Schlagwort-Archive: Mensch

Priorities

I‘m not rich but I am free
I‘m not important but I am free
I‘m not famous but I am free

I live in a tiny appartement but it‘s enough
I live a quiet life but it is full of adventures
I live slow but I am wide awake

I own less but make more experiences
I own less but feel more connected
I own less but have more purpose

I prefere learning to earning
I prefere travelling to saving money
I prefere beeing outside to the office

I don’t have a house but I am free
I don‘t have a car but I am free
I don’t have a fancy watch but I am free


What‘s important to you?

Vom Lauf=Sinn des Lebens

Du wirst geboren
Alles vorbewusst

Zäck – ein ICH gerufen in die Existenz!

Schau dich um:
Meine Zeit?
Mein Ort?
Was für eine spannende…
und doch so (verw)IRR(nd)E Welt!

Wo bin ich hier gelandet?
Wer ist sonst noch da?

Ach so: Nur ein Fleischblobb?!
Ach so: So viele andere schon vor Ort?!
Ach so: So viel System implementiert?!
Ach so: Freiheit nur sehr bedingt?!
Ach so: Limitierungen allenthalben?!
Ach so: Leiden gehört zum prallen Leben dazu?!

Aber erstmal HALT:
Schau dich um –
orientier dich mal!

Was ist schon da?
Was wird gewusst?
Was wurde schon gedacht?
Was weiss niemand?
Vor was wird gewarnt?
Was darf man glauben?
Wer könnte Vorbild sein?
Wer das Gegenteil?
Was zeigte die Zeit?
Was kann ich tun?
Uff, es gibt so viel zu tun!

Nimm dir ZEIT
Hol dir Rat
Hör gut zu

Noch: Nichts eilt!
Übe die Besonnenheit!

Lerne dieses Dasein kennen
Lerne die Existenz zu spüren
Lerne die anderen kennen
Lerne dich im Spiegel der anderen zu sehen
Lerne Emotionen kennen
Lerne die Grenzen des Wissens kennen

Lerne DICH kennen:
Schwächen – klar!
Stärken – aber ja!

Pass auf: Die Gier!
Pass auf: Der Vergleich!
Pass auf: Das Echsenhirn (Dopamin)!
Pass auf: Viel Ratenfängerei!
Pass auf: Lerne zu dosiern!
Pass auf: Viele Dogmen und deren Verführer!
Pass auf: FOMA!
Pass auf: Solidarität versus mein eigenes Ego?
Pass auf: So viele reale und mentale Gifte!
Pass auf: Auch du zuinnerst nur ein Tier!
Pass auf: Auch du gebunden an den Zeitgeist!
Pass auf: Auch dein Wissen = Vorläufigkeit!

Dann erst: Entscheide!
Dann erst: Werte müssen zwingend her!
Dann erst: Das wird mein Weg!
Dann erst: Jetzt bin ich wer!

Die Richtung stimmt:
Jetzt geht es los

Falle ein!
Falle um!
Falle rein!
Falle durch!
Falle auf!
FALL IN LOVE!

Juche, es geht voran!

Halt inne: Bilanz
Halt inne: Werte noch da?
Halt inne: Innerer Orientierung gewahr?
Halt inne: Gewohnheiten im Griff?
Halt inne: Wie steht’s um Dankbarkeit?
Halt inne: Stimmen die Balancen?
Halt inne: Ich und die anderen?
Halt inne: Die richtige Truppe?
Halt inne: Besser nun Freischärler sein?
Halt inne: Der Pflicht zur Salutogenese gewahr?
Halt inne: Körper und Geist im Gleichgewicht?
Halt inne: Tempo (noch) OK?
Halt inne: Erlebnissdichte im grünen Bereich?
Halt inne: Genug des sozialen Netzes da?

Rekalibrier, korrigier, räum auf –
jetzt bleibt noch Zeit!

Und weiter geht’s
Die Zeit zerrinnt!

Die Energie nimmt ab…
die Wehwechen jedoch zu
Hey, bleib locker:
Ist voll normal!

Pass auf: FOMA 2.0
Pass auf: Vergleich 2.0
Pass auf: Die Zeit vergeht…
Pass auf: Du bist deine Gewohnheiten!
Pass auf: Was hab ich bisher verfehlt?
Pass auf: Memento mori + carpe diem
(du hast erlernt, dass beides geht)

Und weiter diese schwierigen Balancen:
Spannung und Ruh…
ich und die Herde…
Haben versus Sein…
Erleben versus Müdigkeit…
Tragen versus Getragenwerden
Ehrgeiz versus Faulheit…
Verantwortung versus ich kann nicht alles tun!
Wann ist genug wirklich genug?

Obacht: Letzte Chance der Korrektur!

Mehr Nachsicht!
Mehr Ruh!
Sei ehrlich: Auch Herbst gehört dazu!

(Nur für die Unbelehrbaren:
Nun ist spätestens auch für euch genug wirklich genug)

Pass auf: Jetzt geht es schnell
Pass auf: Bei Versäumtem eilt’s!
Pass auf: Letzte Chance und dann vorbei!
Pass auf: Am Ende kommt der Blick zurück:

Es bleibt NICHTS ausser deiner ganz persönlichen Bilanz

(Und der allerletzte Unbelehrbare nun erkennt:
Echt VANITAS war alles Streben nach Ruhm und Geld)

Das war‘s – kaum zu glauben:

* Es ist definitiv und endgültig vorbei *

Licht aus – hoffentlich:
What a ride!

Mensch als Einheit – Körper und Geist

Die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften und der Philosophie des Geistes legen nahe, dass der Leib-Seele Dualismus ad acta gelegt werden sollte: Je mehr wir über die Funktionsweise des Gehirns wissen, je deutlicher wird, dass die Basis von allem, was den Menschen ausmacht, im Körper selbst seinen Ursprung hat. Der Geist scheint nichts anderes als eine emergente* Eigenschaft des neuronalen Netzwerkes namens Gehirn zu sein. Keine zusätzliche Substanz von ausserhalb scheint nötig zu sein, um das Selbstbewusstsein in Gange zu setzen. Das Gehirn spielt uns dahingehend ein Theater vor – wir sind höchstwahrscheinlich tatsächlich nichts als unsere (Gehirn-)Chemie.

Diese Haltung klingt gegenüber den Denk- und Glaubenstraditionen, die von ewiger Seele, Geist als eigenständiger Substanz oder Ähnlichem reden, auf den ersten Blick abwertend. Dies ist es aber ganz und gar nicht. So kommt es nahezu einem Wunder gleich, was alles zusammenspielen musste, damit ein Wesen entstehen konnte, das Selbstwahrnehmung hat und über sich und den Kosmos nachdenken kann. Des Weiteren ist schon nur die schiere Komplexität des neuronalen Netzwerkes ein jedes menschlichen Gehirns unglaublich.

Auch wenn der Dualismus von Leib und Seele also als überholt angesehen werden kann, ist es für den Entwurf von ethischen Lebensleitlinien und für das Erfassen, was es heisst, ein Mensch zu sein, dennoch sinnvoll, von Geist und Körper getrennt zu reden. Einerseits aus methodischer Sicht, denn eine getrennte Betrachtung der beiden Themenbereiche vereinfacht die Herangehensweise. Andererseits ist in der Alltagssprache und in überlieferten Denk-, Wahrnehmungs- und Glaubenstraditionen diese Unterscheidung nach wie vor dominierend, so dass sonst an vielem davon nicht angeknüpft werden könnte.

Der Substanzmonismus** betont, dass der Körper, als alleiniger Träger und Hervorbringer des Geistes, letztlich die Basis des Bewusstseins ist. Somit ist gerade ihm in einer Individualethik genügend Raum zu widmen. Anders ist ein ganzheitliches Menschenbild nicht vertretbar. Dies muss betont sein, denn sowohl in der christlichen wie der philosophischen Denktradition wurde dies all zu oft missachtet. So wurde der physische Körper gegenüber dem Geist über viele Jahrhunderte stiefmütterlich – oder gar aus einer Perspektive der Verachtung heraus – behandelt. Heute scheint eine solche Flucht in eine rein „geistige Welt“ nicht mehr sinnvoll zu sein.

Geist und Körper bilden also – auch wenn der Dualismus hier nur eine Hilfskonstruktion zur einfacheren Handhabung darstellt und ontologisch gesehen obsolet erscheint – zwei zu betrachtende Basiselemente des menschlichen Daseins. Beide sollen in den nächsten Teilen der Serie genauer angeschaut werden und darauf aufbauend Aspekte des sorgfältigen und sorgsamen Umgangs damit beschrieben werden.

Als erstes wird dazu der Mensch als körperliches Wesen näher betrachtet.

 

*emergent bedeutet, dass ein Phänomen auf einer oberen Ebene eines Systems durch das Zusammenspiel der Elemente auf einer unteren Ebene des Systems sich herausbildet. Beim Gehirn kann dies grob so zusammengefasst werden, dass das Bewusstsein aus der Quantität von Neuronen und der Qualität ihrer Vernetzung entsteht. Es ist jedoch nicht auf der Ebene einzelner Neuronen (untere Ebene) selbst zu finden, sondern entsteht erst durch die immense Anzahl und das spezifische Zusammenspiel (Art der Verknüpfung).

**Als Substanzmonismus wird in der Philosophie die Position bezeichnet, dass der Mensch keine vom Körper unabhängige Seele hat, sondern ein rein materielles Wesen ist.

Sustine et abstine (6) – der Mensch (1)

Der rote Faden – Widersprüche, Ambivalenzen, Zerrissenheit und Vorläufigkeiten

Die Welt ist unübersichtlich, das Leben kompliziert geworden!  Der Wandel galoppiert! Was ist wahr, was fake? Solches und Ähnliches ist gerade in aller Munde.
Es mag sein, dass vieles früher einfacher erschien. Ob es dies tatsächlich auch war, bleibe dahingestellt.

Sicher ist hingegen, dass auf jeden Menschen in noch nie da gewesenem Masse Informationen prasseln sowie der Wandel hyperschnell geworden ist. Gerade durch die voranschreitende Vernetzung der ganzen Welt im Zuge der Digitalisierung existieren Wissen und Informationen aller Art nebeneinander und zugänglich für ungeahnt viele . Eine zentrale, universellen Geltungsanspruch erhebende Ordnungs- und Deutungsmacht gibt es nicht mehr. Der Bedeutungsverlust solcher universaler Welterklärungs- und Ordnungsansätze, wie sie etwa Kirchen oder Ideologien boten, hinterlässt eine Lücke. Generell scheinen des Weiteren Kollektive und Gemeinschaften je länger je weniger zur Verortung des einzelnen in der Welt beizutragen. Damit muss (soll und darf!) jeder und jede sich selber um die grossen Fragen kümmern. Freiheit kommt jedoch zu einem Preis: Dass dies mit Unsicherheiten, Ambivalenzen und Vorläufigkeiten verbunden ist, versteht sich vor dem Hintergrund der Vielschichtig- und Uneinheitlichkeit des Wissens sowie des Tempos der Zunahme von Kenntnissen und Innovationen von selber.
Auf Schwierigkeiten trifft man dann auch beim konkreten Handeln, hier dann meist in Form des Widerspruchs resp. der Inkohärenz: Dies erstens aufgrund der Beschaffenheit der Welt, die eben oft nicht in ein einfaches Schwarz-Weiss-Schema passt. Zweitens, da wir soziale Wesen sind, die sich all zu schnell mit Macht und Herrschaft verstricken, was nicht selten quer zu den hehren Idealen und Vorgaben, denen wir in der Theorie nachleben wollen, zu stehen kommt. Drittens entstehen Widersprüche und Inkohärenzen aufgrund unseres Daseins als Wesen mit einer biologischen und kulturellen Entwicklungsgeschichte. So werden wir sehen, dass Menschen weit weg von einem rein rational handelnden Wesen sind und angeborene affektive Programme, Emotionen oder Triebe unseren Vorsätzen all zu leicht in die Quere kommen. Auch unsere kulturgeschichtlichen Wurzeln widersprechen oft Gedanken zu Offenheit und Fairness.

Damit tritt der rote Faden der Serie hervor: Beim Abschreiten eines möglichen Weltbildes und einer sinnvollen Ausgestaltung des Lebens darin, wird der sinnvolle Umgang mit Ambivalenzen, inneren und äusseren Widersprüchen, Zerrissenheit sowie Vorläufigkeiten den Weg vorgeben, anhand dessen wir uns auf dem rutschigen Terrain der conditio humana bewegen werden.

Der erste konkrete Schritt dazu ist es, den Menschen näher unter die Lupe zu nehmen.

Sustine et abstine (5)