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Grundlagen und Verortungen (Teil 2)

Nachdem der vorausgehende Teil der Serie geisteswissenchaftliche Grundlagen präsentierte, sollen in diesem Beitrag ergänzend ausgewählte naturwissenschaftliche Grundlagen zusammengetragen werden. Dies wiederum in nicht abschliessender und eklizistischer Form, es gelten dieselben einleitenden Worte wie im ersten Teil.

Aus den Naturwissenschaften fliessen vor allem folgende Erkenntnisse und Konzepte in die weiteren Ausführungen ein:

  • Astrophysik, Kosmologie, Kosmogonie u.ä.
    Von den Beobachtungen und Erkenntnissen aus der Astrophysik, Kosmologie, Kosmogonie und verwandten Wissenschaften wird mitgenommen, wie unglaublich gross das Universum ist (z.B. nur schon zum Mond sind es 384 400 km, zur Sonne 150 Mio. km (das Licht braucht dafür 8,33 Minuten bei 300 000 km/s), die Distanzen zu anderen Sternen und Galaxien sind unfassbar gross, so braucht das Licht schon nur bis zur nächsten Galaxie rund 200 000 Jahre). Wir Menschen bewegen uns da auf einer ganz anderen Skala, sind in kosmischen Dimensionen völlig unbedeutend und winzig klein. Dies betrifft ebenfalls die Zeit (das Universum ist nach den neusten Erkenntnissen 14 Milliarden Jahr alt). Wenn man sich über Jahre mit dem in den letzten Jahren stark angewachsenen Wissen zur Ausgestaltung und dem Entstehen des Universums befasst, gewöhnt man sich an diese riesigen Zahlen, doch fassbarer werden sie nie wirklich.
    Was wir heute auch wissen, ist, dass sehr viel zusammengespielt haben muss, damit das Leben auf der Erde in der Form, wie wir sie heute vorfinden, entstehen konnte. Die Erde ist ein ganz besonderer Ort im Universum und wir haben nur ihn: Eine bemannte Raumfahrt zu anderen Sternen erscheint aufgrund der immensen Distanzen als unrealistisch. Aber auch die Erde ist nur ein vorläufiges und unsicheres Zuhause. Auf die lange Dauer – zum Glück geht das aber für unsere Massstäbe noch unendlich lange – wird auch sie nicht mehr bewohnbar sein (spätestens dann, wenn die Sonne in ca. 5 Mrd. Jahren zu einem roten Riesen wird und ihre Grösse sich bis zur Marsbahn ausdehnt). Die beiden Erkenntnisse zusammen ergeben, dass wir erstens in einem gegenüber uns Menschen abweisenden, metaphorisch gesprochen „kalten“, mechanisch-seelenlosen Universum leben und nur die Erde als Zuhause haben. Niemand und nichts ist da, das uns behütet, beschützt, Sinn von aussen gibt oder erlösen kann – das müssen wir schon alles selber tun! Zweitens können und sollten wir (dankbar) staunen, dass wir als bewusste Lebewesen entstanden sind und an all dem Teilhaben können (siehe dazu auch Schwierigkeiten der Ontologie – das Drei-Ebenenproblem). Drittens folgen aus dem Erkennen der Einzigartigkeit unseres Platzes im lebensfeindlichen Universum, dass wir Sorge zu unserem Raumschiff Erde tragen sollten, wir haben nur dieses.
  • Evolutionstheorie, insbes. Evolution des Gehirns, Systemtheoretisches Hirnmodell, Neurowissenschaften
    Aus der Evolutionstheorie nehmen wir erstens mit, dass wir nicht die Krönung der Schöpfung sind, sondern lediglich ein „besonderes Tier“ in einer ganz grossen Familie von Lebewesen. Wir entstanden wie alle aktuellen Versionen der Lebewesen durch Mutation und Selektion. Wie bei allen Lebewesen geht davon eine doppelte Tragik aus, nämlich die, dass wir einerseits einem nicht zielgerichteten Evolutionsgeschehen unterworfen sind und andererseits dem Individuum eine undankbare Rolle zukommt: Es ist der Erbinformationsträger und es muss von daher beschränkte Zeit leben und dann vergehen, damit die Evolutionsmechanismen arbeiten können. Darauf stützt sich der Prozess der Evolution ab. Dass wir dies bewusst wahrnehmen können, gehört zur conditio humana und wird in der Serie zu reflektieren sein.Unsere „Zugehörigkeit zum Tierreich“ hat zweitens ethische Konsequenzen: Wir werden sehen, dass wir bei ethischen Überlegungen auch die Natur einbeziehen müssen: Wir sind nicht nur Teil ebendieser, sondern geradezu mit ihr verwoben, gar von ihr abhängig. So werden wir uns auch mit ökologischen Überlegungen befassen müssen und uns gut überlegen, wie wir unsere Mitwelt behandeln wollen.Drittens geht aus unserem entwicklungsgeschichtlichen Stammbaum hervor, dass wir viele Elemente mit früheren Lebensformen teilen – die Evolution behält bei, was sich bewährt. So sind wir auch gewissen Rythmen unterworfen, was es bei den konkreten Fragen nach einem guten Leben zu beachten gilt: Spannung und Entspannung sowie Ruhe und Anstrengung werden in einem sinnvollen Mass zu gestalten sein, um nicht gegen unsere „Natur“ zu leben.Ein weiterer Zeuge unserer evolutionären Wurzeln ist unser Gehirn, das in vier Schichten aufgebaut ist. Diese Schichten widerspiegelen die evolutionären Stufen (im Volksmund wird der älteste Teil, das Stammhirn auch als „Reptilienhirn“ oder einer der mittleren als „Säugetiergehirn“ bezeichnet, was wissenschaftliche Basis hat). Dass uns vor allem das Stammhirn, ein evolutionär sehr altes Ding, bei unseren hehren Vorsätzen uns regelmässig einen Strich durch die Rechnung macht, wird ebenfalls ein Thema sein müssen, denn es ist nicht selten dieser uralte Teil des Hirns, in dem das Belohnungszentrum sitzt, der einem emotional übersteuert, Süchte auslöst (Stichwort Dopamin) oder uns ständig zu Vergleichen anregt sowie uns blindlings wütend werden lässt – das moderne Grosshirn, dort wo Sprache und Denken sitzen, einfach übersteuert. Die Verbindungen von alten zu neuen Teilen sind viel schneller und leistungsfähiger als umgekehrt, das hat jeder Mensch schon erlebt, der in einer Bedrohungslage quasi ferngesteuert entweder kämpft, sich tot stellt oder flieht. Die genau Kenntnis, der sorgfältige und bewusste Umgang mit diesen Mechanismen in unserem Kopf, werden in der Serie noch vertiefter behandelt werden. An anderer Stelle im Blog wurde spielerisch bereits darauf hingewiesen (siehe Warum ist Beschränken des Auslebens der Lüste oder Askese eigentlich gar kein Verzicht? und Kleine Freuden des Alltags).

    Aus den Erkenntnissen der Neurowissenschaften nehmen wir des Weiteren mit, dass das Bewusstsein sehr wahrscheinlich eine emergente Eigenschaft der qualitativen und quantitativen neuronalen Verknüpfungen (schichtartiges Netzwerk) ist (ganz sicher ist man sich da noch nicht, doch als Arbeitshypothese nehmen wir die im Moment solideste Hypothese mit in unserer Diskussion). Auch hier sind die Konsequenzen, mit denen wir uns befassen werden, eher tragischer Natur: Weder eine unsterbliche Seele noch eine Weiterführung irgendeiner dubiosen „Lebensenergie“ scheinen plausibel zu sein. Was das für unsere Lebensführung und der Wahrnehmung und Konzentration auf das Hier und Jetzt für Konsequenzen haben wird, wird zu erörtern sein.
    Auch wie wir lernen und was dabei die Übung und das Sich-Beschränken für eine Rolle spielen werden, hängt sehr stark vom Aufbau und der Funktionsweise des Gehirns ab und wird in der Serie näher zu betrachten sein.

  • Standardmodell der Teilchenphysik, Quantenphysik, Multiversentheorie, Stringtheorie u.ä.
    Obwohl diese Themen zu den Lieblingtshemen des Autors gehören, würde es den Rahmen dieses einleitenden Textes sprengen, hier inhaltlich in die Tiefe zu gehen. Dennoch sollen sie hier der Vollständigkeit halber Erwähnung finden. Dies, da wir  in Fragen der Ontologie (Seinslehre) zwingend auf diese Modelle zurückgreifen werden, denn es ist schlicht das Beste, was uns zur Zeit zur Verfügung steht: So ist das Standardmodell der Teilchenphysik empirisch sehr gut getestet (Grob gesagt: Fermionen (Quarks+Leptonen in drei Generationen) bauen die Materie auf; Bosonen übertragen die Kräfte (inkl. dem sagenumworbenen Higgs-Teilchen)).
    Die Effekte der Quantenphysik sind nicht nur mehrfach empirisch geprüft, sondern z.B. in der Computerwelt oder für Verschlüsselungen auch bereits in praktischer Anwendung. Bei weiteren Theorien, wie der Stringtheorie oder der Multiversenvorstellung ist hingegen interessierte Vorsicht geboten: Sie entziehen sich prinzipiell der empirischen Überprüfung (die Stringtheorie bezieht sich auf eine so kleine Ebene, die wir prinzipiell nie „beobachten“ werden können; die Multiversentheorie wird wohl auch nie empirisch überprüfbar werden, da sie Aussagen zum ausserhalb des uns zugänglichen Raum-Zeit-Gebildes macht, wir sind aber prinzipiell an dieses gebunden). Dennoch sind diese und ähnliche Überlegungen und Modelle beizuziehen, wenn wir uns fragen, was die eigentliche Essenz der Welt und damit unseres Daseins ist, denn dafür geben sie inspirierende Hinweise.
    Was wir im Übrigen speziell durch die Quantenphysik kennenlernen, sind die Grenzen unserer Vorstellungskraft: So können etwa Tunneleffekte, Quantenverschränkungen zur Kenntnis genommen, jedoch nicht wirklich begriffen werden, da sie ausserhalb der uns intuitiv stimmig scheinenden Realität zu sein scheinen. So wird auch von „Spukeffekten“ gesprochen. Ausserdem ist es für uns ungewohnt, dass die Grundlage allen Seins probabilistischer und nicht klar deterministischer Art zu sein scheinen.
    Das Standardmodell der Teilchenphysik zeigt uns auch auf, dass uns klare Grenzen des Wissens gesetzt sind, denn es ist noch nicht vollständig (z.B. Rätsel dunkle Materie) und erlaubt nach wie vor keine Integration aller vier Fundamentalkräfte im Universum (Elektromagnetismus, Schwache Kraft, Starke Kraft und Gravitation).

Schlussfolgerungen
Wie bereits an andere Stelle erörtert (siehe dazu Schwierigkeiten der Ontologie – das Drei-Ebenenproblem), sind es gerade die neuen und neusten naturwissenschaftlichen Erkenntnisse, die nicht zu einem kohärenten, lückenlosen Weltbild führen. Erstens sind die Erkenntnisse aus der Makroebene noch nicht wirklich mit denen auf der Meso- und Mikroebene verbunden. Zweitens sind viele der Erkenntnisse aus der Mikroebene, man denke an die Quantenphysik, für uns kaum nachvollziehbar und geben neue Rätsel vor. Drittens machen auch die modernsten naturwissenschaftlichen Untersuchungen nur Aussagen über einen kleinen Teil der Welt. Ein Grossteil – denken wir z.B. an die ominöse, postulierte dunkle Materie (wechselwirkt nicht mit der Gravitation), die vermutet 72% der Materie im Universum ausmacht – ist nach wie vor mit den uns zur Verfügung stehenden Instrumenten unortbar.
Neben der prinzipiellen Vorläufigkeit jeden Wissens, ist es auch diese Begrenztheit, mit der wir als Mensch umgehen können müssen. Denn gerade das Akzeptieren dieser Tatsachen muss nicht zur Aufgabe der Suche nach einem sinnstiftenden und sinnhaften Leben – und damit zum Fatalismus – werden, denn, wie der Text zum Drei -Ebenen-Problem aufzeigt, sind nicht alle Erkenntnisse für die Alltags- oder Lebenswelt sowie das ethisch und moralische Handeln gleich relevant (siehe dazu letzter Abschnitt von Schwierigkeiten der Ontologie – das Drei-Ebenenproblem).

Gerade in unserer konkreten Lebens- und Alltagswelt spielt neben dem wissenschaftlichen Wissen das Erfahrungswissen (kollektiver und individueller Art) eine ganz wichtige Rolle. Hiervon handelt der letzte Teil der Grundlagen und Verortungen.

Sustine et abstine (3)

 

 

Auftakt einer Serie

Vom Menschsein als gestaltenden Prozess in einer von Ambivalenzen geprägten Zeit

Diese Serie trägt wichtige Elemente und Grundpfeiler eines Weltverständnisses zusammen. Dies als Grundlage für Überlegungen, wie eine gelingende Lebensführung aussehen könnte.

Vorschau – was alles eine Rolle spielen wird:

Astrophysik

Ethik

Evolutionstheorie

Geschichte

Grenzen der Erkenntnis

Hirnmodell

Kosmogonie

Kosmologie

Literatur

Multiversentheorie

etwas Mystik

etwas Mythologie

viel Neugierde

Nichtwissen

Ontologie

Philosophie

Quantenphysik

Religionsgeschichte

Staunen

Stringtheorie

Standardmodell (Teilchenzoo)

Wissenschaftstheorie, – soziologie und -kritik

Zweifel und kritisches Denken

 

Genug Zeit für Musse und Muse

Hier weiter zu Teil zwei.

Sustine et abstine (1)

 

 

Schwierigkeiten der Ontologie – das Drei-Ebenenproblem

Befasst man sich mit der Beschaffenheit der Dinge, gelangt man immer wieder zum Problem, das ich das „Drei-Ebenenproblem“ nennen möchte.

Beschreibt man Phänomene, Prozesse sowie die Beschaffenheit der Welt an sich, merkt man schnell mal, dass es stark von der Ebene, auf die man sich bezieht, abhängt, was sinnvoll ist. Analoges wird man konstatieren, wenn man sich überlegt wie man handeln könnte oder sollte. Sinnvollerweise kann man drei Ebenen unterscheiden. Diese können in etwa so umrissen werden:

  1. Makroebene –> Sonnensystem, interstellare Dimension, Galaxie, Galaxienhaufen, Kosmos/ Universum, Multiversum (?) — Distanzen von Millionen von Kilometern (z.B. Erde-Sonne = 150 Mio. km (entspricht einer astronomischen Einheit)) bis hin zu Millionen und Milliarden von Lichtjahren — Zeitdimensionen „kosmischer Art“ (Millionen und Milliarden von Jahren)
  1. Mesoebene –> Erde, Biosphären, sämtliche Lebewesen aller Grössendimensionen — Tausende von Kilometern bis zur Ebene der Moleküle — Millionen Jahre bis zu Sekundenbruchteilen — Welt der Newtonschen-Physik
  1. Mikroebene –> Welt der Atome, subatomaren Teilchen (Quarks) etc.; quantenmechanische Ebene bis hin zu den physikalisch allerkleinsten Längen und Zeiten, bei denen das Konzept der Kausalität Sinn macht („Plankwelt“)

Die Vorgänge in resp. die Beschreibungskonzepte der einen Ebene haben für unseren Geist zur Zeit wenig mit denen der anderen Ebenen zu tun. Dies muss man sich immer bewusst sein, sonst gibt es ein verwirrendes Durcheinander in Beschreibung und Verständnis. Insbesondere das, was wir bisher von der Mikroebene wissen (oder zu wissen glauben), gehorcht einer anderen Logik (Quantenphysik, Rolle des Zufalls etc.) als wie wir die Vorgänge in den beiden anderen Ebenen verstehen und erklären. Jedenfalls fehlen uns noch vereinende Konzepte und es ist einfacher zu versuchen, die Dinge bewusst getrennt zu analysieren (natürlich im Wissen, dass dies eine pragmatische Trennung zwecks einfacherem Verstehen und Erklären ist und die Dinge in der realen Welt verbunden sind).

Auch die Rolle, die wir als bewusst handelnde Wesen uns geben können, unterscheidet sich je nach Bezugsebene:

  1. Makroebene –> staunen, sich glücklich schätzen als sich selbst wahrnehmendes Wesen den Kosmos immer besser verstehen zu können und Teil davon zu sein. Akzeptieren, dass auf so grossen Zeit– und Raumdimensionen wir völlig bedeutungslos sind (und sie sind rational kaum fassbar, man gewöhnt sich an die Zahlen, ohne eigentlich zu durchdringen, wie unfassbar gross (schon nur unsere Nachbargalaxie Andromeda ist unglaubliche 2.5 Mio. Lichtjahre entfernt) und alt das Universum ist). So haben wir keinerlei Einfluss auf die Abläufe dieses menschlich gesehen „kalten“, leeren, extrem grossen und alten und moral-losen Universums. Es gilt, das einzugestehen, unseren Platz gelassen zu akzeptieren, ohne deswegen fatalistisch zu werden für die Mesoebene (ja, die Sonne wird sich ausdehnen, ihre Hüllen abwerfen und alles Leben auf der Erde zerstören- doch das ist erst in mehreren Milliarden von Jahren der Fall, was auf unserer Zeitskala als Menschen eine Ewigkeit und daher für uns vorläufig noch lange Zeit völlig unrelevant ist). Und, das Universum ist ein unwirtlicher Ort, unsere Erde eine geradezu paradiesische Insel in lebensfeindlicher Umgebung – müssen wir nicht gerade vor dem Hintergrund dieses Wissen aus der Makrosphäre, die Mesosphäre um so mehr schätzen? Mit jedem mehr an Kenntnis über das Universum wurde die Besonderheit unserer Lebenswelt bewusster ins Licht gerückt.
  2. Mesoebene –> hier gilt es genau zu verstehen, damit wir als Menschheit handeln können, denn nur hier können wir genau beschreiben, verstehen, erklären. Und nur hier können wir umfassend, gar empatisch, handeln. Wo sonst haben wir einerseits Einfluss und echten Handlungsspielraum? Und wo andererseits sehen wir als empathische Wesen Leiden, das wir minimieren können und sollen? Auch wenn das aus Sicht 1. und 3. absurd erscheinen mag: Aktives Gestalten und Teilnahme an der Mit- und Umwelt begründet sich aus dieser Ebene selber (dazu dann andere Texte).
  3. Mikroebene –> hier schulden wir es unserer Neugierde, das Wissen voranzutreiben: Was hält die Welt im Innersten zusammen? Hier liegt auch ein Schlüssel zum Verständnis der Prozesse der Makroebene, denn die Vorgänge der Mikrowelt sind die Ursache vieler Phänomene in der Makrowelt (man denke nur schon an die Entstehung des Universums). Somit gilt hier ähnliches wie da: Neugieriges Staunen, Dankbarkeit für Teilhabe. Aber hier können wir nicht alles verstehen und es ist ein Fehler, das zu wollen, da die Welt im Innersten sehr wahrscheinlich nicht so aufgebaut ist, dass ein Wesen, das einen in der Mesowelt geformten Wahrnehmungs- und Denkapparat hat, es wirklich verstehen und erklären kann (Superposition und Verschränkung stehen in Widerspruch mit der menschlichen Intuition: Gott würfelt doch!). Dennoch bereichert uns die Erweiterung der Erkenntnisse und zeigt, wie auch Ebene 1, dass wir als Wesen der Mesowelt, nicht der Nabel des ganzen Universums sind. Pragmatiker könnten noch anführen, dass wir durch den Wissenszuwachs in der Mirkowelt auch den einen oder anderen Nutzen für die Mesowelt ziehen – für mich nicht primär wichtig, denn all zu oft werden wir die Geister, die wir riefen, dann nicht mehr los. Im kleinen schlummern teils immense Kräfte, denken wir nur an die Atomspaltung. Das ist aber ein Thema für einen eigenen Text.

 

Fazit:

Ich finde, dass es eine der grossen kognitiven Leistungen ist, wenn man sich der drei Ebenen bewusst ist und akzeptiert, dass es im Moment (noch) keine belastbare Theorie gibt (Stringtheorie empirisch noch nicht überprüfbar), die erlaubt, sie als Einheit zu behandeln. 

Das ist aus der Perspektive des handelnden Subjektes auch nicht nötig, denn das Befassen mit jeder Ebene macht an und für sich Freude und bereichert das Leben. Und Handeln können und sollen wir eh primär in unserer Lebenswelt und nicht unsere Energie in überhöhte Träume stecken, die unrealistisch sind oder deren Realisation gar unvorhergesehene, unkontrollierbare negative Effekte haben kann.