Alle Beiträge von Amordasini

Eigentlich bin ich Ethnologe mit vertieften Kenntnissen der Philosophie und Ökologie. Den akademischen Betrieb habe ich nach vielen Jahren verlassen und verdiene meine Brötchen nun indem ich Züge durch nahezu die ganze Schweiz führe. Dennoch bin ich dem Wissen und der Neugierde treu geblieben. So interessiere ich mich weiterhin intensiv für die Fortschitte und das Wissen aus allen möglichen Gebieten der Wissenschaften, der Philosophie aber auch für Fragen der guten Lebensführung.

Die Zeiten ändern sich

Früher
Hans Guck-in-die-Luft

Heute
Luana Blickt-ins-Smartphone

 

Die Zeiten ändern sich

Früher
Uff, bald gehen mir die Zwänzgis aus, es wird gleich aufhängen
– und weg war sie, die Liebste!

Heute
Sorry, ich falle nun wohl raus, Akku leer
– und weg ist er, der Liebste!

 

P.S.:
Wer erinnert sich noch an den Trick, bevor einem das Münz ausging (oder etwas später: die Taxcard leer war), sich in der Telefonzelle anrufen zu lassen?

P.P.S.:
Was für ein Lebensgefühl das war!
Sich bei Regen runter von der Alphütte ins Dorf zu bemühen, dabei fast zu rennen, da man es kaum erwarten konnte, nach Tagen oben endlich die Stimme der Liebsten zu hören. Und dann stand man da in dem angelaufenen Glashäuschen, die Regentropfen prasselten aufs Blechdach, in der Leitung knarrte es… und wie so oft nach kurzer Zeit schon den Druck einer wartenden Person im Nacken, die immer wieder auf die Uhr zeigte…  heute suchen wir höchstens im klimatisierten Zugwagon noch die Steckdose!

Die Zeiten ändern sich

Dachten früher Menschen an Hexen beim Anblick eines kleinen Häuschens im Wald…

… wird einigen Zeitgenossen heute eher bei einem solchen Häuschen mulmig:

 

 

Die Zeiten ändern sich

Hegel zeigte auf, dass der Meister mindestens genau so abhängig vom Diener ist wie umgekehrt – heute fragt sich, wer hier wen an der Leine führt?Handy an der Leine.jpeg

Die Zeiten ändern sich

Beobachten wir gerade eine Epoche machende Zäsur und bei B.C. wird die Menschheit in Zukunft zuerst an before Corona anstatt an before Christ denken?

Grosse Tunnelrettungsübung (Fotobericht)

BELLAWERDE 20 – Brand am Zug im Eppenbergtunnel

Mit dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2020 wird bei Schönenwerd der wohl grösste Flaschenhals des Schweizerischen Bahnnetzes behoben: Ab dann stehen zwischen Olten und Aarau vier – anstatt wie bisher nur zwei – Gleise zur Verfügung. Möglich macht dies der Bau des 3.1 Kilometer langen Eppenbergtunnels.
Titel
Bevor die ersten kommerziellen Züge durch den Tunnel fahren, fand am 23.09 eine gross angelegte Tunnelrettungsübung statt.

Im Rahmen meiner Tätigkeit bei SBB Care konnte ich an dieser grossen Übung teilnehmen und am eigenen Leib erfahren, was es heissen würde, wenn ein voll besetzter, doppelstöckiger Intercityzug in einem Tunnel in Brand geraten würde.

Hier einige Bildimpressionen der gross angelegten Übung:

 

 

Viele Beteiligte
Briefing der „Passagiere“ vor dem Besteigen des Zuges

 

Lebensechte_Figuranten
Lebensecht präparierte „Verletzte“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zeiten ändern sich

Sind wir nicht alle langsam aber sicher pandemüde?

Notflixe! Flucht und Ablenkung garantiert…

Netflix.jpeg

Die Zeiten ändern sich

Früher beim „Studium“ des Playboys:
Fantasien, was wir dann in real machen werden.
Wie wird es sein, dies und das zu berühren?
Wie wird es riechen, agieren und reagieren, dieses mysteriöse Gegenüber in Fleisch und Blut?
… schlicht unglaublich wird es sein, oh yeah!

Die heute heranwachsende Generation macht es anders:
Realität dient zum Nachstellen der Szenen im Kopf.
Och, wie langweilig: Alles schon gesehen.
Und das Gegenüber macht ja gar nicht das, was ich will!
Viel zu real, wie man schwitzt, riecht und so.
Insgesamt eher mühsam, zu anstrengend.
… Tubesites dagegen yeah!

Ob das eine oder andere besser ist, das bleibe hier mal jedem selber überlassen – erste Gedankenanstösse gab es bereits an anderer Stelle im Blog und das Thema wird später in der Serie sustine et abstine vertieft analysiert.

Wer mehr Anregungen und Hintergrundwissen zum Thema möchte, dem sei der Ted Talk the great porn experiment von Gary Wilson auf youtube empfohlen.

Dass die Gefahren der Internetpornographie grösser sein dürften, als viele vermuten, darauf deuten die über 13 Millionen Views des Talks hin…

 

 

Corona – ein Panoptikum unserer Zeit

Corona – Dystopie wird wahr
Corona – diffuse Ängste nicht rar
Corona – nichts mehr, wie es war
Corona – unsere Schwächen offenbar

Virus setzt dem Staat die Krone auf
Virus gibt Experten Zepter in die Hand
Virus bedeutet des Neoliberalismus′ Untergang
Virus und Normalität wäre plötzlich Luxus

Güterabwägungen allenthalben
Ethische Fragen und Triagen
Krise bis hin zu den Frisuren
An der Börse nur noch Misèren

Tempo und Dichtestress weit weg
Mehr Ruhe und Achtsamkeit
sowie Übungen in Gelassenheit
En vogue plötzlich die Bescheidenheit?

Homeoffice, Homeschooling
Streaming und Internet-Konferenz
Bildschirmzeit schwillt an
Der Datensammler Kassen klingeln

Zu Hause sitzt man zuhauf
Papi nun auch mal daheim
und neu nun er plötzlich weiss,
was Mamisein tatsächlich heisst!

Pflege, Verkauf oder Transport
Wenige wirklich systemrelevant
All denen im Medizinsystem
Hochachtung und grösster Dank!

Grenzen der Globalisierung nun erkannt?
Sollen sie weiter so migrieren –
die Waren, Menschen und Tiere?
Nicht doch besser zurück zum Lokalen?

Und weiter so die Welt konsumieren?
Nein ertönt zu Statusgebluff à la Vielflieger
Zwang und Chance zur Neuorientierung:
Zerbrochen pseudo Wertsysteme

Virus und der Wachstumswahn entzwei?
Virus und Solidarität wird zu mehr als Modewort
Virus vernebelt den Klimaschutz
Virus und temporär, ne Luftreinheit wie am Meer

Corona – sind wir echt für Veränderungen bereit?
Corona – oh je: Nationalismus offenbar nicht passé?
Corona – endet es mal wieder nur im grossen Streit?
Corona – ob das Gute bleibt? Geschichte lehrt: Bloss vielleicht!

 

 

 

 

Corona-Schweiz: Ein Fotobeitrag

Während die Mehrheit zu Hause bleibt, fahren wir Eisenbahnerinnen und Eisenbahner weiter – auch wenn gar die sonst vollen ICs zu Geisterzügen werden.

Manchmal sagen Bilder mehr als 1000 Worte…

 

Geisterbahnhöfe überall, hier das Beispiel Zürich am frühen Samstagabend:

Gar in den sonst arg ausgelasteten ICs fast ein Wagen pro Passagier. Die Züge fahren entlang von leeren Perrons ein:

In den Personalrestaurants wird Social Distancing gross geschrieben:

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Die Kantinen der SBB haben zwar noch offen. Alle sitzen jedoch an ihrem eigenen Tischchen, umgeben von leeren, abgesperrten Tischen – jedem seine Tischinsel und die damit überzähligen Stühle scheinen auf bessere Zeiten zu warten.

Die Flughäfen präsentieren sich auch zu den Hauptverkehrszeiten wie in dystopischen Filmen – hier das Beispiel des Flughafens Genf am sonst sehr gut frequentierten frühen Sonntagabend:

 

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Hier wäre zur Zeit im Normalfall den Autos der rote Teppich ausgelegt – es wäre gerade Autosalon und auf diesem Teppich vielen Menschen schöne Wagen präsentiert.

Scheint, als ob nur noch die Eisenbahn die Stellung halten würde: