Archiv der Kategorie: Philosophisches

Lauf des Lebens

In jungen Jahren
wer nicht kämpft, hat schon verloren
Identität im Gegen und Trotzdem
Revolte, Widerstand, Opposition
Vitalität dauernd demonstrieren
Unruhe als Lebenselixier
schaut her: Ich bin hier!

In mittleren Jahren
sich mit dem Gegebenen arrangieren
Besonnenheit wächst mehr und mehr
ruhige Nische gefunden = Jackpot
Unsichtbarkeit tut weniger weh
Verstrickungen minimiert
Beständigkeit als Ziel

In reifen Jahren
besonnen und weich – Kampf und Härte jetzt Torheit
gelassen aus der dritten Reihe kommentiern
Bewusstheit: es ist die letzte Jahreszeit
aussen sanft – innen konsequent
schwindende Kräfte bündeln
Freiheiten riesengross







Priorities

I‘m not rich but I am free
I‘m not important but I am free
I‘m not famous but I am free

I live in a tiny appartement but it‘s enough
I live a quiet life but it is full of adventures
I live slow but I am wide awake

I own less but make more experiences
I own less but feel more connected
I own less but have more purpose

I prefere learning to earning
I prefere travelling to saving money
I prefere beeing outside to the office

I don’t have a house but I am free
I don‘t have a car but I am free
I don’t have a fancy watch but I am free


What‘s important to you?

Mitte des Lebens

Radfahren ohne Option auf Tour de France
Notieren ohne Hoffnung auf Publikation
Laufen ohne Ziel Sub 3 für den Marathon
Geld auf Konto nur als Dekoration
23 Likes pro Post und no Chance for more
Schreiben ohne Traum des Buchpreis‘
Coiffurebesuch ohne Potenzial für tolle Frisur

Fad Fad Fad

Feu sacre erloschen

Plötzlich strahlen dafür sie um so mehr:
Pantanis, Neistats und Amys
Neu: Dieser Neid
Denn die haben es geschafft
Dagegen bleibt unsereins matt


Jetzt oder nie - es bleibt noch Zeit!
… der grosse Töff muss her
… Doktortitel (lieber spät als nie)
… mein Roman, ein grosser Wurf
… seht her: Mein, die junge, blonde Fee
… auf, zur grossen Weltenschau
… von allgemeinem Interesse: meine Biographie
… 10 000 Follower for me or more
… let’s go: Leben ab sofort in Übersee!
… ein Boot, das wäre jetzt toll
… oder ne neue Rockband?

Nicht doch lieber Mittagsschlaf?
Energie nur noch low
Abnahme der Muskelkraft
Ausdauer mehr und mehr minimal
Gleichgewichtssinn: bye bye
und die Libido sowieso
Warum ist heutzutage plötzlich
… alles so grell und schnell?
Und dieser Kater nach bloss zwei Bier!

Zeit für Bilanz - was bleibt?
Ich liebe sie, diese neue Gelassenheit
Dazu plötzlich so ungeniert

Zum Glück auf dem Weg einiges erkannt:
Rolle des Individuums ultra limitiert
Politik zumeist nur unsachlicher Streit
Weltenlauf so huere kompliziert
Die ‚Grossen’ à la Napoleon
… vor allem vom Zufall ernannt

Neu: Fokus auf das nahe Umfeld -
irgendwie nur das so richtig relevant
Besser Wirkung im Kleinen und Vorbild-sein
… anstatt der grosse Tausendsassa-Held
Unendlich zu viel, diese Anmassung der
… angepeilten Rettung der ganzen Welt!

Grosse Entlastung
sowie neue Freiheiten
und was für ne sexy Bescheidenheit!
Wow, am Ende doch positiv?
Danke an euch Illusionen, dass ihr verpufft!

(Doch das Ziehen nach mehr bleibt)




————
Zum Bild:
Die Mitte des Lebens gleicht etwas einem Ferientag unter Palmen bei Regen…

Zum aktuellen Weltgeschehen: Leben im Trotzdem (reloaded)

Surreal die aktuellen Bilder.
Wahr soll sein, was nicht mehr denkbar?
Eingeholt hat uns scheinbar die Geschichte.
Ewiggestrige repetieren alte Fehler.
Alle anderen sind nur noch Statisten.

Alles weit weg von unserem Vorzeigeland?
Achtung, auch hier plötzlich superkonkret:
Geht hin, ihr Kriegsfreunde und Maulhelden!
In den Zwischenboden des HB ZH Löwenstrass‘
Da stranden sie in echt – auch grad jetzt.
Weinende Kinder, Alte nur mit Plastiksack.
Denn da ist die Flüchtlingsregistratur.
Da seht Ihr sie, da spürt man es!
Ge- und betroffen zieh‘ ich von dannen
– ist im Fall viel krasser als im TV!

Und, wie leben wir Behüteten mit all dem weiter?
Darf ich hier in Sicherheit noch heiter schreiten?

Es geht mal wieder nur im TROTZDEM

Trotzdem: Routinen Beibehalten!
Trotzdem: Sich auch am Kleinen freuen!
Trotzdem: Den Frühling wach ansehen!
Trotzdem: Mediale Auszeiten!
Trotzdem: Nicht nur konsterniert!
Trotzdem: Offen und menschlich bleiben!

Schwierig, dennoch nicht abzustumpfen!
Schwierig, nicht die Augen zu verschliessen!

Balancehalten ist die Tugend der Stunde.
Bekannt nach Monaten Pandemie-Überlebenskunde:
Corona-heiter-gelassen-Aushalten eingeübt.
Dieser stoizistische Rat war doch in aller Munde.
Zukunftausicht dennoch weiter eingetrübt!

Was uns bleibt = ab in die nächste Runde!

Schön gesagt aber doch nur Worte!
Realität = im Bett gedreht bis zu später Stunde.
Och, diese Zeit, sie macht geschunden!

 

 

 

Vom Lauf=Sinn des Lebens

Du wirst geboren
Alles vorbewusst

Zäck – ein ICH gerufen in die Existenz!

Schau dich um:
Meine Zeit?
Mein Ort?
Was für eine spannende…
und doch so (verw)IRR(nd)E Welt!

Wo bin ich hier gelandet?
Wer ist sonst noch da?

Ach so: Nur ein Fleischblobb?!
Ach so: So viele andere schon vor Ort?!
Ach so: So viel System implementiert?!
Ach so: Freiheit nur sehr bedingt?!
Ach so: Limitierungen allenthalben?!
Ach so: Leiden gehört zum prallen Leben dazu?!

Aber erstmal HALT:
Schau dich um –
orientier dich mal!

Was ist schon da?
Was wird gewusst?
Was wurde schon gedacht?
Was weiss niemand?
Vor was wird gewarnt?
Was darf man glauben?
Wer könnte Vorbild sein?
Wer das Gegenteil?
Was zeigte die Zeit?
Was kann ich tun?
Uff, es gibt so viel zu tun!

Nimm dir ZEIT
Hol dir Rat
Hör gut zu

Noch: Nichts eilt!
Übe die Besonnenheit!

Lerne dieses Dasein kennen
Lerne die Existenz zu spüren
Lerne die anderen kennen
Lerne dich im Spiegel der anderen zu sehen
Lerne Emotionen kennen
Lerne die Grenzen des Wissens kennen

Lerne DICH kennen:
Schwächen – klar!
Stärken – aber ja!

Pass auf: Die Gier!
Pass auf: Der Vergleich!
Pass auf: Das Echsenhirn (Dopamin)!
Pass auf: Viel Ratenfängerei!
Pass auf: Lerne zu dosiern!
Pass auf: Viele Dogmen und deren Verführer!
Pass auf: FOMA!
Pass auf: Solidarität versus mein eigenes Ego?
Pass auf: So viele reale und mentale Gifte!
Pass auf: Auch du zuinnerst nur ein Tier!
Pass auf: Auch du gebunden an den Zeitgeist!
Pass auf: Auch dein Wissen = Vorläufigkeit!

Dann erst: Entscheide!
Dann erst: Werte müssen zwingend her!
Dann erst: Das wird mein Weg!
Dann erst: Jetzt bin ich wer!

Die Richtung stimmt:
Jetzt geht es los

Falle ein!
Falle um!
Falle rein!
Falle durch!
Falle auf!
FALL IN LOVE!

Juche, es geht voran!

Halt inne: Bilanz
Halt inne: Werte noch da?
Halt inne: Innerer Orientierung gewahr?
Halt inne: Gewohnheiten im Griff?
Halt inne: Wie steht’s um Dankbarkeit?
Halt inne: Stimmen die Balancen?
Halt inne: Ich und die anderen?
Halt inne: Die richtige Truppe?
Halt inne: Besser nun Freischärler sein?
Halt inne: Der Pflicht zur Salutogenese gewahr?
Halt inne: Körper und Geist im Gleichgewicht?
Halt inne: Tempo (noch) OK?
Halt inne: Erlebnissdichte im grünen Bereich?
Halt inne: Genug des sozialen Netzes da?

Rekalibrier, korrigier, räum auf –
jetzt bleibt noch Zeit!

Und weiter geht’s
Die Zeit zerrinnt!

Die Energie nimmt ab…
die Wehwechen jedoch zu
Hey, bleib locker:
Ist voll normal!

Pass auf: FOMA 2.0
Pass auf: Vergleich 2.0
Pass auf: Die Zeit vergeht…
Pass auf: Du bist deine Gewohnheiten!
Pass auf: Was hab ich bisher verfehlt?
Pass auf: Memento mori + carpe diem
(du hast erlernt, dass beides geht)

Und weiter diese schwierigen Balancen:
Spannung und Ruh…
ich und die Herde…
Haben versus Sein…
Erleben versus Müdigkeit…
Tragen versus Getragenwerden
Ehrgeiz versus Faulheit…
Verantwortung versus ich kann nicht alles tun!
Wann ist genug wirklich genug?

Obacht: Letzte Chance der Korrektur!

Mehr Nachsicht!
Mehr Ruh!
Sei ehrlich: Auch Herbst gehört dazu!

(Nur für die Unbelehrbaren:
Nun ist spätestens auch für euch genug wirklich genug)

Pass auf: Jetzt geht es schnell
Pass auf: Bei Versäumtem eilt’s!
Pass auf: Letzte Chance und dann vorbei!
Pass auf: Am Ende kommt der Blick zurück:

Es bleibt NICHTS ausser deiner ganz persönlichen Bilanz

(Und der allerletzte Unbelehrbare nun erkennt:
Echt VANITAS war alles Streben nach Ruhm und Geld)

Das war‘s – kaum zu glauben:

* Es ist definitiv und endgültig vorbei *

Licht aus – hoffentlich:
What a ride!

Die Zeiten ändern sich

Früher beim „Studium“ des Playboys:
Fantasien, was wir dann in real machen werden.
Wie wird es sein, dies und das zu berühren?
Wie wird es riechen, agieren und reagieren, dieses mysteriöse Gegenüber in Fleisch und Blut?
… schlicht unglaublich wird es sein, oh yeah!

Die heute heranwachsende Generation macht es anders:
Realität dient zum Nachstellen der Szenen im Kopf.
Och, wie langweilig: Alles schon gesehen.
Und das Gegenüber macht ja gar nicht das, was ich will!
Viel zu real, wie man schwitzt, riecht und so.
Insgesamt eher mühsam, zu anstrengend.
… Tubesites dagegen yeah!

Ob das eine oder andere besser ist, das bleibe hier mal jedem selber überlassen – erste Gedankenanstösse gab es bereits an anderer Stelle im Blog und das Thema wird später in der Serie sustine et abstine vertieft analysiert.

Wer mehr Anregungen und Hintergrundwissen zum Thema möchte, dem sei der Ted Talk the great porn experiment von Gary Wilson auf youtube empfohlen.

Dass die Gefahren der Internetpornographie grösser sein dürften, als viele vermuten, darauf deuten die über 13 Millionen Views des Talks hin…

 

 

Corona – ein Panoptikum unserer Zeit

Corona – Dystopie wird wahr
Corona – diffuse Ängste nicht rar
Corona – nichts mehr, wie es war
Corona – unsere Schwächen offenbar

Virus setzt dem Staat die Krone auf
Virus gibt Experten Zepter in die Hand
Virus bedeutet des Neoliberalismus′ Untergang
Virus und Normalität wäre plötzlich Luxus

Güterabwägungen allenthalben
Ethische Fragen und Triagen
Krise bis hin zu den Frisuren
An der Börse nur noch Misèren

Tempo und Dichtestress weit weg
Mehr Ruhe und Achtsamkeit
sowie Übungen in Gelassenheit
En vogue plötzlich die Bescheidenheit?

Homeoffice, Homeschooling
Streaming und Internet-Konferenz
Bildschirmzeit schwillt an
Der Datensammler Kassen klingeln

Zu Hause sitzt man zuhauf
Papi nun auch mal daheim
und neu nun er plötzlich weiss,
was Mamisein tatsächlich heisst!

Pflege, Verkauf oder Transport
Wenige wirklich systemrelevant
All denen im Medizinsystem
Hochachtung und grösster Dank!

Grenzen der Globalisierung nun erkannt?
Sollen sie weiter so migrieren –
die Waren, Menschen und Tiere?
Nicht doch besser zurück zum Lokalen?

Und weiter so die Welt konsumieren?
Nein ertönt zu Statusgebluff à la Vielflieger
Zwang und Chance zur Neuorientierung:
Zerbrochen pseudo Wertsysteme

Virus und der Wachstumswahn entzwei?
Virus und Solidarität wird zu mehr als Modewort
Virus vernebelt den Klimaschutz
Virus und temporär, ne Luftreinheit wie am Meer

Corona – sind wir echt für Veränderungen bereit?
Corona – oh je: Nationalismus offenbar nicht passé?
Corona – endet es mal wieder nur im grossen Streit?
Corona – ob das Gute bleibt? Geschichte lehrt: Bloss vielleicht!

 

 

 

 

In eigener Sache: 10 Wochen Facebook

In der zweiten Hälfte Februar 2020 habe ich mich entschlossen, dass 10 Wochen Facebook genug sind.

Dies habe ich in einem letzten Post auf Facebook öffentlich gemacht und kurz begründet.

Den letzten Post habe ich wohl zu wenig lange online gelassen, denn offenbar suchen mich immer wieder ehemalige Facebookfreunde vergeblich auf der Plattform.

Aus diesem Grund findet sich hier der letzte Post nun nochmals:

fb.png

Weiterführende Gedanken zu meinen Erfahrungen mit Facebook werden später vertieft als eigener Blogtext im Rahmen der Serie „sustine et abstine“ erörtert.

Als Appetitmacher darauf empfiehlt sich schon mal ein kleiner aber feiner Film von ARTE auf youtube:

 

Welche Gefahren hat das wissenschaftliche Wissen?

Der letzte Beitrag der Serie zeigt auf, wie sich in der Denkgeschichte Methoden und Prozesse herausgebildet haben, die zu einem jeweiligen Zeitpunkt das bestmögliche Wissen ermöglichen.

Dieser offene Prozess führte gerade in den letzten zwei Jahrhunderten zu einem immensen Ansteigen der Erkenntnisse: Das Wissen ist geradezu explodiert.

Eine Folge davon ist, dass es nicht mehr möglich ist, dass ein einzelner Mensch alles wissen und den Überblick behalten kann – Spezialisierung ist nötig geworden.
Dazu hat sich ein Kanon an wissenschaftlichen Disziplinen herausgebildet, der kontinuierlich vergrössert wird: Subdisziplinen entwickeln sich, werden abgespalten, können sich teils als neue Disziplinen etablieren, fächern sich weiter auf etc. Für alles scheint es heute Spezialisten und Spezialistinnen zu geben!

Diese Aufteilung der moderne Wissenschaft in immer kleinteiligere Spezial- und Expertengebiete bringt neben enormem Fortschritt auf vielen Gebieten auch grosse Gefahren mit sich. Denn analog zu Kulturen im allgemeinen (siehe dazu hier) haben wissenschaftliche Disziplinen eine eigene Kultur. Solche Fachkulturen zeichnen sich durch eigene Fachsprachen, Argumentationskulturen oder Traditionen aus. Analog wie bei allen Kulturen werden neue Mitglieder durch Sozialisation in diese Kulturen eingeführt. Das Resultat davon ist eine spezifische Wahrnehmung und Bewertung der Welt – gleich einer Brille sehen die Mitglieder einer Disziplinenkultur die Welt nicht neutral, sondern getönt. Ausserdem werden sie blind für Dinge, die nicht in das disziplinäre Weltbild passen (selektive Wahrnehmung). Auch interessiert kaum mehr, was ausserhalb ihres Gebietes liegt. Gerne spricht man heute ja von Fachidioten, was zwar nicht nett, aber sicher nicht ganz falsch ist.

Neben dieser Gefahr der Verengung des Blickes fördert die Spezialisierung die Gefahr, dass niemand den Überblick hat und die ethisch-moralische Dimension ausser Acht gelassen wird. Gerade heutzutage mit dem Fortschritt z.B in Technik, in der Genetik und in der Medizin drängen sich jedoch vermehrt ethische Fragen auf. Diese werden von den Spezialisten und Spezialistinnen selten thematisiert. Dies ist auch nicht deren Aufgabe. Und sie haben gar nicht das Rüstzeug dazu, dazu müssten sie viel breiter ausgebildet und gefördert werden, was nicht erwünscht ist, da es lange dauern würde und sie weniger erfolgreich im Spezialgebiet machen würde.

Ein gesamtheitlicher, ganzheitlicher Blick aus grösserer Distanz tut hier somit Not und darf nicht vergessen gehen. Die guten alten Universalgelehrten, die einen solchen Blick haben, sind jedoch sehr selten geworden.

Ein Blick ohne Spezialisierung ist auch nötig, wollen verschiedene Disziplinen zusammenarbeiten oder zusammen mit gesellschaftlichen Akteuren ein Vorhaben vorantreiben, was sich bei vielen Problemen der Menschheit aufdrängt (Stichworte Inter- und Transdisziplinarität) – man denke etwa an die Umweltprobleme: Klimaveränderung oder der Verlust der Biodiversität sind nur durch einem ganzheitlichen, universalen sowie pluridisziplinären Ansatz bearbeitbar.

 

Sustine et abstine (20) – der Mensch als geselliges Wesen (6)