Tipps für Ausdauersport-Treibende mit Ambitionen (Teil 4)

Dies ist die Fortsetzung zu Tipps für Ausdauersport-Treibende mit Ambitionen (Teil 1) , Teil 2 und Teil 3 – im Teil 1 findet sich eine Einleitung, wie die Tipps zu verstehen sind.

Teil 4 der Tipps für Ausdauersportlerinnen und Ausdauersportler mit Ambitionen:

  • Die Zahlen lügen nie
    … ausser du gehörst zu den 1% Superbegabten, was sehr unwahrscheinlich ist, sonst musst auch du echt viel trainieren, sorry! Dokumentiere dies in einem Trainingstagebuch, deiner Agenda oder in einer Excell-Tabelle. Dies einerseits, damit es dich motiviert, einen gewissen Schnitt an Trainingsstunden zu leisten.

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    Wer erinnert sich noch an diese alten Messgeräte? Lange vor GPS und smarten Uhren.

    Du kannst dann z.B. immer Ende Woche und Monat zusammenzählen, wie es lief und den Schnitt auf das Jahr hochrechnen, um zu sehen, wie du insgesamt drin bist.
    Andererseits gibt dir dies Selbstvertrauen, denn eben, die Zahlen lügen wirklich nicht: Hast du eine bestimmte Anzahl Stunden oder km absolviert, bist du in immer etwa gleich fit.
    Schlussendlich funktionieren wir nicht alle gleich, du musst deine eigenen Erfahrungen machen: Lief es in einem Jahr gut, hilft dir das Trainingstagebuch, dieses Jahr zu kopieren. Halte an dem fest, was sich ganz persönlich für dich bewährte und schaue nicht zu viel auf die anderen.

  • Die zweitletzte Nacht vor dem Wettkampf zählt
    Bist du am Abend vor einem Wettkampf nervös? Bin ich auch immer, auch nach über 100 Wettkämpfen noch.
    Hält sich dies im Rahmen, ist es positiv, denn es gibt deinem Körper und Geist eine gewisse Spannung und Vorfreude, die sich dann im Wettkampf entladen kann und du so klar mehr herausholst, als in Trainings.
    Doch auch hier kann es wieder zu viel vom Guten sein: Bist du so nervös, dass du einen flauen Magen bekommst oder gar nicht mehr schlafen kannst, so empfehle ich dir die im Teil 3. der Tipps unter dem Punkt Mentales Training vorgestellten Techniken zu probieren und auch generell Meditation und Achtsamkeitsübungen in deinen Alltag einzubauen – das rückt die Dinge an den Platz, wohin sie gehören: Auch das Versagen an wichtigen Wettkämpfen ist kein Weltuntergang! Das Ganze sollte auch auf hohem Niveau spielerisch bleiben, alles kannst du eh nicht beeinflussen. Und oft sind es im Nachhinein ja gerade die Geschichten, die man sich im Freundeskreis immer wieder erzählt.
    Glaube einfach daran, dass du dich im Rahmen deiner Möglichkeiten gut vorbereitet hast und dann geht es auch gut und gegen Stürze, Platten oder plötzliches Knieweh ist niemand gefeit – dann kommst du einfach nächstes Jahr wieder…
    Kannst du vor einem wichtigen Wettkampf nicht schlafen, dann ist das nicht schlimm. Aus Erfahrung weiss ich, dass die vorletzte Nacht die entscheidende ist. Dieses Wissen beruhigte mich oftmals, als ich wusste, dass der Wecker vor einem Radmarathon schon um 4 Uhr klingelt, da wir einige Stunden vor dem Start unsere kalten Teigwaren aus dem Tupperware runterwürgen müssen, und wir so viel zu wenig schlafen. Hatte ich die Nacht davor gut geschlafen, hat das Adrenalin und die Endorphine mich immer hellwach durch die Wettkampftage getragen, auch wenn wir Marathons fuhren, die bis zu 5000 Höhenmeter hatten und ewig dauerten.
  • Es tut nicht weniger weh – du bist einfach schneller

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    Auch in Topform musst du  am Berg auf die Zähne beissen.

    Tja, ich muss dich enttäuschen: Auch wenn es bei sehr gut Trainierten so locker aussieht, strengen auch sie sich sehr an.
    Glaube mir, auch wenn du sehr gut trainiert bist, musst du an die Schmerzgrenze gehen. Du bist es vom vielen und harten Training zwar etwas besser gewohnt, du kannst dich dafür aber länger und härter pushen, was am Ende auf dasselbe rauskommt.
    Und, wenn du alles gibst, werden auch die ersten Tage nach dem Wettkampf immer noch richtig mühsam beim Gehen und Treppensteigen bleiben – auch wenn du im Rennen lockerer aussiehst als die Breitensportlerinnen, am Limit ist aber immer noch am Limit und daran führt kein Weg vorbei!

 

 

  • Sei kreativ
    Du musst nun viel trainieren, eigentlich immer und überall. Sei daher kreativ, nütze die Gelegenheiten: Der Arbeitsweg lässt sich leicht als Training nutzen. So auch Besuche bei Freunden oder Verwandten. Oder ein Familienausflug: Du fährst dann einfach mit dem Velo heim oder rennst einen Teil.
    Turnschuhe gehören nun eh immer in dein Gepäck. Gehst du an Tagungen, Messen oder sonst wie auf Dienstreise, so gibt es immer Gelegenheiten, schnell eine Runde zu rennen oder im Hotel auf dem Hometrainer oder dem Rudergerät eine Einheit zu absolvieren – nutze jede Gelegenheit und schreibe es in deine Trainingsstatistik. Du wirst sehen, mit ein bisschen Kreativität, hast du auch in Zeiten, wo du anderweitig eingespannt bist, schnell ein paar Trainingsstunden zusammen.
    Und die Bekannten gewöhnen sich daran, dass du nun halt bei allem und jedem in Sportklamotten auftauchst oder noch schnell Duschen musst, bevor auch du an den festlich gedeckten Tisch sitzen kannst. Dafür hast du dann immer schön Appetit!
  • Keep it simple – entrümple dein Leben
    Dies ist aus meiner Sicht der wichtigste Tipp von allen: Vereinfache dein Leben generell. Jeder Mensch hat nur eine endliche Fülle von Energie und Zeit. Du hast dich entschieden nun richtig zu trainieren. Das bedeutet aber auch, dass du dich gegen hundert andere Dinge entschieden hast (siehe dazu Das Freiheitsdilemma). Das ist anfangs hart, du kannst nicht mehr bei allem dabei sein und musst lernen, nein zu sagen.
    Auf die Dauer wird dies aber befreiend, denn ein Leben mit Konzentration auf das Wesentliche beschränkt die Optionen und mühsamen Entscheidfindungen: Du verpasst nun auch gerne etwas, da du vom Sport sehr viel bekommst.
    Bist du da mal richtig dabei, entwickelt sich eine Passion, die das Leben ungeahnt bereichert (siehe dazu Der Überlebende – die Geschichte einer Passion und Beschränken der Lüste oder Askese ohne Verzicht?) – probiere es aus, den Sportler-Lifestyle, und ich garantiere dir, dass es sich lohnt.
    Das funktioniert auch – wie bei mir seit einigen Jahren – ganz als Selbstzweck, ohne Wettkämpfe und nur mit moderater Leistungsorientierung 🙂
  • Dein Schrank muss voller Sportkleider sein

    Kleider
    Ausdauersportler brauchen einen grossen Kleiderschrank.

    Zum keep it simple gehört neben deiner allgemeinen Lebensführung mit Beschränkung auf das Wesentliche auch ein einfaches, niederschwelliges System, was deine Sportbekleidung und sonstige Sportausrüstung betrifft. Alles muss immer bereit sein, denn nichts soll dich in deinem Trainingseifer bremsen. All zu schnell übernimmt sonst der innere Schweinehund und du lässt eine geplante Einheit sausen, da ja als Ausrede grad gelegen kommt, dass z.B. alle Velohosen im Waschkorb liegen. Kauf dir daher viele Sportkleider: Du wirst viel waschen müssen und es sollte nicht an ausgehenden Kleidern liegen, dass du nicht loslegen kannst.
    Das gilt auch für anderes Sportmaterial. Z.B. müssen deine Velos immer gewartet und bereit sein. Kannst du etwas nicht selber flicken, bringe es sofort zum Mechaniker, denn nichts ist ärgerlicher, als wenn du bei Lust und Zeit nicht trainieren kannst, weil das Veo immer noch defekt ist. Und je länger du wartest, desto mehr inneren Widerstand hast du, es dann endlich mal zur Reparatur zu bringen. Fülle auch das Flickzeug für Platten immer sofort auf, so dass du dann nicht in der Pampa strandest, weil du es vergessen hast.

  •  Ein Geheimtipp für den Wettkampftag

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    Kistenweise verschlungen… Powerbar!

    Würge immer eine Stunde vor dem Start einen ganzen Powerbar runter – auch wenn du keinen Hunger hast.
    Erstens sind diese Art von Riegel leicht wasserlöslich und damit schnell verdaut. Das belastet den Magen, der bei mir immer die Achillesferse war, wenig – du startest leicht, mit gefühlt leerem Magen.
    Zweitens hast du trotz leichtem Gefühl im Magen einen Energievorsprung, denn die Stundenregel macht, dass die geballte Energie vom Powerbar just um die Startzeit verfügbar ist.
    Das hat, bei kurzen Rennen die Folge, dass du mit nur noch flüssiger Nahrung bis ins Ziel kommst und keine Risiken auf Magenschmerzen eingehst. Bei langen Rennen kannst du länger ohne zu essen fahren, was den Magen schont, der ja oft anfällig ist bei Marathondistanzen aller Art.

 

  • Geduld
    Last but not least muss ich zu Geduld ermahnen. Fängst du an, mehr zu trainieren, machst du wohl schnell mal einen grossen Sprung. Doch dann passiert länger nichts mehr. Und nach jedem Winter musst du z.B. als Radrennfahrer wieder mühsam in Form kommen – dir scheint, dass 95% der Trainings schon nur dazu dienen, wieder gleich gut zu werden, wie vor dem Saisonende.
    Oder du hast mitten im Jahr, trotz viel Umfang, plötzlich nicht mal mehr dieselben Werte in den Belastungstests wie noch im Frühling. Oder eine klitzekleine Erkältung und du bist um Wochen zurückgeworfen.
    Das alles ist normal: Die Form zu finden, ist kein linearer Prozess und der Körper keine Maschine.
    Ausserdem wird gegen oben die Luft immer dünner: Es braucht immer mehr, um schon nur das Niveau zu halten, noch zu steigern braucht dann einen immensen Effort. Das betrifft dann immer mehr neben dem Körper auch die Koordination und Technik. Auf hohem Niveau muss z.B. auch die Tiefenmuskulatur, die erst bei sehr viel Übung selbsttätig und dezentral gut zusammenarbeitet, spezifisch trainiert werden. Und auch die Bildung der Netzwerke im Gehirn, damit Bewegungen geschmeidiger und automatisierter werden, geschieht nicht von heute auf Morgen.
    Das alles geht nur durch Wiederholung, eben, üben, üben und nochmals üben! Vielerorts kann man lesen, dass es sage und schreibe 10 000 Stunden der Übung braucht, bis man in etwas wirklich ein Meister oder eine Könnerin ist – du siehst, es ist ein langer Weg, der sich aber lohnt zu gehen, denn schon der Weg ist ein Ziel – wie oben beim Lebensstil gezeigt.

–> Also los, fertig gelesen und raus – wenn nicht jetzt, wann ist dann die nächste Gelegenheit, weitere zwei Stunden den 10 000 näher zu kommen?

Tipps für Ausdauersport-Treibende mit Ambitionen (Teil 3)

Dies ist die Fortsetzung zu Tipps für Ausdauersport-Treibende mit Ambitionen (Teil 1) und Teil 2– im Teil 1 findet sich eine Einleitung, wie die Tipps zu verstehen sind.

Teil 3 der Tipps für Ausdauersportlerinnen und Ausdauersportler mit Ambitionen:

  • Mehr ist nicht immer mehr
    Bist du mal in Form, dann gilt es vorsichtig zu sein. Dies gilt in besonderem Masse für Läufer und Läuferinnen. Wie viele Male – wie gerade jetzt, als ich diese Zeilen schreibe – war ich in sehr guter Verfassung, aber zu einer Pause gezwungen, da ich übertrieben habe? Zahllos sind diese Fälle und jedes Mal ärgerte ich mich über mich selber!
    Schmerzen gehören zwar bei leistungsorientiertem Training dazu, doch der Grat, auf dem du nun wandelst, ist dünn: Du musst lernen, die Schmerzen richtig zu deuten und eine Risikoabschätzung aufgrund deiner Erfahrungen (oder professioneller Beratung) machen zu können: Ist z.B. dieses Stechen am Knie nur eine Überreizung, die bei Bewegung abklingt oder der Anfang einer Entzündung, die, falls ich weiter trainiere, mich dann zu einer mehrwöchigen Pause zwingen wird? Kann ich den müden Beinen noch einen Reiz zumuten, so dass sie sich noch mehr anpassen, oder riskiere ich eine Muskelverhärtung, die dann zu einer Zerrung oder gar zu einem Faserriss führen kann?
    Ich weiss, es ist schwierig – je besser du wirst, desto motivierter bist du, desto mehr möchtest du noch grad eine harte Einheit anhängen, nochmals versuchen, etwas schneller zu sein als gestern. Schnell ist es dann passiert und es war zuviel. Besser ist es, sich an gewisse Vorgaben, die Trainingsplanung und bewährte Rhythmisierung von Ruhe und Belastung zu halten, so z.B. immer harte Trainings vor langen zu machen oder die Ruhetage gezielt einzustreuen und auch einzuhalten (ich weiss, bei Sonnenschein und grad Zeit ist es schwierig, dann drinnen zu bleiben und die Beine hochzulagern).
    Ein arg geschwächter Körper kann auch prinzipiell keine Reize mehr verarbeiten und schnell wirst du schwächer, auch das kennen viele, das so genannte Übertraining.
    Schnellerwerden heisst ja, Reize verarbeiten und nach Erholung besser zu sein, als vor den Reizen – das gilt auch für Spitzensportler, auch bei diesen ist die Erholung zentral (Superkompensation).
    Aber ich weiss, das ist schöne Theorie – eben, gerade sticht es mich auch wieder am Knie – ich habe das zuerst ignoriert, weil ich gerade ein gutes Niveau als Läufer erreicht habe und das just noch etwas toppen wollte, was zu viel des Guten war! Wissen und Handeln – auch mit viel Erfahrung – ist oft eine Lücke dazwischen 😉
  •  Schlaf
    Du trainierst nun nahezu täglich. Das heisst, dein Körper muss fast ständig Reize verarbeiten und sich anpassen. Ausserdem muss er viele Abbauprodukte des Stoffwechsels loswerden sowie defekte Blutkörperchen, Muskelfasern oder feine Risse in den Knochen reparieren. Das alles geht nur bei genug Ruhe. Am besten hilft dabei viel Schlaf. Ein professioneller Trainer gab mir mal den Ratschlag, pro 10h Training in der Woche jeden Tag 1h mehr zu schlafen. Damit bin ich gut gefahren, oft holte ich den nötigen Zusatzschlaf am Mittag nach und noch heute, mit weniger Ambitionen, richte ich es so ein, dass ich nach den Longjoggs (2h+) in der Regel etwas auf der Couch rumliegen oder gar 45 Minuten schlafen kann und der Körper so schon mit der Regeneration ein gutes Stück vorankommt, sowie das so genannte Open Window* nach einem harten Training nicht zu einer Erkältung führt – in der Ruhe liegt die Kraft!
  • Mentales Training
    Nein, es geht nicht um Esoterik oder irgendwelche Zauberei, sondern um Autosuggestion und Visualisierung. Letzteres hilft vor allem bei Sportarten, wo es hektisch ist oder viel Technik verlangt ist. Gehe z.B. vor dem Start oder vor dem Einschlafen Schlüsselstellen einer Abfahrt als Bike- oder Querfahrer oder die Zielankunft als Radfahrer nochmals vor dem inneren Auge durch oder visualisiere als Triathletin die Wechsel am Abend – das gibt dir direkt mehr Ruhe, weil es meditativ ist und indirekt, da das Unterbewusstsein bestärkt darin wird, dass du gut vorbereitet bist. Du startest dann mit freierem Kopf am Wettkampftag.
    Die Autosuggestion ist etwas für Fortgschrittenere und sehr ambitionierte Sportlerinnen: Damit kannst du dich selber bestärken, dass du gut vorbereitet bist und alles mögliche gemacht hast, dass du am Tag x bereit bist und unbezwingbar bist. Im Netz oder auf Youtube finden sich viele Anleitungen.
  • Abwechslung

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    Für Rennradfahrer eine gute Abwechslung – MTB-Fahren im Gelände.

Wie oben ausgeführt, kann man auch zu viel trainieren, schnell ist dann eine Überlastung da. Oder der Körper stagniert, ist an das, was man immer macht, so gut angepasst, dass er sich nicht mehr weiterentwickelt, man spricht dann von einem Plateau, das erreicht ist.
Gegen beides hilft es, Abwechslung in den Trainingsalltag zu bringen. Dies einerseits durch die richtige Mischung von langen, harten und kurzen Einheiten. Andererseits aber, indem du auch Ausgleichssport machst. Für Läufer ist z.B. Aquafit oder Schwimmen ideal, für Radfahrerinnen Langlaufen oder Joggen im Winter. Gut ist es für alle, sich anzugewöhnen, zu Dehnen und ein paar Übungen mit dem Eigengewicht für mehr Stabilität im Kern des Körpers zu erlangen (für Läuferinnen unerlässlich). Auch dazu gibt es unzählige Programme im Internet, insbesondere auf Youtube.
Gut ist auch, nach einer langen und harten Saison eine Pause für Körper und Geist zu machen. Es gibt Athletinnen, die dann gar nichts machen, andere vermehrt andere Sportarten. Ich persönlich fand es schön, weiter Rad zu fahren, doch nun ohne Pulsuhr, Mindestfahrzeit und andere Vorgaben, sondern viel spielerischer, genüsslicher und mit Freunden – schön nach dem Lustprinzip – irgendwann kam dann automatisch wieder die Lust am gezielten Training und der Leistung.

Hier geht es weiter zum weiter zum Teil 4 der Tipps der Tipps für Ausdauersport-Treibende mit Ambitionen.


* Nach einer harten oder langen Belastung ist das Immunsystem kurzfristig sehr geschwächt und Viren und Bakterien haben leichtes Spiel, für sie ist es ein ideales Zeitfenster, tiefer in den Körper vorzudringen, daher Open Window.

 

Tipps für Ausdauersport-Treibende mit Ambitionen (Teil 2)

Dies ist die Fortsetzung zu Tipps für Ausdauersport-Treibende mit Ambitionen (Teil 1) – dort findet sich eine Einleitung, wie die Tipps zu verstehen sind.

Teil 2 der Tipps für Ausdauersportlerinnen und Ausdauersportler mit Ambitionen:

  • Das Material (2)

    Quota
    Das letzte Rennrad (gefahren 2011-12): Fahrbereit sagenhafte 6.9 kg, SRAM Red. Ich wurde nie richtig warm damit: Zu steif, seelenlos und vor allem defektanfällig – aber beeindruckend sah es aus!

    Wie gut muss dein Material sein? Hier scheiden sich die Geister und ich gebe zu, dass auch ich phasenweise von den Verheissungen des Top-Materials auf dem Velomarkt mich um den Finger habe wickeln lassen (bei Laufschuhen oder Langlaufmaterial bin ich weniger anfällig). Meine Erfahrungen zeigen, dass Topmaterial zwar sehr motiviert, der Effekt jedoch im Verhältnis zum Preis nicht gross genug ist: Ein bis zwei Stufen unter dem Topmaterial tut es auch sehr gut. Gerade, als ich viel mit Halbprofis unterwegs war, die wenig Geld hatten, sah ich, dass es gar mit Material in der mittleren Preisklasse auf sehr hohem Niveau noch geht. Und, als ich gegen Ende meiner Aktivzeit mal ein ganz teures Velo mit der damals leichtesten Schaltgruppe billig bekam, musste ich lernen, dass es eine Grenze gibt: Diese Teile waren zwar extrem leicht, doch anfällig für Defekte.

    Cannondale
    Mein Liebling (gefahren 2003-2011): Fahrbereit 8.0 kg, Dura-Ace. Agil, zuverlässig und alle Teile daran selber ausgewählt, was einen besonderen Bezug ergab.

    Langer Rede kurzer Sinn:
    Wenn du wenig Geld hast, investiere dies besser in Trainingslager, gute Leistungstests und Trainingsberatungen oder Sportmassagen als in Highend-Material, für das du doppelt so viel zahlst wie für die Mittelklasse, aber nur noch einen winzigen Sprung (z.B. im Gewicht) von wenigen Prozenten erhälst. Und, falls du viel arbeitest, reduziere lieber da und trainiere mehr, als schon wieder ein neues Velo oder diese superschnellen Schuhe zu kaufen.
    Und lass dich nicht blenden – entweder hast du Geld und jedes Jahr neues Topmaterial, dafür wegen Zeitmangel kaum Kondition oder du bist gut trainiert und dafür mit schlechterem Material unterwegs, da du dafür Zeit hast – ich jedenfalls überholte mit meinen Untere- Mittel-Klasse-Trainingsvelos jeweils sehr gerne am Berg die Leute mit diesen 3 kg leichteren aber 4x so teueren Rennrädern oder MTBs. Beides hat vor allem in jungen Jahren kaum wer, Geld und Zeit für viel Training.

  • Das Wetter
    Wie im ersten Teil der Tipps gezeigt (Tipps für Ausdauersport-Treibende mit Ambitionen (Teil 1)), gilt es nun ernst: Du musst 4-5 Mal raus in der Woche. Dass du dich dabei nicht mehr nach dem Wetter richten kannst, liegt auf der Hand (ausser du hast ein Laufband oder ein Velo auf einer Rolle eingespannt (das finde ich aber zu langweilig und zu schweisstreibend)).

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    Nicht selten kamen wir auch mit Schnee in Berührung, hier einmal im Mai auf dem Glaubenbergpass – das LeMond (gefahren 2005-2012) hatte ich extra dafür, ein richtig robustes Trainingsrad, das gerne auch mal auf Kies fahren durfte, was die Wettkampfräder nicht durften.

    Daher musst du deine Einstellung gegenüber dem Wetter anpassen und Kleidung für jedes Wetter griffbereit haben. Frage bei Erfahreneren rum, was sie so bei welchem Wetter für welche Sportart anziehen, was nötig und was nur nice to have ist. Für Radsportler sind Schuhüberzüge, gute Handschuhe, eine Leuchtveste und sehr gutes Licht, Thermobidon oder eine gute Mütze für unter den Helm Pflicht, willst du den ganzen Winter durchfahren. Wärmer hast du auch, wenn du im Winter MTB oder Gravelbike fährst, anstatt Rennrad oder du zumindest Bikepedale und MTB-Schuhe fürs Rennvelo verwendest, da diese besser gegen Kälte und Nässe schützen.

    Bei Läuferinnen ist viel weniger nötig, Rennen gibt immer warm. Aber auch hier gehören Handschuhe, Mütze und eine Leuchtveste zum Grundbestand für den Winter. Beim Rest geht auch das Schichtprinzip.

    Es lohnt sich als Radportlerin, ein Trainingsvelo zu haben (ich hatte gar eines mit Schutzblechen, „pfui“ sagten die Kumpels regelmässig dazu, aber wer hatte immer ein trockenes Hinterteil?) , so dass du deine geliebten Wettkampfvelos nicht dem Regen und

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    Stand meist unbenutzt in der guten Stube, das Rollenvelo – zu langweilig und zu schweisstreibend…

    salzversetzen Schmelzwasser aussetzen und viel Zeit für das Putzen der Räder verwenden musst. Mein Trainingsvelo war immer sehr schmutzig, dafür die schönen Wettkampfvelos durchgehend in gutem Zustand, da sie ausser an Renntagen, nie auf nasser Strasse fahren mussten.

  • Du brauchst Gspännli
    Es gibt sie, die Menschen, die viele Stunden in der Woche alleine trainieren, sich auch alleine bis ans Limit pushen können und sich über Monate alleine motivieren. Die sind jedoch eher die Ausnahme. Meine Erfahrung ist, dass man Gspännli auf etwa demselben Niveau und mit derselben Motivation braucht. Dann entsteht eine motivierende Dynamik, man schaukelt sich im Trainingseifer gegenseitig auf, findet immer wen, der ein langes Training anreist oder ein Trainingswochenende im Tessin organisiert und nicht zuletzt macht es grossen Spass mit einer Gruppe von Gleichgesinnten ein Trainingslager zu machen oder an ein Rennen zu fahren und dann da zu zelten oder im Wohnmobil zu übernachten – das alles schweisst ungemein zusammen, ergibt Freundschaften fürs ganze Leben (viele Details über die wichtige soziale Dimension des Lebens als Sportler oder Sportlerin finden sich unter Der Überlebende – die Geschichte einer Passion, so dass dies hier kurz abgehandelt werden kann).

Hier geht es weiter zum Teil 3 der Tipps für Ausdauersport-Treibende mit Ambitionen.

Tipps für Ausdauersport-Treibende mit Ambitionen (Teil 1)

Im Internet finden sich viele Trainingspläne oder Videotipps für Ausdauersportler und Ausdauersportlerinnen. Auch gibt es zur Trainingslehre und verwandten Gebieten wie z.B. Ernährung viele gute Bücher. Dieser Blogbeitrag soll nicht dasselbe bieten, sondern dieses vorhandene Wissen um praktische Tipps ergänzen. Er ist nicht aus rein sportwissenschaftlicher Sicht geschrieben, sondern basiert auf den persönlichen 20 Jahren Erfahrung mit wettkampforientiertem Ausdauersport. In diesem Lebensabschnitt war ich sehr viel mit anderen Sportlern und Sportlerinnen unterwegs (s. Der Überlebende – die Geschichte einer Passion) und es gab dabei einen regen Austausch. Auch wurde ich von verschiedenen Trainern, Physiotherapeutinnen oder Masseuren sowie Sportwissenschaftlern begleitet. Somit fliessen Erfahrungen von ganz vielen verschiedenen Akteuren des Sports in den Text ein.

Ging es im Text Tipps für Sporttreibende ohne Ambitionen eher um das Überlisten des inneren Schweinehundes, geht es in diesem Beitrag hingegen darum, wie man es schafft, eine hohe Leistung punktgenau abrufen zu können sowie dabei gesund zu bleiben.

Tipps für Ausdauersport-Treibende mit Ambitionen (Teil 1):

  • Die Vier-Einheiten-Regel
    Es geht leider nicht anders – will man in einem grösseren Rennen im ersten Drittel landen oder eine ansprechende Zeit über ein Langdistanzrennen schaffen, muss man das ganze Jahr mindestens vier Trainingseinheiten in der Woche absolvieren (ideal sind fünf, ausgenommen von der Regel sind natürlich Erholungswochen, dazu unten dann mehr). Für Läufer und Läuferinnen kommen noch zwei Mal Stabilisierungsübungen mittels Eigengewicht dazu. Im Ausdauersport gilt generell nur die Devise „ohne Fleiss kein Preis“ – ich traf ein paar gar sehr talentierte Menschen, doch auch sie kamen nicht darum herum, ihre vielen hundert Stunden zu trainieren – das Talent kam ganz am Schluss zum Zuge, macht wohl nur ein paar Prozente aus. Der Rest ist Geduld, Biss und harte Arbeit!
  • Zeit im Puls
    Während es für Gesundheitsporttreibende wichtig ist, dass sie sich überhaupt bewegen, zählt für die Ambitionierten Genauigkeit: Mache einen Belastungstest (z.B. Conconi oder Laktatstufen) und danach gilt es, die nötige Zeit in den richtigen Pulsbereichen zu verbringen und nicht einfach wie ein wildes Rösslein draufloszutraben oder immer nur im Komfortbereich herumzugurken. Wenn dir die dahintersteckende Trainingslehre und -philosophie noch nicht bekannt ist, lass dich beraten, lese Bücher oder informiere dich im Internet: Je nach Distanz sind die Trainingsreize anders zu setzen – sie aber nun gezielt zu setzen, das wird dein tägliches Geschäft.
  • Lange Einheiten als Schlüssel
    Tja, die langen Einheiten im sehr tiefen Pulsberiech („Fettverbrennung“, Grundlagenausdauer) sind der Schlüssel. Ich weiss, es macht nicht immer Freude, langsam und lange zu rennen, ewig flach um Seen Rad zu fahren oder in den harten Langlaufschuhen Stunden zu absolvieren, wenn die anderen schon beim Apéro sind. Aber daran führt kein Weg vorbei: Als Läuferin musst du einfach einmal in der Woche zwei Stunden plus machen, als Velofahrer 3.5h plus oder im Winter auf den Langlaufskis 2.5h plus abspulen – was spielt primär keine Rolle (Velofahren können im Winter auch viel rennen, Langlauf ist eh für alle gut, siehe unten), es geht hier primär um die Optimierung des Metabolismus (Stoffwechsel), Du kannst beliebig kombinieren – Zeit im Puls, wie oben beschrieben, ist das Wichtigste. Das sind dann die Grundlagen, durch lange Einheiten erarbeitet – die Läuferinnen und Radfahrer werden somit im Winter gemacht, die Querfahrer und Langläuferinnen (Winter in Topform) im Sommer.
  • Der brutale Steigerungslauf
    Der Steigerungslauf mittlerer Länge: Tja, auch er ist nicht schön. Sei es rennend oder an einem Berg mit dem Velo, denn er tut am Ende richtig weh. Doch erst dann lernt dein Körper mit den Abbauprodukten des Stoffwechsels umzugehen. Konkret solltest du jede Woche eine mittellange Einheit machen, bei der du sehr langsam anfängst und immer schneller wirst, ehe du dich dann am Ende ca. 10-15 Minuten am absoluten Limit bewegst.
  • Der Geheimtipp
    LLLanglauf ist der Alternativsportgeheimtipp für Läufer und Radfahrerinnen – sanft, ohne Schläge sind auch für Laufende lange und sehr lange Einheiten möglich, während du als Radsportlerin eine Variante hast, bei der dir im Winter nicht nach kurzer Zeit trotz Schuhüberzügen und teuren Winterschuhen die Zehen und Finger abfrieren. Ausserdem hilft es die Oberschenkel zu stärken, was dir dann in der Velosaison zu Gute kommt. Und du tust auch was für Ausdauer und Koordination. Ausserdem ist es mental eine schöne Abwechslung, lautlos durch eine Winterlandschaft zu gleiten. Ideal ist, gegen Ende Winter eine ganze Woche einen Grundlagenblock auf den Langlaufskis zu machen.
  • Das verhasste Intervalltraining
    Willst du wirklich schneller werden? Dann mache Intervalltraining! Ich weiss, sie sind mühsam, doch es geht nicht anders. Welche Formen es gibt und wie lange sie dauern sollen, hängt von deinen Zielen ab, dazu findest du einfach Tipps im Internet – absolvieren musst du sie aber dann konsequent. Auf dem Velo bewährte sich das Fahrtspiel in der Gruppe: Fährt zusammen in coupiertem Gelände und dann gibt es an jedem Hügel ein kleines Privatrennen. Funktioniert auch mit Ortstafeln oder beim Joggen mit kleinen Hügelchen und wer oben als erstes ankommt kriegt einen Punkt. Musst du immer alleine trainieren, so kaufe dir als Läufer eine GPS-Uhr und quäle dich damit in den Intervallen. Auf dem Velo bewährte sich bei mir ein Wattzähler.
  • Das Körpergewicht
    Mh, auch hier ist es einfach: Du musst auf dein Körpergewicht schauen. Denn, noch viel mehr als mehr zu trainieren, hilft es, leicht zu sein. So muss ein Marathonläufer bei jedem Schritt sein Gewicht heben und man geht davon aus, dass ein Kilogramm weniger sage und schreibe 2 Minuten bringt (bei Halbmarathon 1 Minuten). Für Velofahrerinnen, die Rennen mit vielen Höhenmetern beschreiten, ist es ähnlich, hier gilt nur Watt/Kilo und da 2-3 kg weniger zu haben, bringt mehr als viel mehr zu trainieren (wohl um die 2 Minuten auf 1000 hm/kg). Also, kauf dir eine Waage und ernähre dich vernünftig – gut, essen kannst du sehr viel, wenn du 4-5 Mal in der Woche trainierst, liegt auch noch oft Kuchen und Co. drin, doch eben, behalte das Gewicht trotzdem im Auge, es  ist ein entscheidender Faktor.
  • Das Material (1)

    Ausrüstungjoggen
    Nicht schön, sondern zweckmässig, langlebig und auf dich angepasst muss es sein, du verbringst damit nun viel Zeit!
    Nicht schön, sondern zweckmässig, langlebig und auf dich angepasst muss es sein, dein Material: Du verbringst damit nun viel Zeit! Ist es für die Breitensportlerinnen motivierend, schöne, neue Kleider und weiteres Material zu haben, muss es bei dir, als ambitionierter Sportler hingegen vor allem bewährt, d.h.  gut sitzend, und zweckmässig sein. Langlebig ist auch ein Kriterium: Trainierst du 4-5 Mal in der Woche und machst 3 bis 5 Trainingslager / Sportferien im Jahr, so dürfen Kleider keine Probleme machen und das viele Waschen müssen sie wegstecken. Nichts ist mühsamer, als wenn du am zweiten Tag eines zweiwöchigen Trainingslagers irgendwo Scheuerungen hast oder kaum mehr auf dem Velosattel sitzen kannst, weil die neue Velohose genau am falschen Ort eine Naht hat oder du wegen Blasen an den Füssen als Läufer pausieren musst. Genau so ärgerlich ist es, wenn das Schaltkabel im Trainingslager irgendwo in der Pampa reisst oder du mehr Platten als Schläuche und Flickmaterial hast (beides: gell Fredy!), weil du dein Velo nicht gut gewartet hast. Blutende Zehen, weil der Schuh zum halben Preis halt grad eine halbe Nummer zu klein ist, aber du unbedingt das Geld sparen wolltest, bringt dich auf Dauer auch nicht weiter – das mag für 12 km Trainings in tiefem Tempo gehen, für dich nun aber nicht mehr, nun muss das Material passend sein.

Hier geht es weiter zum Teil 2 der Tipps für Ausdauersport-Treibende mit Ambitionen.

 

Frage der Woche

Warum fahren Züge in den Ausgangsbahnhöfen immer so ruppig los:

Anfahren, Zugkraft weg und es rollt erstmals gemächlich, wieder beschleunigen, Schütteln, wieder bremsen und dann geht es endlich gleichmässiger weiter – wieso dieses mühsame Losfahren?

Hinweis: Es liegt nicht nur an den Weichen.

Die Antwort findet sich hier.

 

Welche Gefahren hat das wissenschaftliche Wissen?

Der letzte Beitrag der Serie zeigt auf, wie sich in der Denkgeschichte Methoden und Prozesse herausgebildet haben, die zu einem jeweiligen Zeitpunkt das bestmögliche Wissen ermöglichen.

Dieser offene Prozess führte gerade in den letzten zwei Jahrhunderten zu einem immensen Ansteigen der Erkenntnisse: Das Wissen ist geradezu explodiert.

Eine Folge davon ist, dass es nicht mehr möglich ist, dass ein einzelner Mensch alles wissen und den Überblick behalten kann – Spezialisierung ist nötig geworden.
Dazu hat sich ein Kanon an wissenschaftlichen Disziplinen herausgebildet, der kontinuierlich vergrössert wird: Subdisziplinen entwickeln sich, werden abgespalten, können sich teils als neue Disziplinen etablieren, fächern sich weiter auf etc. Für alles scheint es heute Spezialisten und Spezialistinnen zu geben!

Diese Aufteilung der moderne Wissenschaft in immer kleinteiligere Spezial- und Expertengebiete bringt neben enormem Fortschritt auf vielen Gebieten auch grosse Gefahren mit sich. Denn analog zu Kulturen im allgemeinen (siehe dazu hier) haben wissenschaftliche Disziplinen eine eigene Kultur. Solche Fachkulturen zeichnen sich durch eigene Fachsprachen, Argumentationskulturen oder Traditionen aus. Analog wie bei allen Kulturen werden neue Mitglieder durch Sozialisation in diese Kulturen eingeführt. Das Resultat davon ist eine spezifische Wahrnehmung und Bewertung der Welt – gleich einer Brille sehen die Mitglieder einer Disziplinenkultur die Welt nicht neutral, sondern getönt. Ausserdem werden sie blind für Dinge, die nicht in das disziplinäre Weltbild passen (selektive Wahrnehmung). Auch interessiert kaum mehr, was ausserhalb ihres Gebietes liegt. Gerne spricht man heute ja von Fachidioten, was zwar nicht nett, aber sicher nicht ganz falsch ist.

Neben dieser Gefahr der Verengung des Blickes fördert die Spezialisierung die Gefahr, dass niemand den Überblick hat und die ethisch-moralische Dimension ausser Acht gelassen wird. Gerade heutzutage mit dem Fortschritt z.B in Technik, in der Genetik und in der Medizin drängen sich jedoch vermehrt ethische Fragen auf. Diese werden von den Spezialisten und Spezialistinnen selten thematisiert. Dies ist auch nicht deren Aufgabe. Und sie haben gar nicht das Rüstzeug dazu, dazu müssten sie viel breiter ausgebildet und gefördert werden, was nicht erwünscht ist, da es lange dauern würde und sie weniger erfolgreich im Spezialgebiet machen würde.

Ein gesamtheitlicher, ganzheitlicher Blick aus grösserer Distanz tut hier somit Not und darf nicht vergessen gehen. Die guten alten Universalgelehrten, die einen solchen Blick haben, sind jedoch sehr selten geworden.

Ein Blick ohne Spezialisierung ist auch nötig, wollen verschiedene Disziplinen zusammenarbeiten oder zusammen mit gesellschaftlichen Akteuren ein Vorhaben vorantreiben, was sich bei vielen Problemen der Menschheit aufdrängt (Stichworte Inter- und Transdisziplinarität) – man denke etwa an die Umweltprobleme: Klimaveränderung oder der Verlust der Biodiversität sind nur durch einem ganzheitlichen, universalen sowie pluridisziplinären Ansatz bearbeitbar.

 

Sustine et abstine (20) – der Mensch als geselliges Wesen (6)

Wie gelangen wir zum bestmöglichen Wissen?

Der letzte Blogbeitrag zeigte, dass es kein Wissen gibt, das nicht durch Sprache, Sozialisation und Erfahrungen geprägt ist. Dadurch erhält ein jedes Wissen eine subjektive Komponente und ist relativ.

Denkende Menschen versuchen seit langer Zeit diesem Relativismus zu begegnen, indem sie seit der Antike die Methoden der Wissensgenerierung analysieren, hinterfragen und weiterentwickeln.

Auch das Wissen selber wurde und wird unter die Lupe genommen und immer wieder kritisch hinterfragt.

Angefangen hat diese Analyse  der Erkenntnismethoden und -instrumente und des Status des Wissens an sich bei Aristoteles und führte über mehrere Etappen hin zur modernen Wissenschaftstheorie und -soziologie.

Resultate dieses langen Prozesses der Denkgeschichte sind, dass es heute ein spezifisches wissenschaftliches Wissen gibt, das sich von anderen Wissensarten (z.B. Satzungen der Religionen, Traditionen oder Erfahrungswissen) unterscheidet.

Was ist wissenschaftliches Wissen?

Stichworte zum wissenschaftlichen Wissen sind etwa klare Begriffsdefinitionen, bestimmte Methoden und Prozesse der Wissensgenerierung oder ein strukturierter, systematischer Aufbau von Theoriegebäuden.

Das wissenschaftliche Wissen muss somit gewissen Kriterien Genüge leisten. Dazu gehören z.B. eine klare, schnörkellose Sprache (Wissenschaftssprache) oder logisches Argumentieren. Ausserdem müssen Begriffe, Argumente und Methoden offengelegt werden, so dass sie intersubjektiv überprüfbar sind.

Durch den bewusst nach Kriterien gestalteten Prozess der Wissensgewinnung ist das Wissen dynamisch und wird immer wieder revidiert. Dies teils nur in Details, ab und zu aber erdbebenartig durch die grossen Brüche der Paradigmenwechsel.

Durch diesen offenen Prozess (Wissenschaftsfreiheit), der auch viele soziale Komponenten beinhaltet, wie z.B. Thomas Kuhn schön in seinem Klassiker „Die Struktur der wissenschaftlichen Revolutionen“ (engl. Original 1962) aufzeigte, ist wissenschaftliches Wissen immer nur vorläufig und revisionsanfällig: Im Gegensatz zu Satzungen der Religionen, Traditionswissen oder Ideologien anerkennen Aktive der Wissenschaft, dass das, was heute gilt, morgen vielleicht obsolet sein wird.

Die Grenzen des Wissens sind somit bewusst, man kann höchstens von einer Annäherung an die Wahrheit(en) sprechen und niemals vom Besitz einer endgültigen Wahrheit ausgehen (siehe dazu auch hier).

Festzuhalten bleibt somit, dass auch das beste wissenschaftliche Wissen klare Grenzen hat. Diese zu kennen und zu akzeptieren – sich also auch über das Nichtwissen (sowie prinzipielle Nichtwissenkönnen) Gedanken zu machen – gehört auch zur Generierung von wissenschaftlichem Wissen (Grenzen des Wissens).*

Neben diesen prinzipiellen Grenzen des Wissens gibt es auch beim wissenschaftlichen Wissen Gefahren, denen man sich bewusst sein muss. Diese werden im nächsten Blogbeitrag näher beleuchtet.

*Der Vollständigkeit halber soll erwähnt werden, dass es neben der Vorläufigkeit des Wissens auch prinzipielle Grenzen der Erkenntnis gerade im ganz Grossen und ganz Kleinen gibt (Stichworte Entstehung der Raum-Zeit erst durch den Urknall oder Plankwelt). Diese hier zu erläutern würde den Rahmen dieses Textes jedoch sprengen. Erste Hinweise dazu sind in einem älteren Blogbeitrag zu finden und werden später vertieft behandelt.

Sustine et abstine (20) – der Mensch als geselliges Wesen (6)

Kann ich mir wirklich frei eine Meinung bilden?

Im letzten Blogbeitrag zeigte sich, dass der Mensch nicht so frei handeln kann, wie dies in der Theorie oft dargestellt wird. Wie sieht es denn mit dem Wollen aus, können wir wenigstens frei wählen, was wir wollen?

Leider ist es auch hier schwierig: Auch die Freiheit zu Wollen unterliegt gewissen prinzipiellen Einschränkungen.

Gefängnis Sprache

Dies fängt bei der Sprache an: Wenn eine Person bewusst und rational handeln will, muss sie jeden Entscheid abwägen. Will sie dies nicht rein intuitiv tun, muss sie Argumente formulieren und prüfen. Dabei kommt sie nicht darum herum, Sprache zu benutzen.

Eine jede Sprache hat ihre Eigenheiten, kann das eine ausdrücken, während anderes darin nicht sag- oder denkbar ist. Wer mehrere Sprachen beherrscht oder von einer Sprache eine historisch ältere Version mit einer neueren vergleicht, weiss, dass nicht in jeder Sprache dasselbe denkbar ist. Jede Sprache strukturiert das Denkmögliche anders. Und alle Sprachen verändern sich dynamisch, was sich auch auf das Wahrnehmen, Bewerten und Denken auswirkt.

Beispielsweise kann auf Guaraní (Paraguay / Brasilien) nur bis vier gezählt werden – alles darüber wird einfach als „viel“ bezeichnet. Dies strukturiert die Wahrnehmung der Welt stark, legt z.B. einen anderen Fokus auf das Haben: Ob ich 7 oder 8 Schweine habe, ist dann nicht so wichtig – es sind dann einfach viele.

Gefängnis Zeitgeist und Kultur

Auch der Zeitgeist und eine jeweilige Kultur setzen dem Denkbaren Grenzen: Nicht in jeder Zeit und Kultur ist dasselbe denkbar. Auch hier sind Menschen nicht frei in ihren Bewertungen, Urteilen und schlussendlich Handlungen. Beispielsweise wird in Kulturen, wo das Individuum weniger wichtig ist als die Gruppe es als undenkbar erscheinen, einem Individuum besondere Rechte und Freiheiten zuzugestehen.

So war es im alten Griechenland auch den damals fortschrittlichsten Philosophen klar, dass ihre Überlegungen zu Rechten und Pflichten sich nur auf die männlichen Mitglieder der Oberschicht beziehen – es war für sie undenkbar, dass auch Frauen oder Sklaven in den Genuss erweiterter Rechte kommen könnten. Die göttliche Ordnung wies einem jeden Menschen seinen Platz zu und der hat entsprechend zu leben.

Gefängnis individuelle Erfahrungen

Auch unsere individuellen Erfahrungen determinieren Wahrnehmungen, Bewertungen und dadurch schliesslich das Handeln. Dies einerseits direkt dadurch, dass unser Gehirn zu einem entscheidenden Teil durch unsere Erfahrungen geprägt und geformt ist. Andererseits dadurch, dass der Ablauf der kognitiven Prozesse auch aufgrund von früheren Erfahrungen geprägt ist.

So nehmen Menschen beispielsweise immer selektiv wahr: Was zu bereits Erfahrenem passt, nehmen wir eher bewusst wahr, während wir oftmals blind sind, gegenüber Dinge und Fakten, die unseren Erwartungen nicht entsprechen (selektive Wahrnehmung). Oder da, wo wir Muster erwarten, sehen wir dann auch welche – obwohl eine genauere Prüfung nicht selten diese als Trugschluss entlarvt (Esoterik).

Dieser kleine Ausflug in die Linguistik, Ethnologie oder Psychologie zeigt auf der einen Seite auf, dass beim Aufstellen von ethischen Grundsätzen immer Vorsicht geboten ist: Es gibt kein Wissen, das nicht an Sprache, Kultur oder Zeitgeist gebunden ist. Somit ist gegenüber allen Prinzipien, die universell und für immer Geltung beanspruchen, Vorsicht und Skepsis geboten.

Auf der anderen Seite gilt es beim Aufstellen von hehren Prinzipien des guten Lebens, den eigenen Standpunkt, die eigene Brille, bewusst zu machen und diese regelmässig zu hinterfragen.

 

 

Sustine et abstine (19) – der Mensch als geselliges Wesen (5)

Kann ich wirklich tun, was ich will?

Die Vorstellung des Utilitarismus und der Deontologie, der beiden Hauptstränge der philosophischen Diskussionen im Bereich der Ethik, zeigte auf, dass da sehr abstrakt argumentiert wird. So bald es um konkrete Handlungen geht, stellen sich neben diesen theoretischen Bewertungsmöglichkeiten einer Handlung jedoch auch sehr handfeste konkrete Fragen: So gilt es zu prüfen, was ein Individuum, das in eine Gesellschaft, in Strukturen und Machtkonstellationen eingebettet ist, überhaupt tun kann und wo seinem freien Handeln Grenzen gesetzt sind. Können Menschen in der realen Welt wirklich so frei bewerten, entscheiden und handeln, wie es sich die Philosophen und Philosophinnen sich vorstellen?

Auf zwei Ebenen sind da Zweifel angebracht. Auf der einen Seite gibt es spannende Diskussionen darüber, wie frei wir prinzipiell handeln können. Hierbei geht es darum, dass Teile unseres Gehirns, das neben der Genetik vor allem durch das, was wir erfahren und erlebt haben, geprägt ist, uns nur vorspielen, dass wir rational abwägend entscheiden würden, während tatsächlich „vorbewusst“ durch das neuronale Netzwerk ein Entscheid schon gefallen ist.
Empirische Experimente haben dies mehrfach gezeigt: Unser freier Wille ist nicht wirklich so frei, teils handeln wir determiniert. Dieser Problemkreis ist in der Philosophie ein grosses Thema, die Neurophysiologie fordert uns da heraus. Hier ist jedoch nicht der Platz, detailliert darauf einzugehen. Es wurde trotzdem erwähnt, da, wenn es dann um Verantwortung geht, teils Vorsicht geboten ist, denn nicht immer kann diese so stark verlangt und zugeschrieben werden, wie dies in der Theorie aussieht.

Auf der anderen Seite gibt es ganz praktische Unfreiheiten eines jeden in gesellschaftliche Zusammenhänge lebenden Individuums. Gerade wer in einer komplexen, hierarchischen und arbeitsteiligen Gesellschaft lebt, wie es heute fast alle Menschen tun, ist in Strukturen, Organisationen und Institutionen eingebettet. Ausserdem dominieren gewisse Diskurse und Informationsträger das Wissen und Nichtwissen. Nur wer alleine lebt, ist frei davon – alle anderen können sich dem nicht entziehen.

Und eine solche Verstrickung hat immer auch Macht- und Herrschaftskomponenten. Erstere sind eher diffus, um auf Michel Foucault Bezug zu nehmen, eher ein Gas als etwas Festes, konkret zu Fassendes. Hingegen ist das zweite, die Herrschaft, sehr klar an Personen und Organisationen gebunden: Der mit der Peitsche beherrscht den ohne, um es sinnbildlich zu sagen. Hingegen hat auch der Untergebene in Machtkonstellationen immer auch eine gewisse Macht. Z.B. der Klient auch über seinen Patron, da beide in einem sozialen Gefüge gewisse Abhängigkeiten haben, obwohl der oben natürlich mehr auf den Handlungsspielraum von dem unten nehmen kann – und dennoch hat auch der unten eine gewisse Macht und engt des Handlungsspielraum von dem oben ein – sie sind gegen innen und aussen eher ein eingespieltes Team als eine reine Hierarchie.

Wenn es nun konkret wird, wie ein gutes Leben auszugestalten sein wird, muss also beachtet werden, dass der Mensch eingebettet ist in Strukturen und Machtbeziehungen und nicht so autonom handeln kann, wie man sich dies gerne ausdenkt. Die verschiedenen Kontexte und (Abhängigkeits)Beziehungen, in denen eine Person lebt, engen den Handlungsspielraum ein – dies zu übersehen, käme einer Überforderung des Individuums zugleich: Eine einzelne Person kann nicht wirklich frei handeln oder die Verantwortung für alles Weltgeschehen übernehmen.

Ausserdem hat zwangsweise bei der grossen Anzahl von Menschen, die zur Zeit leben, nicht ein jeder Mensch die gleiche Möglichkeit, sich in die Gesellschaft prägende Institutionen, Diskurse und Organisationen einzubringen.

Und es sind oft historische Zufälle, die ein Individuum an eine prägende Stelle bringen – all zu gerne wird in der Geschichte und in Erzählungen ein Subjekt überhöht, es als seine eigene Leistung ausgewiesen, dass es nun da oben angekommen ist. Und da oben ist dann auch nicht frei von Verstrickungen, das wird oft völlig unterschätzt: Auch auf den ersten Blick mächtig aussehende Menschen haben vielfältige Abhängigkeiten, können selten wirklich autonom handeln und haben, gerade in der heutigen komplexen Gesellschaft, einen viel engeren Handlungsspielraum als es den Anschein macht.

Somit sind auch vermeintlich Grosse der Geschichte zugleich auch immer Objekte des geschichtlichen Geschehens – auch wenn sie die Geschichtsschreibung (die ist ja immer konstruiert, nie neutral) als vor allem aktive, autonome Subjekte darstellt: Die grossen Züge des Weltgeschehens sind kaum von einzelnen Menschen zu beeinflussen. Hingegen kann jede Person im Kleinen viel bewirken, so dass in der Serie immer wieder darauf Gewicht gelegt wird.

Und die Beschränkung der individuellen Autonomie fängt schon beim Wahrnehmen und Bewerten an, ehe mensch überhaupt handelt. Ob ich mir überhaupt frei eine Meinung bilden kann, muss somit als nächstes geprüft werden.

 

 

 

Sustine et abstine (18) – der Mensch als geselliges Wesen (4)

Utilitarismus versus Deontologie – Rechnen oder die Pflicht befolgen?

Bei der Frage, was moralisch richtiges Handeln ist, haben sich in der Geschichte der Philosophie zwei Hauptrichtungen herauskristallisiert.

Auf der einen Seite steht der Utilitarismus. Darunter versteht man die Position, die eine Nutzenethik vertritt. Konkret heisst dies, dass die Folgen einer Handlung darüber entscheiden, ob sie moralisch gut oder schlecht ist. Das Ziel, der Zweck stehen also im Vordergrund – daher wird diese Position auch als teleologisch (Griechisch Telos = Ziel) bezeichnet. Plakativ gesagt, muss man also rechnen, ob es gut rauskommt und dann das machen, das am meisten bringt.

Die utilitaristische Position wurde im 19. Jahrhundert erstmals systematisch von Bentham und Mill herausgearbeitet. Später entwickelten sich verschiedene Unterarten und Verfeinerungen des Ansatzes. Insbesondere wurde diskutiert, was genau in die Rechnung genommen werden soll, um eine Handlung als moralisch gut oder schlecht zu bewerten (z.B. kam der Negative Utilitarismus („Leid vermeiden“) auf, verschiedene Gewichtungen verschiedener Arten von Nutzen werden diskutiert, Differenzierung nach Bedürfnissen vorgenommen oder verschiedene Positionen zum Guten Leben und was Glück bedeutet erarbeitet).

In der Deontologie geht es hingegen um die Pflicht. Relevant sind die moralisch richtigen Gründe und Absichten, warum und wie wir handeln. Ergebnisse sind nicht das Entscheidende. Daher spricht man auch von Gesinnungsethik.
Der Hauptvertreter dieser Richtung ist Kant mit seinem Kategorischen Imperativ. Neuere Diskussionen um unverhandelbare Menschenrechte und die universelle Menschenwürde orientieren sich an dieser Position der Prinzipien, die einmal begründet und dann stur eingehalten werden sollen.

Beide Strömungen haben Kritik geerntet und für beide Ansätze gibt es in den philosophischen Diskussionen schöne Beispiele, wie es in einzelnen Situationen absurd wird, sich stur an eine Position zu halten.
Das klassische Kritik-Beispiel gegenüber der Pflichtethik ist die Lüge. Deontologisch gesehen muss man immer die Wahrheit sprechen, man hat eben die Pflicht dazu, ausnahmslos. Dies auch, wenn nun ein Nazischerge an die Türe klopft und man eine jüdische Familie verstecke und danach gefragt wird.
Beim Utilitarismus geht die Kritik hingegen unter anderem in die Richtung, dass es absurd ist, immer alle Folgen einer Handlung kennen zu wollen (man denke z.B. an die Kernkraft) oder die Bewertung der Folgen sehr subjektiv (was ist eigentlich Glück?) sein kann, so dass Minderheitenpositionen es schwer haben.

Dann gibt es in der Philosophiegeschichte AutorInnen, die die beiden Positionen verbinden wollen. Am bekanntesten ist da John Rawls mit seiner umfassenden Theorie der Gerechtigkeit. In seinem Mammutwerk zur Gerechtigkeit präsentiert er Grundprinzipien aus beiden Ansätzen und kombiniert sie, was einige Probleme löst, aber wieder andere schafft.

Neutral gesehen haben in der Tat beide Positionen Schwächen und Stärken und eine situative und intuitive Anwendung mal der einen, mal der anderen Position dürfte Sinn machen.

Im weiteren Verlauf der Entwicklung von eigenen, konkreten Ansätzen für eine gute Lebensführungen werden somit teils deontologische Ansätze zum Zuge kommen, während es in anderen Bereichen wohl ein Abwägen der Folgen geben wird. Teils wird es wohl auch eine Mischung brauchen – es ist in der Realität mal wieder viel komplexer und komplizierter als in der Theorie!

Sustine et abstine (17) – der Mensch als geselliges Wesen (3)

Lebenskunst, Philosophie, Sport und Eisenbahn – ein skurriler Mix?