Wir Eisenbahner und Eisenbahnerinnen pflegen eine eigene Sprache. Hier Teil 3 von typischen Ausdrücken (für Teil 1 siehe hier):
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Verhungern
= wenn der Zug eine Stelle ohne Strom durchrollen muss und es gilt, nur mit Schwung (ohne Antrieb) es zu schaffen. Wenn in einem solchen Fall der Schwung knapp wird, ist man am Verhungern. - „D’Wöschhänki“

Keine Smileys – die Signale der Schutzstrecke = es gibt so genannte Schutzstrecken. Dies sind spannungslose Abschnitte. Damit werden die Einspeisebezirke der Fahrleitung getrennt. Diese sind mit besonderen Signalen gekennzeichnet. Diese Signale sind von Weitem sichtbar und folgen in kleinem Abstand, so dass es aussieht, als ob Wäsche in Fahrleitungsnähe aufgehängt wäre.
Unter einer Wöschhänki kann man im Übrigen verhungern (siehe oben). - Heizen
= Befehl, die 1000-Volt-Leitung von der Lok zu den Wagen einzuschalten. Diese offiziell Zugsammelschiene genannte Stromleitung gibt den Wagen Strom für die Batterieladung, Licht, Heizung, Kühlung, Türsteuerung, Küche etc. Wir nennen diese Leitung einfach „Heizung“, obwohl sie für viel mehr zuständig ist, als die Wagen zu heizen. - Tannenbaum
= bei gröberen Störungen am Fahrzeug leuchten gleichzeitig und schlagartig viele farbige Lämpchen im Führerstand auf – der Tannenbaum geht an!
Tannenbaum im Cisalpino - „Rösslispiel“
= in besonderen Notsituationen löst der Lokführer oder die Lokführerin auf verschiedene Weisen einen Alarm aus (Notruf über Funk, Warnen der anderen Züge mit spezieller Frontbeleuchtung u.Ä.). Der Notruf wird dabei umgehend vom Fahrdienst und allen Zügen in der Nähe empfangen. Dadurch wird ein bestimmter Ablauf ausgelöst, bei dem je nach Fall auch gleich die Blaulichtorganisationen, der Lösch- und Rettungszug etc. aufgeboten werden – eben, das Rösslispiel geht los! - Bombi

Blick aus dem Führerstand des „Bombi“ (RABEe 502) = der neue FV Doppelstöcker (RABe 502 von Bombardier), auch bekannt aus den Medien als „Wackelzug“
–> siehe dazu auch Hauptfoto zu diesem Beitrag: Ein Bombi im Winter am Zürichsee




