdem basale existenzielle Erfahrungen und ermöglichen Momente, in denen man sich mit etwas Grösserem verbunden fühlt. Dies fördert die Zufriedenheit, Demut und Dankbarkeit oder einfach nur das Staunen (siehe dazu auch Schwierigkeiten der Ontologie – das Drei-Ebenenproblem). Wie viele kleine Problemchen, mit denen man sich gerade rumschlägt, wirken vor dem Hintergrund eines aufziehenden Gewitters oder dem Sternenhimmel plötzlich viel kleiner? Uff, ich bin ja gar nicht das Zentrum des Universums. Dies und Ähnliches sich regelmässig bewusst zu machen, hilft, einen gesunden Abstand von den Kämpfen um Macht, Ansehen und Anerkennung zu gewinnen und diese richtig im grösseren Kontext einzuordnen – mensch muss ab und zu raus aus dem Labyrinth aus Wänden, Mails, Bildschirmen und Status.
The movers move, the shakers shake,
the winners write their history
But from high on the high hills
it all looks like nothing
New Model Army
Und mensch kehrt ausserdem gar gestärkt zurück in diese teils unvermeidbaren Kämpfe des Alltags. Temporäres Abstandnehmen hilft jedoch, sich nicht zu versteift in den Kampf zu begeben und den Kampf als Kampf zu schätzen, und nicht nur wegen des Sieges wegen zu kämpfen, da dieser oft relativ oder vergänglich ist. Das Siegen und die Suche nach Anerkennung werden des Weiteren schnell zur Sucht, so dass nur noch immer grössere Siege, mehr Anerkennung und Status nötig sind und leider das Errungene immer weniger lange befriedigt und dadurch eine verheerende Spirale in Gang kommt – aber dies sind dann Themen für einen weiteren Blogeintrag. Kehren wir an dieser Stelle wieder zum Ausgangsthema das Beitrages zurück, zum Körper und seinen Rhythmen.
Einer der fundamentalsten dieser Rhythmen ist der wach-schlaf-Zustand. Mit diesem sollte man besonders bewusst umgehen: Um die im letzten Abschnitt beschriebenen Dinge wahrnehmen, das heisst, wirklich erleben zu können, braucht es Wachheit und Präsenz im Moment: Nur genug erholt, ist genug Achtsamkeit da, um die Sinne genügend offen zu haben und sich auf diese elementaren und existentiellen Erfahrungen einzulassen. Von daher sollte man nicht nur nach Anspannung die Ruhe in der Natur suchen (Erholung), sondern das auch bewusst mal machen, wenn man nicht müde ist. Dies heisst für Berufstätige mit Bürozeiten auch bewusst tagsüber und nicht nur abends, abgeschlagen von der Arbeit, rauszugehen. Dies hilft, wie eingangs erwähnt, auch, um die innere Uhr mit dem Tagesgang der Sonne synchron zu halten, was sich dann auch auf einen gesunden Schlaf auswirkt. Es braucht aber manchmal Überwindung, gerade bei schlechtem Wetter. Gemäss den inneren und äusseren Rhythmen zu leben, ist damit auch eine Frage von Selbstdisziplin und Aufbau von Gewohnheiten.
Neben den hier beschriebenen zyklischen Rhythmen, ist das menschliche Leben als Ganzes gesehen auch von einer linearen Zeitachse geprägt: Wir alle haben einen Weg von jung zu alt zu gehen. Schlussendlich sind wir alle endlich und unser Dasein ist zeitlich befristet. Was dies für die Lebensführung bedeutet und wie damit einigermassen gelassen umgegangen werden kann, davon handeln die nächsten Blogbeiträge.
Sustine et abstine (9) – der Mensch (4)
Mensch als körperlich aktives Wesen
Wie im letzten Beitrag gezeigt, bedeutet Menschsein an einen Körper gebunden zu sein. Dieser Körper ist mit Sinnesorganen ausgestattet. Die Mitwelt wird über diese Sinnesorgane wahrgenommen. Diese Sinnesorgane haben sich im Zuge der Evolution in Wechselwirkung mit dem unmittelbaren Lebensraum über sehr lange Zeithorizonte herausgebildet. Dies trifft auch auf weitere körperliche Merkmale des Menschen zu.
Die Lebensbedingungen haben sich in den letzten Jahrhunderten jedoch schlagartig verändert, während sie vorher lange ähnlich waren. Dem muss bei der konkreten Ausgestaltung des Lebens Rechnung getragen werden.
Dies fängt bei der trivialen Beobachtung an, dass wir Menschen anfangs das 21. Jahrhunderts viel in geschlossenen Räumen und darin meist sitzend uns aufhalten. Im Verhältnis zu unserer Entwicklungsgeschichte leben wir erst seit ganz kurzer Zeit in Büros und gut abgeschlossenen Häusern: Unser Körper hat sich hingegen in einem vor allem draussen stattfindenden Dasein entwickelt. Er ist auf das Marschieren ausgerichtet. Unsere Sinnesorgane entwickelten sich im Laufe von vielen Jahrtausenden in einem Leben mit vielen Beobachtungen in und der Natur. So ist bspw. das Auge vor allem um in die Weite zu schauen ausgerichtet und nicht ideal dafür, die ganze Zeit Naharbeit zu leisten .* Oder unser Stoffwechsel ist auf Sonnenlicht angewiesen (z.B. Vitamin D3-Produktion ohne Sonnenlicht unmöglich).
Zivilisationskrankheiten sowie weit verbreitete Kopf- oder Rückenschmerzen zeigen auf, dass die bei vielen Menschen unserer Zeit vorwiegend das Leben prägenden sitzenden Tätigkeiten drinnen der Gesundheit abträglich sind. Ein dem Körper und seiner Gesunderhaltung gerecht werdende Lebensführung muss zwingend durch Bewegung draussen ergänzt werden.
Des Weiteren hat Bewegung an und für sich einen erheblichen Effekt auf die Gehirnchemie und damit auf unser ganzes Ich, das, wie an anderer Stelle gezeigt, ja „nichts als Chemie“ ist.
Bewegung und Sport sollen jedoch auch Selbstzweck sein und nicht nur ein Mittel zum Zwecke der Gesunderhaltung. Dies sollte jedoch nicht in ein verbissenes (Konkurrenz)Denken führen, was oft beobachtet werden kann: Leistungssteigerungen oder Wettkämpfe sollen nur zur Motivation, Quelle von Selbstvertrauen und als Ansporn, Bewegungsstunden durchs ganze Jahr bei jedem Wetter durchzuziehen, da sein. Ausserdem können spielerische Wettbewerbe zur Befriedigung des Spieltriebes dienen und gemeinschaftliche Erlebnisse ermöglichen.
Des Weiteren führt Bewegung – dafür sind gerade die Ausdauersportarten besonders geeignet – zu innerer Ruhe, ist beste Entspannung per se und auch danach hält dieser Effekt noch an, da Entspannung und Schlaf nie so gut sind, wie nach körperlicher Leistungserbringung. Bekannt ist, dass es kaum ein besseres Mittel gibt, um Stresshormone abzubauen, als Bewegung. Dies gilt auch für Verstimmungen des Gemütes (Melancholie).
Für eine sinnvolle Balance zwischen Spannung und Entspannung – der wir hier ein erstes Mal via Körper begegnen – plädierten bereits die alten Griechen. Dies vor dem Hintergrund ihres Wissens, dass dieses Prinzip die Grundlage eines jeglichen wachsenden Daseins darstellt.** Dass es dazu der regelmässigen Übung bedarf, die im Idealfall zur Gewohnheit wird, kann auf alle Lebensbereiche übertragen werden.
Wie oben bereits angedeutet, ist Bewegung, Sport und der gegen die Gefahren des Lebens so gut als möglich gestärkte Körper auch eine Quelle des Selbstvertrauens und damit der Selbstliebe. Der bewusste Umgang und die Sorge um den Körper ist bereits in der Antike ein entscheidender Bestandteil einer jeglichen ethischen Lebensführung gewesen: Sich in körperlichen Dingen gehen zu lassen, entsprach schon damals nicht dem Ideal eines ganzheitlich sich um sich und sein Selbst sich kümmerndes Dasein.
Diesem Ideal, des sich um sich selbst sorgenden und kümmernden Individuums, das das Leben als zu gestaltendes anstatt nur abzuspulendes Dasein wahrnimmt, stellen sich, hier erstmals ausgehend vom Körper, jedoch besonders in der modernen Welt viele Fallen und Stolpersteine. Sein evolutionär geprägter Körper, insbesondere Mechanismen im Gehirn, sprechen all zu leicht auf verschiedenste Verlockungen und Belohnungen an, die einem guten Leben und Selbstermächtigung auf Dauer abträglich sind. Diesen Mechanismen waren bereits zwei Blogbeiträge (siehe hier und hier) gewidmet und sie werden später in der Serie vertieft thematisiert werden. Hier bleiben wir erstmals noch beim Körper (hier klicken für nächsten Teil der Serie).
*Unser Augapfel wird zum Fokussieren von Dingen in der Nähe von einem Muskel auf brachiale Art schlicht und einfach zusammengedrückt. Dass solches Anspannen von Muskeln und Druckausüben auf den Augapfel, wie es bspw. beim langen auf einen Computerbildschirm oder Handy Schauen nötig ist, keinen Mechanismus darstellt, den wir als ununterbrochen betätigen sollten, leuchtet wohl ohne weitere Erklärungen ein.
**Dies entspricht auch der modernen Trainingslehre im Sport. Auch da ermöglicht erst die Entspannung und Erholung die so genannte Superkompensation, ohne die Training nicht zu einer Leistungssteigerung führen kann: Der trainierende Mensch setzt einen Reiz, der den Körper zuerst einmal schwächt. Dieser reagiert darauf mit einer Anpassung, um beim nächsten solchen Reiz besser gewappnet zu sein. Das kann er erst in Ruhe, bei der Erholung tun. Durch die Erholung nach der Belastung wird er also „besser“ – Trainieren ist nichts anderes als diesen Mechanismus gezielt zu betätigen.
Sustine et abstine (7) – der Mensch (2)
Tipps für Sporttreibende ohne Ambitionen
Das Netz ist voll von Trainingstipps – hier wirst du schneller, da gibt es mehr Muskeln! Oder klicke hier, dann hast du bald ein Sixpack! Nein, davon handelt dieser Text nicht. Er präsentiert lediglich Tricks und Tipps, um den inneren Schweinehund zu überwinden.
Früher trieb ich ambitioniert Sport (–> Der Überlebende – die Geschichte einer Passion). Damals brauchte ich keine Tricks: Trainieren gehörte einfach zu meinem Leben wie essen oder schlafen. Seit ein paar Jahren ist dies anders. Sport und Bewegung sind ein Selbstzweck geworden. Aber eben, seit ich nicht mehr leistungsorientiert Sport treibe, ist der innere Schweinehund auch bei mir eingezogen (–>> Der Mensch ändert sich). Um ihn in Schach zu halten, haben sich ein paar Grundsätze bewährt:
1. Die Zwei-Tage-Regel: Nach zwei Tagen ohne Sport wird am dritten zwingend eine Bewegungseinheit absolviert.
2. Die Drei-Einheiten-Regel: Es gibt nie eine Woche mit nicht mindestens drei sportlichen Einheiten (auch wenn es Sonntag 22 Uhr ist und die dritte noch fehlt, wird sie gemacht).
3. Eine Einheit dauert mindestens 40 Minuten.
4. Jede Einheit wird in der Agenda notiert (sonst überlistet man sich selber bezogen auf 1. und 2.).
5. Ab 35: Zweimal in der Woche gibt es vor oder nach einer Einheit 10 Minuten Kraftübungen mit Eigengewicht (erspart einem Rückenschmerzen und den viel zeitaufwendigeren Gang ins schweissluftgeschwängerte Fitnesscenter).
6. Handy ist nur bei langen Einheiten oder in gefährlichem Gelände dabei. So schafft man sich so gleich auch mentale Inseln, die einem stärken und inspirieren (–>> Selbstreferenzialität oder einfach ein bisschen Nachsport-Blödsinn?).
7. Kaufe schöne und funktionale Sportkleidung und staune, wie gerne du nun draussen unterwegs bist.
8. GPS-Uhr, ja oder nein? Eine schwierige Frage, der ich besser einen eigenen Artikel widmen werde, denn sie kann sehr motivieren aber auch zu Fixiertheit und Verletzungen führen. Abwechslung und Masshalten könnten ein Ansatz sein?
9. Harter Tag gehabt? Dennoch am morgen eine Einheit vorgehabt? Sofort gehen, ja nicht auf das Sofa sitzen…
10. Fixe „Hausrunden“ ab der Haustüre für 40, 50, 60 und 80 Minuten Joggen/Walken und/oder 1:15h, 1:30h, 1:45h und 2h für Velo haben, so dass du nur noch überlegen musst, wie lange du unterwegs sein willst und nicht noch daran denken musst, wohin es gehen könnte.
11. Kleider schon am Morgen für den Feierabend bereit halten und auch sonst ein einfaches System im Schrank haben: Auch hier, wie bei 10., alles minimieren, was mental anstrengt, so dass du findest, heute sei die Hürde zu gross bis du bereit bist.
12. Schwere Beine? Traue dem Endorphin, die werden in Bewegung schnell besser, „gehen auf“, wie wir früher sagten, wo wir in Trainingslagern täglich mit schweren Beinen viele Stunden im Sattel waren. Nur Muskelkater ist ein Grund, zu pausieren. Lerne den von nur „müden Beinen“ zu unterscheiden.
13. Wetter ignorieren – so bald man mal draussen und aufgewärmt ist, ist es gerade bei Wind und Wetter besonders befriedigend, unterwegs zu sein (einzige Ausnahme: Rennvelo, da zu exponiert = Erkältungsgefahr).
14. Fit sein als Selbstzweck: Glaube mir, es macht viel mehr Spass, wenn du mal fitter bist (ich rede nicht von Topform) – es ist ein Selbstläufer: Fitter bewegst du dich einfach lieber und machst es dann auch einfach so. Somit gilt, dass der Anfang das Schwierigste ist, dafür merkst du da die Fortschritte am Besten, was doch auch motiviert?
15. Vernünftige Gewichtskontrolle: Nein, es gilt nicht, stur und überambitioniert täglich auf die Waage zu stehen (du merkst das ja auch, wenn die Hosen enger erden). Dennoch solltest du ab und zu auf eine Waage stehen und einen Alarmwert definieren (kann natürlich auch eine bestimmte Hose sein, die bei Alarmwert nicht mehr zugeht). Ist er erreicht, isst du etwas bewusster und bewegst dich mehr. Auch das motiviert sehr.
16. Suche wen, der oder die grad ein bisschen fitter ist als du selbst und orientiere dich daran. Auch die andere Person wird mehr trainieren, wenn sie merkt, dass du plötzlich gleich schnell bist, was eine sehr motivierende Dynamik auslöst.
17. Sich angewöhnen, immer mit Tempo bis ü b e r Kuppen zu ziehen (gilt wandernd, rennend oder auf dem Velo).
18. Belohne dich! Lege schon etwas Feines zum Essen vor einem langen Training bereit oder plane lange Einheiten so, dass du bei einem schönen Café mit feinem Gebäck und Terrasse aufhören kannst (dann kannst du auch noch etwas in den neuen Sportkleidern (siehe 7.) rumgockeln) und den Bus heim nimmst, so dass du da Schlemmen kannst. Plane im Winter ein heisses Bad nach dem Training ein. Nütze die Kenntnis, dass alles Essen besser schmeckt nach einem langen Training, dass Getränke (schon nur kühles Hahnenwasser) im Sommer so viel besser schmecken nach einer schweisstreibenden Runde.
Last but not least sei nachsichtig mit dir – du willst nicht nach Olympia, also ist es auch mal egal, wenn du die Regeln brichst, es sind nur Richtlinien, es reicht, wenn du sie generell im Auge hast und nach einer laschen Phase dich wieder mehr daran orientierst. Aber es gilt halt schon, dass nur Wiederholung zu Gewohnheit und schliesslich zum Automatismus führt, so dass der innere Schweinehund nur noch selten zu Besuch kommen wird.